Koa-Tao Blindwühle

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Koa-Tao Blindwühle

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Unterklasse: Nacktlurche (Lissamphibia)
Ordnung: Schleichenlurche (Gymnophiona)
Familie: Fischwühlen (Ichthyophiidae)
Gattung: Ichthyophis
Art: Koa-Tao Blindwühle
Wissenschaftlicher Name
Ichthyophis kohtaoensis
Taylor, 1960

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Koa-Tao Blindwühle (Ichthyophis kohtaoensis) zählt innerhalb der Familie der Fischwühlen (Ichthyophiidae) zur Gattung Ichthyophis. Im Englischen wird die Koa-Tao Blindwühle koa tao island caecilian, koh tao caecilian, koh tao snake frog oder yellow-striped caecilian genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die adulte Koa-Tao Blindwühle erreicht eine Körperlänge von etwa 35,0 bis 40,0 Zentimeter, während die juvenilen Koa-Tao Blindwühlen eine Körperlänge von etwa 10,0 bis 15,0 Zentimeter erreichen. Die Ober- und Unterseite weisen eine metallisch glänzende schwarze Färbung auf. Markantes Merkmal bei dieser Art sind die gelb gefärbten Seitenstreifen. Was die Blindwühlen im Allgemeinen betrifft, so sind sie schon mehr mit den Fröschen verwandt, obgleich im Äußeren der Form nach noch schlangenähnlich. Alle Blindwühlen haben gleichartige, der Innenseite der Kiefer angeheftete, starke kegelförmige, mit ihrer Spitze etwas zurückgeneigte Zähne (auch im Zwischenkieferbein) und eine mit ihrer ganzen Unterseite dem Kinn angeheftete, nicht ausstreckbare Zunge. Zähne finden sich am Gaumen, und zwar stehen sie im Gestalt eines Hufeisens (also parallel der Kieferzahnreihe). Das Zungenbein besteht so aus drei Bogenpaaren. Die äußeren Nasenlöcher befinden sich an den Seiten oder an der Spitze des Kopfes und die inneren befinden sich hinten am Gaumen. Des Weiteren zeigen sich winzig kleine Augen. Die Ohren sind unter der Haut verborgen, ohne Trommelfell, und bestehen bloss aus einem kleinen Knorpelplättchen, welches auf dem eirunden Fenster liegt. Der Kopf ist sehr sonderbar geformt, indem die Kiefernbeine die Augenhöhle, die Schläfenbeine die Schläfenhöhle so bedecken, dass der Kopf wie eine aus einem einzigen Stück bestehende schildförmige Knochenmasse erscheint. Die Augen liegen in einer am oberen Rand der Kiefernbeine befindlichen, länglich punktförmigen Vertiefung. Die Rückenwirbel der Blindwühle bewegen sich nicht wie bei den Schlangen mittels Kugelgelenke in- und aufeinander, sondern sie sind an beiden Enden konkav und stehen miteinander durch eine immer zwischen zwei Wirbeln befindliche Knorpelplatte in Verbindung. Auch umgeben die Rippen den Rumpf nicht, da sie zu kurz und eigentlich nur noch Rudimente sind. Brustbein, Becken und Extremitäten fehlen gänzlich und von den Lungen ist, wie auch bei den Schlangen, nur eine vollständig ausgebildet. Dadurch unterscheiden sich die Blindwühlen wesentlich von den Fröschen und ihren Verwandten, welche immer zwei große Lungen von fast gleicher Größe besitzen.

Lebensweise

Laut der Roten Liste der IUCN kommt die Koa-Tao Blindwühle nur auf Kohtao Island, Thailand vor. Allerdings ist es Tradition geworden, dass die meisten gestreiften Blindwühlen vom Festland Südostasien diesen Namen tragen. Die zugerechneten Bereiche dieser Art sind die Halbinsel und das Festland Thailand, Südost-Myanmar, Demokratische Volksrepublik Laos, Kambodscha und Vietnam. Dies erfordert jedoch weitere Untersuchungen und möglicherweise ist die Taxonomie zu ungenau bzw. nicht korrekt. Proben von Yunnan in China werden hier der Art Ichthyophis bannanicus zugeschrieben.

Koa-Tao Blindwühle
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Koa-Tao Blindwühle

Laut der Roten Liste der IUCN bewohnt die Koa-Tao Blindwühle die immergrünen Wälder und die Galeriewälder sowie die landwirtschaftlichen Flächen und auch die städtischen Bereiche. Eine Population der Koa-Tao Blindwühle ist auch im Mekong-Tal im Nordosten Thailands zu finden, die sich speziell in terrestrischen Makrohabitaten einschließlich im offenen Buschland, in Galeriewäldern und in offenen Sekundärwäldern aufhält. In der Trockenzeit findet man einige Individuen dieser Population vor allem auf feuchtem Waldboden, aber in der Regenzeit sind sie in der Regel in der Laubstreu oder in faulender Vegetation (Kupfer et al. 2005) zu finden. Die Koa-Tao Blindwühle ist eine eierlegende Art mit terrestrischen und aquatischen Larven. Die Eier werden in der Regel in Waldbächen und in Pools abgelegt. Die Gelege-Größe reicht von 32 bis 58 Eier (Kupfer et al. 2006). Die Koa-Tao Blindwühle gilt als eine anpassungsfähige Art.

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN kommt die Koa-Tao Blindwühle in folgenden Ländern vor: Kambodscha, Demokratische Volksrepublik Laos, Myanmar, Thailand und Vietnam. Die Koa-Tao Blindwühle hält sich in folgenden Lebensräumen auf: Subtropische und tropische feuchte Tieflandwälder, subtropische und tropische feuchte Montanwälder, subtropisches und tropisches feuchtes Buschland, Feuchtgebiete (Inland) wie permanente Flüsse, Bäche, schmale Buchten einschließlich Wasserfälle, Moore, Sümpfe, Torf-Moor-Landschaften, permanente Süßwassersümpfe und Pools unter 8 Hektar, saisonal bedingte intermittierende Süßwassersümpfe und Pools unter 8 Hektar, Plantagen, ländliche Gärten, urbanisierte Flächen, subtropische und tropische stark degradierte ehemalige Wälder, bewässerte Flächen einschließlich Bewässerungskanäle und saisonal bedingte überflutete Ackerflächen.

Ernährung

Die Ernährung der adulten Koa-Tao Blindwühle ist kaum erforscht. Die Larven ernähren sich räuberisch, indem sie Jagd auf Insektenlarven, Daphnien und Kaulquappen machen. Mit Hilfe der Elektrorezeptoren lokalisieren die Larven ihre Beute.

Fortpflanzung

Die Koa-Tao Blindwühle ist typisch für die Biologie der eierlegenden Blindwühlen. Die Kopulation der Koa-Tao Blindwühle wurde noch nie beobachtet, aber es wird vermutet dass eine innere Befruchtung stattfindet, indem das Männchen sein Begattungsorgan (Phallodaeum) in die Scheide des Weibchens einführt und sie Spermien transportiert werden. Im Verlauf der Regenzeit von Mai bis Oktober, in denen 90 Prozent der jährlichen Niederschläge im Nordosten Thailands fallen und die Reisfelder überschwemmt werden, legt das Weibchen die befruchteten Eier in die feuchten Hohlräume im Boden ab. Das Weibchen bewacht, umsorgt und pflegt die Eier während dieser Zeit. Die Eier sind mit einer Gelee-Schicht gebunden und bilden so einen Strang. In regelmäßigen Abständen werden die Eier von dem Weibchen gewendet. Ähnlich wie bei den Embryonen von Salamandern entwickeln sich bei den Embryonen der Koa-Tao Blindwühle drei paar äußere Kiemen. Später in der Regenzeit schlüpfen die Larven, verlassen die Hohlräume im Boden und begeben sich zu den nahe gelegenen Teichen und Bächen. Im Gegensatz zu den Froschlurchen ähneln die Larven der Koa-Tao Blindwühle den Erwachsenen morphologisch, physiologisch und trophisch. Kurz nach dem Schlüpfen verlieren die Larven die Kiemen, so dass nur noch eine Kiemenkammer vorhanden ist und sich auf beiden Seiten nur noch die Kiemenansätze zeigen. Die Larven besitzen eine gut entwickelte kaudale Schwanzflosse, ampulläre Organe (dienen der passiven Elektroortung), Neuromasten (Seitenlinieorgane) sowie lateral sensorische Organe am Kopf und am Rumpf. Die seitlichen gelben Streifen und die einmaligen sensorischen Tentakel, die bei den Erwachsenen charakteristisch sind, sind bei den Larven bis zur Metamorphose noch nicht entwickelt. <1>

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört die Koa-Tao Blindwühle heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Sie ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt die Koa-Tao Blindwühle selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird sie als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Literatur und Quellen

  • [1] Nicole Dünker, Marvalee H. Wake und Wendy M. Olson: Embryonic and Larval Development in the Caecilian Ichthyophis kohtaoensis (Amphibia, Gymnophiona).
  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3

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