Komodowaran

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Komodowaran

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Eigentliche Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Autarchoglossa
Familie: Warane (Varanidae)
Gattung: Warane (Varanus)
Art: Komodowaran
Wissenschaftlicher Name
Varanus komodoensis
Ouwens, 1912

IUCN-Status
Vulnerable (VU)

Der Komodowaran (Varanus komodoensis) gehört innerhalb der Familie der Warane (Varanidae) zur Gattung der Warane (Varanus).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Komodowaran wächst bis zum Lebensende und wird meistens 3,0 bis 3,50 Meter lang und 160,0 bis 180,0 Kilogramm schwer. Bis auf einen kleinen Größenunterschied weisen die Geschlechter keinen Geschlechtsdismorphismus auf. Weibchen bleiben gemeinhin etwas kleiner und leichter als Männchen. Ihre schuppige Haut weist eine überwiegend graubraune bis olivgrüne Färbung auf. Der Schwanz ist ausgesprochen lang und dient ihnen im Wasser als Steuerorgan und an Land hauptsächlich aus Waffe. Die Extremitäten sind ausgesprochen kräftig ausgeprägt und enden in mächten Krallen. Der Kopf ist langgestreckt und setzt sich nur wenig vom Körper ab. Im Maul befinden sich messerscharfe und spitze Zähne. Ihre Zunge ist gegabelt und lang, sie züngelt unentwegt rein und raus. Im jugentlichen Alter sind Komodowarane ausgesprochen gute Kletterer. Ausgewachsen können sie aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichtes nicht mehr klettern. An Land können sie eine beachtliche Geschwindigkeit von bis zu 30 km/h erreichen. Damit können sie selbst schnelle Beutetiere einholen und fressen.

Komodowarane sind nicht nur sehr beweglich und schnell, sie sind zudem auch für Reptilien ausgesprochen intelligent und verfügen über hoch entwickelte Sinne. Mit ihrem Geruchssinn, Grüche werden über die Zunge wahrgenommen, können sie über mehrere kilometer Beutetiere und Aas wittern. Abgesehen von den Jungtieren, die in den Bäumen leben, sind Komodowarane hauptsächlich terrestrisch. Sie können aber auch sehr gut schwimmen und dabei beachtliche Entfernungen im Wasser zurück legen. Die Tiere sind tagaktiv und durchstreifen am Tage ihre Reviere, die meist eine Größe von bis zu zwei Quadratkilometer aufweisen. Sie sind immer auf der Suche nach Fressbarem. Angriffe auf Menschen sind selten, passieren aber gelegentlich. Durch Bisse verletzte Menschen sterben in aller Regel, da die virale Infektion kaum heilbar ist. Meist werden betroffene Gliedmaßen amputiert. Es wurden aber auch schon Menschen an Ort und Stelle verspeist. Dies ist zwar selten, kann aber passieren, da der Komodowaran an der Spitze der Nahrungskette steht. Natürliche Feinde hat er aufgrund seiner Größe keine. In der Roten Liste des IUCN wird der Komodowaran als gefährdete Art geführt (VU, vulnerable). Das Washingtoner Artenschutzabkommen stellt die Tiere in Anhang I unter weltweitem Schutz.

Verbreitung

Der Komodowaran ist edemisch auf einigen wenigen indonesichen Inseln. Dazu gehören Komodo, Rinca, Gili Motang und Flores. Die Gesamtpopulation der freilebenden Tiere wird auf rund 5.000 Exemplare geschätzt. Sie leben hauptsächlich in den tropischen Savannewäldern im Tiefland und
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Komodowaran
in Küstenbereichen. Geschlossene Wälder werden hingegen gemieden. Erwachsene Tiere leben ausschließlich terrestrisch, Jungtiere verbringen die ersten Jahren fast ausschließlich in den Bäumen, da sie sonst als Zwischenmahlzeit ihrer Artgenossen enden. Im Jahre 1980 wurde auf Komodo der Komodo-Nationalpark gegründet, um die Art zu erhalten und zu schützen.

Ernährung

Ein ausgewachsener Komodowaran ernährt sich hauptsächlich von Aas. Aber auch kleinere und größere Tiere stehen auf ihrer Speisekarte. Kleinere Tiere wie Artgenossen, Vögel und andere Kleintiere werden gleich im ganzen verschlungen. Größere Tiere wie Büffel, Rotwild und Wildschweine werden angegriffen und durch Bisse verletzt. Dabei legt er sich auf die Lauer und überrascht Beutetiere mit einem unerwarteten Angriff. Nun beginnt das Warten der Komodowarane. Die im Speichel befindlichen hochtoxischen Bakterien fügen den Beutetieren schwere Entzündungen zu. Mehr als 50 verschiedene Bakterien wurde im Speichel nachgewiesen. Bislang dachte man, dass der Giftcocktail jedes Beutetier binnen weiger Tage nieder raffen würde. Fry et al. (2005) untersuchten erstmals den Kopf und das Gebiss der Tiere in einem Kernspintomografen. Als Resultat kam zu Tage, dass Komodowarane zum einen zwar über scharfe Zähneverfügen, jedoch die Beisskraft als eher gering einzustufen ist. Die Forscher fanden auch heraus, dass die Bakterien im Maul keineswegs tödlicher sind als die von anderen Raubtieren. Im Unterkiefer der Echsen liegen jeweils 6 Drüsen, die eine Giftmischung produzieren, die dem toxischen Cocktail vieler Schlangenarten ähnelt. Man schätzt, dass rund 1,2 ml Gift ausreicht, um auch größere Beutetiere zu töten.

Dieser Giftcocktail rafft jedes Beutetier binnen Tagen nieder. Liegt ein Beutetier am Boden, so beginnt für den Komodowaran das eigentliche Festmahl. Zuerst fressen die großen Männchen, später auch die Weibchen und semiadulte Tiere. Jungtiere ernähren sich hauptsächlich in den Bäumen von Heuschrecken, Käfern, kleinen Geckos, Eiern, Vögeln und kleineren Säugetieren.

Fortpflanzung

Schlüpfender Komodowaran
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Schlüpfender Komodowaran

Der Komodowaran erreicht die Geschlechtsreife mit rund neun bis zehn Jahren. Männchen brauchen für gewöhnlich ein Jahr länger als Weibchen. Die Paarungszeit erstreckt sich in seinem natürlichen verbreitungsgebiet von Juli bis August. Während der Paarungszeit kommt es unter den Männchen häufig zu heftigen Kämpfen, die nicht selten mis gefährlichen Bisswunden enden. Sie richten sich bei den Kämpfen regelrecht auf und versuchen den Gegner nieder zu ringen. Die Paarungsbereitschaft eines Weibchen erkennt das Männchen am Geruch. Beim Paarungsspiel reiben die Geschlechter ihre Köpfe aneinander. Auch Lecken und Kratzen gehört gemeinhin zum Paarungsspiel. Bei der eigentlichen Begattung hebt das Männchen den Schwanz des Weibchens an und führt sein Begattungsorgan ein. Nach der Paarung bleiben die Geschlechter noch einige Tage zusammen. Während dieser zeit wacht das Männchen über das Weibchen, damit sie nicht von einem anderen Männchen begattet wird.

Das Weibchen legt zwischen 15 und 30 Eier in eine Grube, die nach erfolgter Ablage sorgsam verschlossen wird. Im folgenden wacht das Weibchen über ihr Gelege, damit es nicht von anderen Komodowaranen geplündert wird. Nach etwa acht Monaten schlüpfen die Jungtiere, die etwa 40 cm lang sind und und ein Gewicht von bis zu 100 Gramm aufweisen. Nicht selten werden sie gleich nach dem Schlupf von Artgenossen gefressen. Die Jungtiere suchen auf Bäumen Schutz und verbleiben dort auch die ersten Lebensmonate. Die Jungtiere weisen eine grünliche Grundfärbung auf, die mit gelblichen und schwarzen Bändern durchzogen sind. Nach fünf bis sieben Jahren haben die Jungtiere eine Länge von 150 Zentimeter erreicht. Ab jetzt sind sie meist vor den Nachstellungen der eigenen Verwandschaft sicher. Ein Komodowaran hat eine Lebenserwartung von deutlich über 50 Jahren.

Anhang

Siehe auch

  • Die Familie der Warane (Varanidae)

Literatur und Quellen

Links

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