Konusspinne

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Konusspinne

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Familie: Echte Radnetzspinnen (Araneidae)
Gattung: Kreisspinnen (Cyclosa)
Art: Konusspinne
Wissenschaftlicher Name
Cyclosa conica
(Pallas, 1772)

Die Konusspinne (Cyclosa conica), auch unter dem Synonym Aranea conica bekannt, zählt innerhalb der Familie der Echten Radnetzspinnen (Araneidae) zur Gattung der Kreisspinnen (Cyclosa). Der Gattungsname nimmt Bezug auf die ziemlich regelmäßig kreisförmigen Netze.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Konusspinne erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 4 bis 4,5 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 6 bis 7 Millimeter. Der Hinterkörper ist in einen stumpfen, schräg nach hinten oben aufragender Höcker verlängert. Diese auffällige Bildung steht in Zusammenhang mit dem zum Teil verblüffenden Tarnverhalten der Konusspinne. Die Länge des Hinterkörpers unterliegt individuellen Schwankungen, meist erscheint er in Seitenansicht als abgestumpfter, recht- oder spitzwinkliger Kegel, oft aber auch als lang ausgezogener Zipfel mit konkaven Seitenlinien. Die Hinterleibsspitze ist immer deutlich über die Spinnwarzen hinaus verlängert. Die Färbung und Zeichnung sind außerordentlich variabel. Der Hinterleib ist manchmal fast einheitlich schwarz gefärbt, meist aber mehr oder weniger ausgedehnt weiß gezeichnet. Die Beine sind meist angezogen, sie sind rötlich-braun oder blaßbraun und dunkel geringelt. Der Rückenschild ist meist hoch gewölbt, schwarz oder dunkelbraun und glänzend und normalerweise von den angezogenen Beinen verdeckt. Die adulten Tiere treten von April bis Juli auf.

Lebensweise

Konusspinne
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Konusspinne

Die Konusspinne baut ihr sehr regelmäßiges, ausgesprochen feinmaschiges Radnetz meist etwa in Kopfhöhe, besonders gern an den unteren, trockenen Zweigen in Fichtenplantagen. Hier sind diese Netze fast immer sehr leicht zu finden. Die Radienzahl ist mit etwa 40 sehr hoch. Der Klebfadenabstand beträgt zwei bis drei Millimeter. Über und unter der Netzmitte findet sich ein Stabiliment in Form eines jeweils etwa zwei Zentimeter langen, flächigen Seidenbandes. Bei Netzen, die schon länger in Gebrauch sind, ist es in der Regel mit Pflanzenteilen, Beuteresten u. ä. bedeckt. Die Konusspinne sitzt mit angezogenen Beinen kopfunter stets in der Netzmitte, zwischen den beiden Teilen des Stabiliments. Wird sie gestört, etwa durch Antupfen mit dem Finger, läßt sie sich fallen oder versetzt ihren Körper und damit auch das Netz in schnelle, zitternde Bewegungen und ist inmitten des weißen, nur noch verschwommen erkennbaren Stabiliments nicht mehr genau zu lokalisieren. Ebenso ist sie im mit Beuteresten behängten Gespinst oft kaum zu finden. Die Eiablage erfolgt im Hochsommer an einem Zweig in der Nähe des Netzes. Der Eikokon ist von goldgelb schimmernden Fadenschlingen umgeben.

Unter den natürlichen Feinden der Konusspinne zählen vor allem die Schlupfwespen (Ichneumonidae). Die Konusspinne wird durch einen Stich mit dem Giftstachel gelähmt und anschließend legt die Wespe ein Ei auf das Opisthosoma der Spinne. Die geschlüpfte Wespenlarve paratisiert dann an der lebenden Konusspinne, bis diese allmählich eingeht.

Unterarten

Verbreitung

Die Konusspinne ist bei uns weit verbreitet und fast überall eine der häufigsten Radnetzspinnen (Araneidae). Vorzugsweise lebt die Konusspinne an Nadelbäumen, man findet sie vor allem in Fichtenwäldern, wo ihr regelmäßig kreisförmiges Netz an den dürren, unteren Zweigen gut zu erkennen ist. Ebenso hält sich die Konusspinne an sonnigen Waldwegen und auf Trockenrasen auf.

Ernährung

Die Konusspinne ernährt sich von Insekten (Insecta). In der Regel sind dies Geflügelte Insekten (Pterygota), die sie mit ihrem Netz erbeutet. Dies können Fliegen (Brachycera) und Mücken (Nematocera), Langfühlerschrecken (Ensifera), Kurzfühlerschrecken (Caelifera) sowie verschiedenste Hautflügler (Hymenoptera) sein. Aber auch kleinere Beutetiere wie Blattläuse (Aphidoidea) werden keineswegs verschmäht. Hat sich ein Beutetier im Netz verfangen, so spinnt sie das Opfer mit ihrer Seide ein. Ausgelöst wird dieser Reflex durch die Erschütterung, die von einem Beutetier ausgeht.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht die Konusspinne mit der Imaginalhäutung (Reifehäutung) und die Paarungszeit liegt in den Monaten zwischen April und Juli. Vor allem Anfang Mai hält sich das Männchen neben dem Weibchen in dem Gespinst auf. Das Männchen webt einen Paarungsfaden, um auf diesem sein Sperma zu lagern. Auf diesem Paarungsfaden findet auch die Paarung statt. Das Sperma nimmt das Männchen dann mit den Bulben auf, um es später dem Weibchen zu überreichen. Die Bulben liegen an den Pedipalpen. Im Zuge der folgenden Kopulation, die nur wenige Sekunden dauert, führt das Männchen seine Bulben in die Epigyne (äußeres weibliches Geschlechtsorgan) des Weibchens ein und injiziert das Sperma. Wenige Wochen nach einer erfolgreichen Paarung legt das Weibchen in mehrere goldgelbe Eikokons ihre Eier ab. Ein Kokon wird mit einigen Dutzend Eiern gefüllt. Die goldgelben Eikokons werden an einer nicht einsehbaren Stelle neben dem Netz abgelegt und an Zweigen befestigt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann, Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Und Süßwasserkrebse, Asseln, Tausendfüßer, Kosmos, 2006 ISBN 3440107469
  • Hans-Eckhard Gruner, Hans-Joachim Hannemann und Gerhard Hartwich, Urania Tierreich, 7 Bde., Wirbellose Tiere, Urania, Freiburg, 1994 ISBN 3332005022
  • Dick Jones, Der Kosmos-Spinnenführer, Frankh, 1990 ISBN 3440061418
  • Heiko Bellmann, Spinnen. Beobachten - Bestimmen, Naturbuch-Verlag, 1992 Weltbild Verlag GmbH, Augsburg ISBN 3-89440-064-1
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