Kornnatter

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Kornnatter

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Nattern (Colubridae)
Unterfamilie: Colubrinae
Gattung: Kletternattern (Pantherophis)
Art: Kornnatter
Wissenschaftlicher Name
Pantherophis guttatus
Linnaeus, 1766

Die Kornnatter (Pantherophis guttatus) zählt innerhalb der Familie der Nattern (Colubridae) zu der Gattung der Kletternattern (Pantherophis). Die Nattern bilden die größte Familie innerhalb der Unterordnung der Schlangen (Serpentes). Wie alle Arten der Kletternattern ist auch die Kornnatter nicht giftig. Im Englischen wird sie Corn snake genannt. Erstmals beschrieben wurde sie im Jahre 1766 von dem schwedischen Naturwissenschaftler Carl von Linné.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Den Namen Kornnatter, hat diese Schlange vermutlich bekommen, als die Siedler in Amerika, diese Schlange vermehrt in Kornfeldern und Silos antrafen. Diese Schlange wurde durch das hohe Aufkommen von Mäusen und Ratten angelockt.

Die Kornnatter gehört innerhalb der Familie der Nattern zu den Kletternattern und ist nicht giftig. Sie erreicht eine durchschnittliche Länge von etwa 90 bis 130 cm, maximal wird ein ausgewachsenes Kornnatternweibchen 180 cm lang. Der kleine Kopf ist deutlich vom schlanken Körper abgesetzt. Sie ist nachtaktiv und verfügt über große Augen mit runden Pupillen. Der Grundton der Schuppen ist ein helles rotbraun mit dunkleren rechteckigen Flecken. Aber es gibt auch Farbvariationen von rostbraun, orangerot bis dunkelrot.
Albinotische Kornnatter in angriffsbereiter Körperhaltung
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Albinotische Kornnatter in angriffsbereiter Körperhaltung
Durch gezielte Züchtungen von extremen Farbmutationen gibt es mittlerweile hunderte Farbvarianten.

Interessant ist das Verteidigungsverhalten der Kornnatter. Sie ahmt dabei vielleicht Klapperschlangen (Crotalus) und Zwergklapperschlangen (Sistrurus) nach. Dafür nimmt sie die für viele Schlangen typische S-förmige Halshaltung ein, um immer für einen Biss bereit zu sein, und schlägt blitzschnell im Kreis die Schwanzspitze auf den Boden, am günstigsten in trockenes Falllaub. Dies erzeugt ein Rasseln, was dem der Klapperschlangen ähnelt. Das Rasseln mit der Schwanzspitze kann vor allem bei Jungschlangen, aber auch bei adulten Tieren beobachtet werden. Allgemein sucht die Kornnatter ihr Heil jedoch in der Flucht.

Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich im Südosten der USA von Florida bis Maine. Felsige Abhänge, Nadelwälder sowie verwilderte Agrarflächen gehören dabei zu den bevorzugten Lebensräumen. Aufgrund von leicht gebogenen Bauchschildern ist die Schlange ein guter Kletterer.

Ernährung

Auf dem Speiseplan der Kornnatter stehen kleine Säugetiere (Mammalia) wie Langschwanzmäuse (Muridae) und Hamster (Cricetinae), sowie Vögel (Aves), Frösche (Anura) und auch kleinere Echsen (Lacertilia), letztere jedoch nur sehr selten. Die frisch geschlüpften Schlangen ernähren sich in den ersten Tagen von dem Dottersack. Kornnattern sind kräftige Würgeschlangen, Beutetiere werden also mit einem schnellen Biss gepackt, umwickelt und erdrosselt, anschließend im Ganzen heruntergeschlungen.

Fortpflanzung

Die Paarung wird nach der Winterruhe im Frühjahr vollzogen. Die Tragzeit beträgt ca. 40-60 Tage wobei nach dem Ende dieser Zeit 25-30 Eier gelegt werden. Nach 40-60 Tagen schlüpfen die Jungen, die eine Länge von 20-24 cm erreichen. Der Schlupf einer Schlange kann sich über ein bis drei Tage hinziehen. Das aufgebrochene Ei dient ihnen in dieser Zeit als Schutz und als Feuchtigkeitsspender. Der Dottersack dient ihnen in den ersten Tagen als Nahrung. Mit Verlassen der Eischale ist der Nabel bereits komplett verschlossen. Kornnattern können in Gefangenschaft ein Alter von 25 bis 30 Jahren erreichen. Die Lebenserwartung in Freiheit liegt deutlich darunter.

Gallerie

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Roland Bauchot: Schlangen, Weltbild Verlag, 1999, ISBN 3-8289-1501-9
  • Dieter Schmidt: Nattern faszinierend & exotisch, Gräfe & Unzer, Auflage 1 (Februar 2005), ISBN 3774269475
  • Kriton Kunz: Die Kornnatter. Pantherophis guttatus. Natur und Tier-Verlag; Auflage: 1 (Juni 2004) ISBN 3937285083

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