Krähenscharbe

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Krähenscharbe

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Ruderfüßer (Pelecaniformes)
Familie: Kormorane (Phalacrocoracidae)
Gattung: Kormorane (Phalacrocorax)
Art: Krähenscharbe
Wissenschaftlicher Name
Phalacrocorax aristotelis
Linnaeus, 1761

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Krähenscharbe (Phalacrocorax aristotelis) zählt innerhalb der Familie der Kormorane (Phalacrocoracidae) zur Gattung der Kormorane (Phalacrocorax).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Krähenscharbe ist ein mittelgroßer Kormoran und erreicht eine Körpergröße von 70 bis 76 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 120 bis 140 Zentimeter sowie ein Gewicht von 1500 bis 2000 Gramm. Das Gefieder ist überwiegend schwarzbraun gefärbt und weist einen leicht grünlichen Schimmer auf. Der Hals und der Kopf sind in der Regel dunkler gefärbt als das restliche Gefieder. Auf dem Vorderkopf zeigt sich andeutungsweise eine Federholle, die während der Brutzeit deutlich stärker ausgeprägt ist. Der Schnabel weist eine schwärzliche Färbung auf, die Wachshaut ist gelb gefärbt. Der Schwanz ist mittellang und ragt deutlich über die Flügel hinaus. Die Extremitäten weisen eine dunkle, fast schwarze Färbung auf. Die Zehen und die Schwimmhäute zeigen stellenweise eine gelbliche Färbung.

Die Krähenscharbe ist eine gute Fliegerin und eine noch bessere Taucherin. Dabei können leicht Tiefen von fünf bis zehn Metern erreicht werden. Tauchzeiten von 30 bis 40 Sekunden sind die Regel, in seltenen Fällen kann die Krähenscharbe auch bis zu einer Minute unter Wasser verweilen. Unter Wasser dienen die Flügel und die mit Schwimmhäuten ausgestatteten Füße als Antriebsorgane. Krähenscharben gehen zumeist in größeren Gruppen auf die Jagd, dies erhöht für alle den Jagderfolg. Beim Schwimmen befindet sich der Körper knapp unter der Wasseroberfläche. Da die Federn nicht wasserdicht sind, erzeugen sie beim Schwimmen keinen Auftrieb. Die Krähenscharbe verfügt über keine Bürzeldrüse, mit der andere Wasservögel ihr Gefieder einfetten und mehr oder weniger wasserdicht machen. Nach einem Tauchgang kann man Krähenscharben an Land mit ausgebreiteten Flügeln beobachten. Meist wedeln sie dabei mit ihren Flügeln, um den Trocknungsprozess zu beschleunigen.

Unterarten

Verbreitung

Die Krähenscharbe ist an den Küsten in weiten Teilen Europas und Nordafrikas verbreitet. Das Binnenland wird nicht besiedelt. Krähenscharben leben bevorzugt an felsigen Küstenabschnitten, wo auch ihre Brutgebiete liegen. Die europäischen Atlantikküsten sowie das Mittelmeer gehören zu den natürlichen Lebensräumen.

Ernährung

Die Krähenscharbe ernährt sich überwiegend von Fischen, seltener auch von anderen Meerestieren. Dabei taucht sie wie alle Kormorane nach ihrer Beute und bewegt sich unter Wasser mit paddelnden Bewegungen ihrer Füße fort und setzt ihre Flügel ein. Die Tiere sind ausgezeichnete Taucher. Pro Tag brauchen diese großen Vögel etwa 400 bis 500 Gramm an Nahrung. Hauptnahrung sind Fische in Längen von 15 bis 20 Zentimeter Länge.

Fortpflanzung

Die Krähenscharbe erreicht die Geschlechtsreife mit rund drei Jahren. Die Brutzeit beginnt je nach Verbreitungsgebiet im März oder April und zieht sich meist bis in den Juni hinein. Krähenscharben sind Kolonienbrüter, die ihre Nester in Felsspalten, kleinen Felshöhlen oder ähnlichem errichten. Das Nest besteht aus sperrigen Ästen und Reisig. Ausgepolstert wird es mit Wasserpflanzen und anderen weichen, pflanzlichen Teilen. Kot dient in der Regel als Bindemittel. Das Weibchen legt zwischen zwei und sechs Eier. Die Brutzeit erstreckt sich über 28 bis 29 Tagen. Das Brutgeschäft teilen die Altvögel. Die geschlüpften Küken sind anfangs unbefiedert und werden hauptsächlich vom Weibchen in den ersten Tagen gehudert. Das erste Gefieder wächst den Jungtieren allerdings sehr schnell. Beide Elternteile kümmern sich um die Versorgung mit Nahrung. Die Flugfähigkeit wird meist mit 53 bis 55 Tagen erreicht. Die Lebenserwartung liegt unter günstigen Umständen bei 12 bis 16 Jahren.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Pierandrea Brichetti: Vögel. In Garten, Park und freier Natur. Neuer Kaiser Verlag , 2002.ISBN 370431322X

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