Kraushaar-Vogelspinne

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Kraushaar-Vogelspinne

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Gattung: Brachypelma
Art: Kraushaar-Vogelspinne
Wissenschaftlicher Name
Brachypelma albopilosum
(Valerio, 1980)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:001850]

Die Kraushaar-Vogelspinne (Brachypelma albopilosum) zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Brachypelma. Im Englischen wird die Kraushaar-Vogelspinne Honduras Curly Hair Tarantula genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Kraushaar-Vogelspinne erreicht als Weibchen eine Körperlänge von etwa 7 bis 8 Zentimeter und als Männchen eine Körperlänge von etwa 6 bis 7 Zentimeter. Beide Geschlechter sind ähnlich gefärbt und weisen eine dunkelbraune Färbung auf. Auf dem Carapax zeigt sich ein leichter goldener Schimmer. Die Beine, die Taster und das Opisthosoma sind mit hellbraunen gekräuselten langen Härchen bedeckt. Aufgrund dessen erhielt diese Art die Trivialbezeichnung Kraushaar-Vogelspinne. Die Jungspinnen unterscheiden sich in der Färbung und im Verhalten kaum von den adulten Spinnen. Des Weiteren besitzt die Kraushaar-Vogelspinne auf dem Opisthosoma Brennhaare, die sie bei Gefahr abstreift und dem Angreifer entgegenschleudert. Die Geschlechtsreife erreicht das Männchen nach 2 bis 2,5 Jahren und das Weibchen nach 3,5 Jahren. Die Lebenserwartung eines Weibchens kann etwa 12 bis 15 Jahre betragen, während das Männchen nach der Reifehäutung nur noch mehrere Wochen oder Monate lebt.

Lebensweise

Die Kraushaar-Vogelspinne ist eine bodenbewohnende Spinne, die sich im Regenwald aufhält und ihre Höhle meist nahe der Erdoberfläche anlegt und sich dort zurückzieht oder sie sich in kurzen Röhren unter Steinen und Rindenstücken auf. Sie zählt zu den sogenannten Bombadierspinnen. Bei Gefahr kann sie ihre Brennhaare, die sich auf dem Opisthosoma (Hinterleib) befinden, einsetzen. Die Brennhaare können ein Jucken und Brennen der Haut und der Atemwege verursachen. Allerdings zieht die Spinne es vor zu flüchten, bevor sie ihre Brennhaare abstößt. Sie ist aber eine sehr ruhige und friedliche Vogelspinne und beißt nur selten zu. Kommt es doch zu einem Biss, muss die Wunde sofort desinfiziert werden, da sich auf den Cheliceren häufig Bakterien befinden, die eine Infektion auslösen können. Der Giftbiss selbst ist nicht so gefährlich wie die Infektion durch Bakterien. Die Kraushaar-Vogelspinne ist eine dämmerungsaktive Lauerjägerin, die sich am Tage in der Höhle aufhält und erst gegen Abend aktiv wird.

Kraushaar-Vogelspinne - Weibchen
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Kraushaar-Vogelspinne - Weibchen

Verbreitung

Die Kraushaar-Vogelspinne kommt in folgenden Verbreitungsgebieten vor: Honduras, Panama, Nicaragua, Costa Rica und Guatemala. Sie lebt meist in den Hochlandregionen, wo ein tropisch-warmes Klima herrscht. Tagsüber betragen die Temperaturen etwa 25 bis 27 Grad Celsius und in der Nacht etwa 19 bis 21 Grad Celsius. Die Luftfeuchtigkeit beträgt etwa 70 bis 80 Prozent und die Regenzeit ist in den Monaten von April/Mai bis Dezember.

Ernährung

Die Kraushaar-Vogelspinne ernährt sich von Insekten (Insecta), Mäusen (Mus) und Fröschen (Rana). Des Weiteren stehen auf dem Speiseplan Polychrotidae. Sie sind eine Familie der Leguanartigen (Iguania), die im Süden der USA, in Mittelamerika und Südamerika sowie auf den Inseln der Karibik vorkommen.

Fortpflanzung

Bis zur Geschlechtsreife durchläuft die Kraushaar-Vogelspinne mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das es sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Kokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie etwa 500 Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Im Innern des Kokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Kokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge sind schon beim Schlupf mit einem Zentimeter Spannweite recht stattlich. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Kraushaar-Vogelspinne - Weibchen
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Kraushaar-Vogelspinne - Weibchen


Update 4. November 2008 <1>

  • Brachypelma albopilosum - Valerio, 1980
  • Brachypelma albopilosa - Valerio, 1980a
  • Brachypelma albopilosa - Hancock & Hancock, 1989
  • Brachypelma albopilosum - Schmidt, 1992a
  • Brachypelma albopilosum - Schmidt, 1993d
  • Brachypelma albopilosum - Schmidt, 1997g, 1998h
  • Brachypelma albopilosum - Peters, 2000a
  • Brachypelma albopilosum - Rudloff, 2003
  • Brachypelma albopilosum - Peters, 2003

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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