Kronenlaubfrosch

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Kronenlaubfrosch

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)
Familie: Laubfrösche i.w.S. (Hylidae)
Unterfamilie: Hylinae
Gattung: Anotheca
Art: Kronenlaubfrosch
Wissenschaftlicher Name
Anotheca spinosa
Smith, 1939

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Kronenlaubfrosch (Anotheca spinosa), auch unter den Synonymen Gastrotheca coronata, Hyla spinosa, Nototrema coronatum und Anotheca coronata bekannt, zählt innerhalb der Familie der Laubfrösche i.w.S. (Hylidae) zur Gattung Anotheca. Im Englischen wird der Kronenlaubfrosch spiny-headed tree frog genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Kronenlaubfrosch kann eine Körperlänge von etwa 58,0 bis 80,0 Millimeter erreichen. Die zahlreichen scharfen, spitzen und dornartigen Auswüchse am Hinterkopf und auf der Dorsalfläche verliehen dem Kronenlaubfrosch die englische Bezeichnung spiny-headed tree frog. Der Kronenlaubfrosch weist eine dunkelbraune Färbung mit unregelmäßig kontrastierenden dunklen Flecken auf dem Rücken und an den Beinen auf. Die Bauchseite ist ebenfalls dunkel gefärbt und ist mit helleren Flecken besetzt. Die Kaulquappen haben eine dunkelbraune Farbe mit einem grau-blauen Bauch.

Lebensweise

Der Kronenlaubfrosch lebt überwiegend in den Nebelwäldern von Costa Rica, Honduras, Mexiko und Panama. Der Kronenlaubfrosch ist ein Baumfrosch, der das ganze Jahr über aktiv, jedoch schwer zu beobachten ist, da er eine versteckte Lebensweise führt. Die Männchen rufen in der Paarungszeit aus wassergefüllten Baumhöhlen, um die Weibchen anzulocken. Die Eier werden jedoch außerhalb des Wassers an Pflanzen abgelegt.

Verbreitung

Kronenlaubfrosch
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Kronenlaubfrosch

Der Kronenlaubfrosch findet sich in Costa Rica, Honduras, Mexiko und in Panama. Seine natürlichen Lebensräume sind subtropische oder tropische feuchte waldigen Niederungen sowie subtropische oder tropische feuchte Bergwälder. Der Kronenlaubfrosch ist durch Verlust von Lebensraum bedroht.

Ernährung

Der Kronenlaubfrosch ist überwiegend ein Insektenfresser, der sich von Ameisen, Termiten, Käfern und Fliegen in passender Größe ernährt. Hier und da werden auch Spinnentiere und kleinere Gliederfüßer erbeutet. Er fängt die Beutetiere mit Hilfe seiner klebrigen Zunge. Die Larven und Jungfrösche ernähren sich zudem auch von Plankton und Kleinstlebewesen wie Insektenlarven.

Fortpflanzung

Die Männchen rufen in der Paarungszeit aus wassergefüllten Baumhöhlen, um die Weibchen anzulocken. Nach erfolgreicher Paarung werden die Eier in der Baumhöhle, jedoch außerhalb des Wassers, an Pflanzen abgelegt. Das Weibchen kehrt immer wieder zu dieser Baumhöhle zurück, um unbefruchtete Eier, sogenannte Nähreier, abzulegen. Diese Nähreier dienen den geschlüpften Kaulquappen als Nahrung. Auch befruchtete Eier werden gelegentlich abgelegt und die geschlüpften Kaulquappen werden von den größeren bzw. von den älteren Kaulquappen dann verzehrt. Die Kaulquappen sind in der Lage atmosphärische Luft zu atmen und leiden somit nicht unter Sauerstoffmangel, der gelegentlich durch den geringen Wasservorrat in der Baumhöhle herrscht. Gegen Ende der larvalen Entwicklung erfolgt die Ausbildung der Extremitäten. Während der Anfangsphase lebt der Jungfrosch noch von seinen Reserven. Erst danach geht der Jungfrosch aktiv auf die Jagd und verläßt die Baumhöhle. Dabei stellt er seine Ernährungsgewohnheiten vollständig um. Die Jungfrösche können eine Körperlänge von etwa 26,0 bis 28,0 Millimeter erreichen und weisen eine dunkelbraune Farbe mit einem grau-blauen Bauch auf.

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Kronenlaubfrosch

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Kronenlaubfrosch heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Er ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Kronenlaubfrosch selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird er als least concern (nicht gefährdet) geführt. Die größte Bedrohung geht wahrscheinlich von der Abholzung der Wälder für die landwirtschaftliche Entwicklung sowie durch illegale Bepflanzungen, menschliche Besiedlungen und Verschmutzung infolge des Besprühens von illegalen Kulturen mit Pestiziden aus.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3

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