Kuns-Spitzmausbeutelratte

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Kuns-Spitzmausbeutelratte
Foto folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Theria
Teilklasse: Beutelsäuger (Metatheria)
Ordnung: Beutelrattenartige (Didelphimorphia)
Familie: Beutelratten (Didelphidae)
Unterfamilie: Didelphinae
Gattung: Spitzmausbeutelratten (Monodelphis)
Art: Kuns-Spitzmausbeutelratte
Wissenschaftlicher Name
Monodelphis kunsi
Pine, 1975

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Kuns-Spitzmausbeutelratte (Monodelphis kunsi) zählt innerhalb der Familie der Beutelratten (Didelphidae) zur Gattung der Spitzmausbeutelratten (Monodelphis). Im Englischen wird die Art Pygmy Short-tailed Opossum genannt. Der Artname wurde zu Ehren von Dr. Merle L. Kuns vergeben, der die Art entdeckt hatte. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt (Anderson, 1982; Smith, 2008; IUCN, 2014).

Inhaltsverzeichnis

Unterschiede zu anderen Arten

Die Kuns-Spitzmausbeutelratte ähnelt im Habitus zahlreichen anderen kleinen Beutelratten (Didelphidae). Zu den ähnlichen Arten zählen Fettschwanzbeutelratten (Thylamys) wie Thylamys velutinus, Thylamys macrurus und Thylamys venustus sowie die Zwerg-Spitzmausbeutelratte (Monodelphis sorex) und die Haus-Spitzmausbeutelratte (Monodelphis domestica). Alle Arten sind dorsal bräunlich gefärbt und weisen ventral eine weißliche bis cremefarbene Färbung auf. Die Zwerg-Spitzmausbeutelratte ist deutlich größer und hat insbesondere im Bereich des Kopfes eine leicht rötlichbraune Färbung. Die Haus-Spitzmausbeutelratte hat kleinere Ohren und ist mehr gräulich gefärbt. In der Schädelmorphologie unterscheidet sich die Kuns-Spitzmausbeutelratte von den genannten Arten durch den fehlenden sagitalen Scheitelkamm (Anderson, 1982; Smith, 2008).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Kuns-Spitzmausbeutelratte ist spitzmausartig, klein und kompakt gebaut. Sie erreicht eine Gesamtlänge von 103 bis 147 (118) mm, eine Schwanzlänge von 36 bis 45 (40) mm, eine Hiterfußlänge von 11 bis 14 (12) mm, eine Ohrlänge von 10 bis 14 (11) mm, eine Condylobasallänge von 23,2 mm, eine basale Schädellänge von 21,8 mm, eine Jochbeinbreite von 12 mm sowie ein Gewicht von 7,5 bis 30,0 (11,9) g. Das Fell ist kurz und dorsal gleichmäßig braun gefärbt. Das Fell besteht aus 5% Schutzhaaren, die schwarz gefärbt sind. Ventral sind keine Schutzhaare vorhanden. Ventral zeigt sich eine cremefarbene Färbung, die einen leichten orangebraunen Schimmer haben kann. Das Fell hat dorsal eine durchschnittliche Länge von 3 mm, ventral lediglich 2 mm. Der Schwanz ist mit rund 50% der Körperlänge eher kurz. Die Ohren sind kurz und abgerundet, die Gliedmaßen kurz und kräftig gebaut. Das Gebiss besteht aus 50 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i5/4, c1/1, p3/3, m4/4 (Anderson, 1982; Smith, 2008).

Die Art lebt wahrscheinlich ausschließlich auf dem Boden. Dies haben Fänge mit Bodenfallen ergeben. Über die Lebensweise ist nichts bekannt (Smith, 2008).

Verbreitung

Kuns-Spitzmausbeutelratten sind in Südamerika im nördlichen Argentinien, Bolivien, Brazilien und Paraguay verbreitet. Die genaue Verbreitung ist weitestgehend unbekannt, da bislang ur wenige Tiere gefangen wurden. Die Typlokalität liegt in Bolivien am Westufer des Rio Itonamas in der Provinz Iténez. Die Tiere besiedeln eine Vielzahl an Habitaten wie beispielsweise in Paraguay und Brasilien Savannen (Cerrados) und in Bolivien tropische Tieflandwälder und Trockenwälder (Anderson, 1982; Smith, 2008).

Ernährung

Die Morphologie des Gebisses lässt den Schluß zu, dass es sich bei der Kuns-Spitzmausbeutelratte um einen Insektenfresser handelt. Über die nähere Ernährungsweise und die Beutetiere ist nichts bekannt (Smith, 2008).

Fortpflanzung

Über das Fortpflanzungsverhalten ist so gut wie nichts bekannt. 2 Adulte Männchen, die eingefangen wurden, wiesen nahe Brasiliens im März und im August vergrößerte Hoden auf. Die Länge der vergrößerten Hoden betrug in diesen beiden Fällen 6 mm (Smith, 2008).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Die Kuns-Spitzmausbeutelratte zählt heute noch nicht zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher in der Kategorie LC, Least Concern, geführt. Größere Gefahren sind nicht bekannt, jedoch kann sich die anhaltende Zerstörung und Fragmentierung der natürlichen Lebensräume langfristig negativ auf die Populationen auswirken. Die Art ist zwar weit verbreitet, jedoch ist die Siedlungsdichte sehr gering (IUCN, 2014).

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge