Kurzschwanzwaran

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Kurzschwanzwaran

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Eigentliche Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Autarchoglossa
Überfamilie: Waranartige (Platynota)
Familie: Warane (Varanidae)
Gattung: Varanus
Art: Kurzschwanzwaran
Wissenschaftlicher Name
Varanus brevicauda
Boulenger, 1898

Der Kurzschwanzwaran (Varanus brevicauda), der auch Zwergwaran genannt wird, zählt innerhalb der Familie der Warane (Varanidae) zur Gattung Varanus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Kurzschwanzwaran ist die kleinste Art innerhalb der Gattung Varanus. Er erreicht eine Gesamtlänge von 20 bis 23 Zentimeter. Die Schwanzlänge beträgt weniger als die Körperlänge. Dies ist innerhalb der Warane nicht üblich. Bei allen anderen Arten beträgt die Länge des Schwanzes mehr als die der Körperlänge. Das Schuppenkleid ist überwiegend graubraun, gelblichbraun bis olivbraun gefärbt. Ventral zeigt sich eine helle, meist cremefarbene bis weißliche Färbung. Dorsal können kleinere helle Flecken vorhanden sein. Die kurzen Extremitäten sind kräftig entwickelt und enden jeweils in fünf Zehen, die mit kleinen Krallen versehen sind. Der Schwanz ist an der Wurzel ausgesprochen breit und endet spitz zulaufend. Der Kopf weist eine längliche Form auf und setzt sich nur wenig vom Körper ab. Die Nasenlöcher befinden sich seitlich an der Schnauze. Die Geschlechter weisen keinen Dimorphismus auf. Jungtiere ähneln im wesentlichen den adulten Tieren.

Verhalten

Kurzschwanzwarane leben einzelgängerisch und legen ein territoriales Verhalten an den Tag. Die Geschlechter treffen sich nur kurz zur Paarungszeit. Sie sind tagaktiv und halten sich während der Ruhephasen an geschützten Stellen verborgen. Die Sinne, insbesondere der Sehsinn, sind gut entwickelt. Beutetiere werden jedoch hauptsächlich über das Jakobsonsche Organ aufgespürt. Während der Paarungszeit kommt es unter den Männchen zu Kommentkämpfen um das Paarungsrecht mit den Weibchen. Ansonsten kommt es kaum zu Begegnungen der Tiere.

Verbreitung

Kurzschwanzwarane kommen nur im nordwestlichen und westlichen Teil Australiens vor. Hier leben die Tiere in ausgesprochen kargen und wüstenähnlichen Habitaten. Ihre Habitate zeichnen sich durch eine spärliche Vegetation aus, die vor allem durch Süßgräser (Poaceae) der Gattung der Stachelkopfgräser (Triodia) geprägt sind. In diesen Grasbüscheln halten sich Kurzschwanzwarane zumeist auf.

Ernährung

Der Kurzschwanzwaran ist ein reiner Fleischfresser, der hauptsächlich Insekten, diverse Gliederfüße oder auch andere kleine Reptilien frisst. Insekten bilden in jedem Fall die Hauptnahrung. Über die gespaltene Zunge, mit der unabläßlich gezüngelt wird, kann ein Beutetier aufgespürt werden. Die chemischen Reize werden über die Zunge an das Jakobsonsche Organ weitergeleitet und geben der Echse Aufschluss über die Position eines Beutetieres.

Fortpflanzung

Kurzschwanzwarane gehören zu den eierlegenden Reptilien und erreichen die Geschlechtsreife mit etwa einem Jahr. Die Paarungszeit erstreckt sich über das Frühjahr. Dies entspricht in Australien den Zeitraum von August bis November. Zwischen den Männchen kommt es während dieser Zeit zu heftigen Kommentkämpfen. Nach erfolgreicher Paarung legt das Weibchen in eine selbstgegrabene Grube meist zwei bis vier, selten auch bis fünf Eier. Nach der Eiablage verschließt das Weibchen die Grube sorgsam. Während einer Saison kann es zu zwei bis drei Gelegen kommen. Üblich sind jedoch lediglich zwei Gelege. Je nach Umgebungstemperatur schlüpfen die Jungtiere nach 80 bis 100 Tagen. Sie weisen eine Körperlänge von etwa vier Zentimeter auf. Eine Brutpflege wird nicht betrieben. Die Lebenserwartung ist nicht bekannt.

Anhang

Siehe auch

  • Die Familie der Warane (Varanidae)

Literatur und Quellen

  • Kurt Deckert, Gisela Deckert, Günther E. Freytag: Urania Tierreich, 7 Bde., Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania, Freiburg (1991) ISBN 3332003763
  • Manfred Rogner: Echsen, Bd.2, Warane, Skinke und andere Echsen sowie Brückenechsen und Krokodile. Ulmer (Eugen) (1994). ISBN 3800172534
  • Daniel Bennett: Warane der Welt. Chimaira (1996) ISBN 3930612054
  • Bernd Eidenmüller: Warane. Lebensweise - Pflege - Zucht. Herpeton, Auflage 2 (2003) ISBN 3936180032
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