Längsgestreifte Dickkieferspinne

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Längsgestreifte Dickkieferspinne

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Teilordnung: Entelegynae
Überfamilie: Radnetzspinnen (Araneoidea)
Familie: Dickkieferspinnen (Tetragnathidae)
Gattung: Pachygnatha
Art: Längsgestreifte Dickkieferspinne
Wissenschaftlicher Name
Pachygnatha clercki
Sundevall, 1823

Die Längsgestreifte Dickkieferspinne (Pachygnatha clercki) zählt innerhalb der Familie der Dickkieferspinnen (Tetragnathidae) zur Gattung Pachygnatha. Die Längsgestreifte Dickkieferspinne ähnelt der Spinnenart Pachygnatha listeri.

Bei der letztgenannten Art sind allerdings die dunklen Längsstreifen auf dem Vorderkörper weniger ausgesprägt. Der Mittelstreifen ist meist vorhanden, während die Seitenstreifen meistenteils fehlen oder nur undeutlich zu erkennen sind. Des Weiteren ist die Färbung des Hinterkörpers kontrastreicher als bei der Längsgestreiften Dickkieferspinne.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Längsgestreifte Dickkieferspinne ist die größte der Art der Gattung Pachygnatha. Beide Geschlechter sind in Größe und Färbung ähnlich. Diese Art erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 5 bis 6 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 6 bis 6,5 Millimeter. Der Vorderkörper weist eine hellbraune Färbung sowie einen dunkelbraunen Mittel- und Randstreifen auf, dazwischen zeigen sich feine, grubenförmige Vertiefungen. Die Cheliceren und die Laufbeine sind ebenfalls von einer hellbraunen Tönung. Der kurze Hinterkörper ist gelb bis graubraun und auf der Oberseite ist er mit einem hellen Mittelstreifen versehen, der in der Mitte durch dunkle Flecken geteilt wird. Die übrige Oberseite weist eine dunklere, netzartige Zeichnung auf. Diese ist seitlich, vor allem bei dem Männchen, scharf abgesetzt. Des Weiteren befindet sich bei dem Männchen am Ende des Cheliceren-Grundglieds wie bei den Tetragnatha-Arten ein Fortsatz. Die langen Beine sind graubraun, glänzend und ohne Zeichnung und ohne Bestachelung. Auch bei der Längsgestreiften Dickkieferspinne zeigen sich stark vergrößerte, auseinanderlaufende Kieferklauen. Die vorderen und hinteren Seitenaugen berühren sich entweder ganz oder stehen ganz dicht beieinander. Die reifen Tiere trifft man ganzjährig an.

Lebensweise

Die Längsgestreifte Dickkieferspinne hält sich meist am Boden oder in der niedrigen Vegetation auf und lebt häufig am Ufer von Gewässern. Sie jagt am Boden und in der Vegetation nach Beute und baut als ausgewachsene Spinne kein Netz. Bei den Jungspinnen von unter 2 Millimeter Körperlänge wurde allerdings festgestellt, dass diese durchaus kleine, direkt über dem Erdboden ausgebreitete Radnetze zum Beutefang herstellen. Erst die größeren Jungspinnen betätigen sich als frei umherschweifende Jäger.

Verbreitung

Die Längsgestreifte Dickkieferspinne ist stets in feuchtem Gelände, wie zum Beispiel an Gewässerufern, in Bruchwäldern und auf Feuchtwiesen zwischen oder unter Wiesen-Fuchsschwanz (Alopecurus pratensis) und Kriechendem Hahnenfuß (Ranunculus repens) anzutreffen. Die Längsgestreifte Dickkieferspinne reagiert deutlich auf Unterschiede in der Bodenfeuchte und unterstützt die vegetationskundlich beschriebene Ausbildung der Glatthaferwiesen mit Wiesen-Fuchsschwanz (Alopecurus pratensis). In Mitteleuropa ist diese Art überall häufig zu finden. Sie ist die häufigste Art der Gattung Pachygnatha.

Ernährung

Die Längsgestreifte Dickkieferspinne ernährt sich überwiegend von kleinen, weichhäutigen Insekten (Insecta). Zu ihrer Hauptnahrung zählen unter anderem Springschwänze (Collembola), Blattläuse (Aphidoidea) sowie Zweiflügler (Diptera).

Fortpflanzung

Bei der Paarung gibt es einige Parallelen zu den Verhältnissen bei der Gattung Tetragnatha. Auch hier greift das Männchen vor der Paarung das Weibchen an den Cheliceren und klemmt seine Chelicerenklauen zwischen den eigenen Giftklauen und dem Fortsatz an der Spitze des Grundglieds ein. Dabei stehen die Tiere einander gegenüber. Es findet nur einmal ein Tasterwechsel statt. Dennoch dauert die Paarung etwa zwei Stunden. Die Eier werden anschließend in einem flachen, weißen Kokon unter Baumrinde oder am Erdboden abgelegt. Im Gegensatz zum Tetragnatha-Kokon fehlt ihm die flockige, äußere Gespinstauflage.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann, Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Und Süßwasserkrebse, Asseln, Tausendfüßer, Kosmos, 2006 ISBN 3440107469
  • Hans-Eckhard Gruner, Hans-Joachim Hannemann und Gerhard Hartwich, Urania Tierreich, 7 Bde., Wirbellose Tiere, Urania, Freiburg, 1994 ISBN 3332005022
  • Dick Jones, Der Kosmos-Spinnenführer, Frankh, 1990 ISBN 3440061418
  • Heiko Bellmann, Spinnen. Beobachten - Bestimmen, Naturbuch-Verlag, 1992 Weltbild Verlag GmbH, Augsburg ISBN 3-89440-064-1
  • Stefan Heimer, Wunderbare Welt der Spinnen, Landbuch-Verlag, 1988, Landbuch-Verlag GmbH, Hannover, 1988 ISBN 3-7842-0382-0
  • Rainer F. Foelix, Biologie der Spinnen, Thieme, 1979 ISBN 313575801X
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