Lampropelma violaceopes

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Lampropelma violaceopes

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Ornithoctoninae
Gattung: Lampropelma
Art: Lampropelma violaceopes
Wissenschaftlicher Name
Lampropelma violaceopes
(Abraham, 1924)

Die Art Lampropelma violaceopes zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Lampropelma. Im Englischen wird Lampropelma violaceopes singapore blue genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Diese sehr große baumbewohnende Art erreicht eine Körperlänge von etwa 7,0 bis 8,0 Zentimeter und eine Beinspannweite von bis zu 25,0 Zentimeter. Die Carapax-Länge beträgt etwa 3,0 Zentimeter. Zwischen dem Männchen und dem Weibchen besteht ein deutlicher Dimorphismus. Das Männchen ist olivgrün gefärbt weist eine leichte gelbe Beinstreifung auf. Der Carapax erscheint je nach Lichteinfall bläulich-grau bis gelblich-grün. Das Abdomen ist von einer grau-bläulichen Färbung. Des Weiteren hat das Männchen eine stumpfe Tibiaapophyse und lange schlanke Beine. Vor der Geschlechtsreife weisen beide Geschlechter eine violett-braune Färbung auf. Die subadulten Männchen neigen eher zu einer leichten flockigen gelben Behaarung. Die tiefe Purpurfarbe ist vor allem bei dem geschlechtsreifen Weibchen deutlich erkennbar und mit jeder Häutung wird diese Farbe zunehmend kräftiger. Je nach Lichteinfall irisieren die Beine bläulich-lila. An den vorderen Beinpaaren zeigen sich stark skopulierte Tarsen und Metatarsen.

Lebensweise

Lampropelma violaceopes führt eine versteckte Lebensweise und hält sich die meiste Zeit in ihrer Wohnröhre auf. Sie zählt zu den Altwelttieren und verfügt als Altwelttier über keine abstreifbaren Reizhaare auf dem Opisthosoma. Die Spinne ist leicht reizbar und bissig. Einmal gestört und ohne Rückzugsmöglichkeit (Flucht) nimmt sie wie viele Altwelttiere auch eine typische Verteidigungsstellung ein, indem sie den Vorderkörper und die vorderen Extremitäten, auf Hinterleib und Hinterbeine gestützt, anhebt und dem Angreifer die geöffneten Cheliceren zeigt. Durch kräftiges Schlagen mit den Vorderbeinen bzw. mit den Tastern verschafft sich Lampropelma violaceopes noch zusätzlich Respekt.

Verbreitung

Lampropelma violaceopes
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Lampropelma violaceopes

Lampropelma violaceopes ist in Singapur, auf den Riau Inseln in Indonesien und in den südlichen Teilen der Halbinsel Malaysia verbreitet. Sie lebt in primären Tiefland-Monsumwäldern, wo sie sich in hohlen Bäumen in einer Höhe von etwa 4,0 Metern aufhält. Der Eingang der Wohnröhre ist mit Moosen und Flechten mit dem Gewebe eingewebt. Erwachsene Weibchen halten sich fast ausschließlich in großen alten Bäumen in ihrer Wohnröhre auf. Jüngere Tiere findet man ehere hinter loser Rinde, in Felsspalten und in künstlichen Strukturen wie Brücken und Holzstege.

Ernährung

Lampropelma violaceopes ernährt sich in ihrem natürlichen Lebensraum von Insekten (Insecta) sowie von kleinen Vögeln und von anderen kleinen Tieren. In Gefangenschaft kann die Ernährung vielfältig sein und besteht meist aus Grillen (Gryllidae), Heuschrecken wie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) und aus Larven vom Mehlkäfer (Tenebrio molitor).

Fortpflanzung

Bis zur Geschlechtsreife durchläuft Lampropelma violaceopes mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das das Männchen sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Kokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie in der Regel 100 bis 150 Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Im Innern des Kokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Kokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge sind schon beim Schlupf mit einem Zentimeter Spannweite recht stattlich. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 10. Juni 2011 <1>

  • Lampropelma violaceopedes - (Abraham, 1924)
  • Lampropelma violaceopedes - Smith, 1990a

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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