Langflügel-Sturmvogel

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Langflügel-Sturmvogel

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Röhrennasen (Procellariiformes)
Familie: Sturmvögel (Procellariidae)
Gattung: Hakensturmtaucher (Pterodroma)
Art: Langflügel-Sturmvogel
Wissenschaftlicher Name
Pterodroma macroptera
(Smith, 1840)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Langflügel-Sturmvogel (Pterodroma macroptera) zählt innerhalb der Familie der Sturmvögel (Procellariidae) zur Gattung der Hakensturmtaucher (Pterodroma). Im Englischen wird der Langflügel-Sturmvogel great-winged petrel oder grey-faced petrel genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Langflügel-Sturmvogel erreicht eine Körperlänge von etwa 38,0 bis 41,0 Zentimeter und eine Spannweite von etwa 110,0 Zentimeter. Die Geschlechter sind gleichermaßen. Das Obergefieder ist tief rußig braun bis schwärzlich gefärbt. Die Stirn, die Zügel, das Kinn und die Kehle weisen eine hellgraue Färbung auf. Die größeren Flügeldecken sind von einer aschbraunen Tönung und bilden einen dunklen Flügelfleck. Die Iris der Augen weist eine dunkelbraune Färbung auf. Der dicke Schnabel und die Füße sind schwarz geschönt. Die Flügel und der Schwanz sind ziemlich lang ausgeprägt. Des Weiteren ist der Schwanz leicht keilförmig. Der Flug ist stark und sehr schnell. Oft sieht man den Langflügel-Sturmvogel breite Bögen fliegen.

Lebensweise

Der Langflügel-Sturmvogel führt im Grunde genommen eine einzelgängerische Lebensweise, nur zur Paarungszeit ist er gesellig und gelegentlich schließt er sich auf der Nahrungssuche anderen Seevögeln oder kleineren Gruppen an. Im Winter brütet der Langflügel-Sturmvogel auf Tristan da Cunha Island und auf Gough Island im Südatlantik sowie auf mehreren Inseln im südlichen Indischen Ozean und auf Inseln im südwestlichen Pazifik. Ferner befinden sich noch Brutplätze auf den Landzungen rund um die Nordinsel von Neuseeland.

Unterarten

Langflügel-Sturmvogel im Flug
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Langflügel-Sturmvogel im Flug
  • Pterodroma macroptera macroptera - Smith, 1840 - Afrika. Ozeanien. Australasien. Australien. Antarktis-Inseln: Tristan da Cunha Islands, Tristan da Cunha, unzugängliche Inseln, Nightingale, Gough Isl., Prince Edward Islands, Marion Island, Französische Gebiete im südlichen Indischen Ozean: Crozet Island, Amsterdam Island, Kerguelen Island.
  • Pterodroma macroptera gouldi - Hutton, 1869 - Ozeanien. Australasien. Australien (selten/gelegentlich), Lord Howe Island (selten/gelegentlich), Neuseeland (endemische Brutkolonie), New Zealand (Festland) (endemische Brutkolonie), Südinsel, North Island (endemische Brutkolonie), Antarktis-Inseln.

Verbreitung

Laut der Roten Liste der IUCN kommt der Langflügel-Sturmvogel in folgenden Verbreitungsgebieten vor: Australien, Französisch Südliche Territorien, Mosambik, Namibia, Neuseeland, St. Helena, Südafrika, Südgeorgien und die Südliche Sandwichinseln. Als Durchzügler trifft man den Langflügel-Sturmvogel in folgenden Gebieten an: Antarktis, Argentinien, Brasilien, Chile, Falkland Inseln (Malvinas) und Vereinigte Staaten. Der Langflügel-Sturnvogel besiedelt folgende Lebensräume: Neritische pelagische Gebiete, supratidale Klippen und felsige Inseln sowie supratidale Küstenstreifen nahe der Süßwasserseen.

Ernährung

Langflügel-Sturmvögel ernähren sich vorzugsweise von Fischen (Osteichthyes) in passender Größe. Es werden insbesondere Tiefsee-Beilfische (Sternoptychidae) und Laternenfische (Myctophidae) bevorzugt gefressen. Zu einem kleinen Teil stehen aber auch Weichtiere (Mollusca) wie Kalmare (Teuthida) auf der Speisekarte. Die Nahrungssuche und -aufnahme erfolgen vorzugsweise in der Nacht, entweder einzelgängerisch oder in kleinen Gruppen. Nicht selten schließen sich Langflügel-Sturmvögel auf der Nahrungssuche anderen Seevögeln an. Ist ein Beutetier gesichtet, so stürzt sich der Langflügel-Sturmvogel ins Wasser und taucht im Folgenden nach der Beute. Nicht selten werden Beutetiere unmittelbar an der Wasseroberfläche gejagt.

Fortpflanzung

Langflügel-Sturmvogel - Nestling
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Langflügel-Sturmvogel - Nestling

Langflügel-Sturmvögel leben in einer monogamen Einehe, die nicht selten über mehrere Jahre hält. Außerhalb der Paarungszeit gehen die Geschlechter jedoch getrennte Wege. Die Paarungszeit beginnt in den meisten Brutgebieten im August. Als Brutareal dienen sandige Küsten, wo sie meist an Steilhängen Röhren in den weichen Sand graben. Die Röhren können eine Länge von zwei bis drei Metern aufweisen. Eine Röhre endet in einer geräumigen Brutkammer. Am Nestbau sind beide Geschlechter beteiligt. Langflügel-Sturmvögel sind Kolonienbrüter. Die Nester befinden sich dicht an dicht in den Kolonien. Geht ein Gelege verloren, so kommt es zu keinem Nachgelege. Das Weibchen legt ein einziges Ei, das über einen Zeitraum von gut 50 Tagen von beiden Elternteilen gewärmt wird. Auch um die Versorgung des Nachwuchses mit Nahrung kümmern sich beide Elternteile. Verfüttert wird hochgewürgte und vorverdaute Nahrung. Nach dem Schlupf weist das Küken nur eine spärliche Befiederung auf. Im Alter von 80 bis 85 Tagen erlangt der Jungvogel die Flugfähigkeit.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört der Langflügel-Sturmvogel heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Er ist in weiten Teilen seines Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt der Langflügel-Sturmvogel selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird der Langflügel-Sturmvogel als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Klasse der Vögel (Aves)

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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