Langschnauzen-Korallenwächter

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Langschnauzen-Korallenwächter

Systematik
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Überordnung: Stachelflosser (Acanthopterygii)
Ordnung: Barschartige (Perciformes)
Unterordnung: Büschelbarschartige (Cirrhitoidei)
Familie: Büschelbarsche (Cirrhitoidei)
Gattung: Oxycirrhites
Art: Langschnauzen-Korallenwächter
Wissenschaftlicher Name
Oxycirrhites typus
Bleeker, 1857

Der Langschnauzen-Korallenwächter (Oxycirrhites typus), auch unter dem Synonym Oxycirrhitus typus sowie unter der Bezeichnung Langschnauzen-Büschelbarsch bekannt, zählt innerhalb der Familie der Büschelbarsche (Cirrhitoidei) zur Gattung Oxycirrhites. Im Englischen wird der Langschnauzen-Korallenwächter longnose hawkfish genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Langschnauzen-Korallenwächter erreicht eine Körperlänge von etwa 10,0 bis 13,0 Zentimeter. Der Körper ist länglich, komprimiert und etwa fünfmal so lang wie hoch. Die Schuppen wirken ziemlich groß. Der Kopf ist fast foppelt so lang wie hoch und mit dem Nacken konvex, konkav zwischen Occiput (Hinterkopf) und Schnauze. Wangen und Kiemendeckel-Knochen sind schuppig. Der Kiemenvordeckel ist gezahnt und mit seinem Winkel stumpf abgerundet. Das Operculum (Kiemendeckel) ist mit flachen Stacheln besetzt. Die anterioren Nasenlöcher sind jeweils mit einem geteilten Cirrus (Bartel) versehen. Der Mund ist fast zu einem Rohr verlängert. Die Zähne sind auf jedem Kiefer mehrreihig angeordnet und durch eine Reihe von größeren Zähnen vorangestellt, aber keine Eckzähne. Kiemenhauststrahlen 6-6. Die Rückenflosse ist mit insgesamt zehn Stacheln versehen. Der dritte, vierte und fünfte sind die längsten und der erste und vorletzte Stachel sind die kürzesten. Ferner zeigen sich insgesamt 13 Rückenflossenweichstrahlen. Die Weichstrahlen sind erhöht und gerundet.
Langschnauzen-Korallenwächter
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Langschnauzen-Korallenwächter
Die Afterflosse ist mit drei Stacheln versehen, von denen die zweite länglich ist. Der vordere und hintere weiche Bereich ist mit sieben oder acht Strahlen gerundet. Die Schwanzflosse ist ausgegrenzt und mit spitzen Lappen versehen. Die Brustflossen sind unregelmäßig rautenförmig. Die Schwimmblase fehlt.

Lebensweise

Die meisten Arten aus der Familie der Büschelbarsche (Cirrhitoidei) sind vor allem im Indo-Pazifik, im tropischen West- und Ost-Atlantik verbreitet. Sie halten sich sowohl im flachen Wasser als auch im tiefen Wasser bis zu 100 Metern auf. Der Langschnauzen-Korallenwächter selbst ist im gesamten tropischen Indo-Pazifik, im unteren Drittel im Golf von Kalifornien und nördlich von Kolumbien bis zu den Galapagos-Inseln zu finden. Er hält sich an den steilen Außenriffen mit starken Strömungen in großen Gorgonien, Hornkorallen oder Seefächer und in den Schwarzen Korallen (Antipatharia) auf. Der Langschnauzen-Korallenwächter lebt monogam und ist stark territorial eingestellt.

Verbreitung

Der Langschnauzen-Korallenwächter ist im Indo-Pazifik, vom Roten Meer bis Panama und von Japan bis Hawaii und Neukaledonien verbreitet. Er hält sich in Tiefen von etwa 10 bis 100 Meter auf.

Ernährung

Langschnauzen-Korallenwächter
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Langschnauzen-Korallenwächter

Der Langschnauzen-Korallenwächter ernährt sich von kleinen benthischen und planktonischen Kleinkrebsen sowie von kleinen Fischen und anderen wirbellosen Tieren. Er ist mit scharfen Zähnen und kräftigen Kiefern ausgestattet und kann leicht Muscheln zerdrücken. Seine Zähne sind für das Greifen von kleinen Fischen und Zooplanktion ideal.

Fortpflanzung

Die meisten Büschelbarsche sind Hermaphroditen, d. h. doppeltgeschlechtlich, also Zwitter, die nahe der Oberfläche im Freiwasser laichen. Meist erfolgt auch keine Brutpflege. Das Ablaichen findet in der Nacht statt, indem das Weibchen große Mengen von Eiern ablaicht und das Männchen diese befruchtet. Ob die Art demersale Eier (zu Boden sinkende Eier) legt, ist fraglich. Jedoch wurde pelagisches Laichen dieser Art durch Feldbeobachtungen bestätigt. Der Langschnauzen-Korallenwächter ist der einzige Büschelbarsch, der erfolgreich in Aquarien gezüchtet wird.

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 1. Vierter Band. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3
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