Langschwanzchinchilla

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Langschwanzchinchilla

Systematik
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Stachelschweinverwandte (Hystricognatha)
Teilordnung: Hystricognathi
Überfamilie: Chinchillaartige (Chinchilloidea)
Familie: Chinchillas und Viscachas (Chinchillidae)
Unterfamilie: Chinchillinae
Gattung: Eigentliche Chinchillas (Chinchilla)
Art: Langschwanzchinchilla
Wissenschaftlicher Name
Chinchilla laniger
Molina, 1782

IUCN-Status
Critically Endangered (CR)

Der Langschwanzchinchilla (Chinchilla laniger) zählt innerhalb der Familie der Chinchillas und Viscachas (Chinchillidae) zur Gattung der Eigentlichen Chinchillas (Chinchilla).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Langschwanzchinchilla erreicht eine Körperlänge von bis zu 26 cm. Hinzu kommt noch der Schwanz, der eine Länge von zehn bis vierzehn cm. Das Gewicht liegt je nach Geschlecht zwischen 500 und 700 Gramm. Das dichte und weiche Fell, das eine Länge von 20 bis 25 mm aufweist, ist meist gräulich. Die Bauchseite ist deutlich heller als der Rücken. Die großen aufrechtstehenden Ohren messen eine Länge von sechs cm und sind innen sowie außen behaart. Die langen Schnurrhaare am Maul können eine Länge von zehn cm erreichen. Der Kopf ist recht groß, die Schnauze stumpf. Die Augen sind groß und weisen eine dunkle Färbung auf. Der Schwanz ist lang und buschig. Das Fell des Schwanzes misst teilweise bis zu sieben cm.

Ihre Hinterbeine sind deutlich länger als die Vorderbeine. Diese Tatsache macht sie zu guten Springern und schnellen Läufern. Die Füße verfügen über weiche Sohlenballen. Besonders die Muskulatur an den Hinterbeinen ist ausgesprochen gut entwickelt. Die Füße an den Hinterbeinen weisen vier Zehen auf, an den Vorderfüßen sind es fünf Zehen, die sehr beweglich sind.

Bei Angriffen durch Greifvögel können Chinchillas Teile ihres Fells abwerfen. Das Fell wächst an diesen Stellen wieder nach. Gegen Feinden am Boden suchen sie ihr Heil in der Flucht. Zu den natürlichen Feinden gehören insbesondere Füchse, Marder und Greifvögel. Die überwiegend nachtaktiven Tiere leben in sozialen Familenverbänden, die ein Pärchen und deren Nachwuchs umfassen. Aufgrund des illegalen Pelztierhandels stehen Chinchillas in nahezu allen Verbreitungsgebieten vor der Ausrottung. Die immer weiter vordringende Besiedlung und Urbanisierung ihrer Lebensräume beschleunigt heute diesen Prozess. Das Washingtoner Artenschutzabkommen stellt die Tiere weltweit unter Schutz. Seit 1965 wird der Langschwanzchinchilla auch in der Roten Liste der IUCN als Critically Endangered (vom Aussterben bedroht). Der letzte Status war von 1996 bis 2008 Vulnerable (gefährdet) und seit 2008 ist die Art kritisch gefährdet.

Verbreitung

Die Tiere sind im Hochland der Anden weit verbreitet. Heute sind sie noch in Argentinien und Chile anzutreffen. In Peru und Bolivien wurden sie in der Vergangenheit durch die starke Bejagung ausgerottet. In Chile gelten sie als stark gefährdet. Man kann Langschwanzchinchillas bis in Höhen von 5.000 Metern antreffen. Sie leben in Höhlensystemen oder in höhlenartigen Behausungen unter Steinen oder in Felsspalten.

Nahrung

Langschwanzchinchillas ernähren sich in ihrem kargen Lebensraum von Gräsern und Kräutern, Wurzeln und Knollen, Moosen und Flechten sowie Früchten und Blättern. Flüssigkeit wird hauptsächlich über Morgentau oder stark wasserhaltige Kakteen aufgenommen. Ihr Verdauungssystem ist sehr gut an die schwer verdauliche Nahrung angepasst und enthält ein Maximum an Nährstoffen. Der Darm des Chinchillas misst rund 200 cm.

Fortpflanzung

Langschwanzchinchillas erreichen die Geschlechtsreife mit rund acht Monaten. Die Tiere leben in monogamer Einehe. Unmittelbar nach einem Wurf kann es wieder zu einer Befruchtung kommen. So kommt es nicht selten zu zwei oder drei Würfen in einem Jahr. Der Zyklus der Weibchen umfasst 30 bis 35 Tage. Nach einer Tragezeit von 110 bis 115 Tagen bringt das Weibchen meist zwei bis drei Jungtiere in ihrer Wohnhöhle zur Welt. Zum Säugen verfügt das Weibchen über sechs Zitzen, die in drei Paaren angeordnet sind. Die Jungtiere kommen voll entwickelt zur Welt und weisen ein Gewicht von 40 bis 60 Gramm auf. Sie sind Nestflüchter und können bereits kurz nach der Geburt ihre nähere Umgebung selbständig erkunden. Ausgewachsen sind sie mit 12 bis 18 Monaten. Die Tiere können ein Alter von bis zu 20 Jahren erreichen.

Anhang

Literatur und Quellen

Links

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