Schwarzbauchschuppentier

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Schwarzbauchschuppentier

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Schuppentiere (Pholidota)
Familie: Schuppen- und Tannenzapfentiere (Manidae)
Gattung: Manis
Art: Schwarzbauchschuppentier
Wissenschaftlicher Name
Manis tetradactyla
(Linnaeus, 1766)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Das Schwarzbauchschuppentier (Manis tetradactyla oder Uromanis tetradactyla), das auch Langschwanzschuppentier genannt wird,zählt innerhalb der Familie der Schuppen- und Tannenzapfentiere (Manidae) zur Gattung Manis. Im Englischen wird die Art Black-bellied Pangolin oder Long-tailed Pangolin genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das Schwarzbauchschuppentier erreicht eine Körperlänge von 300 bis 380 mm, eine Schwanzlänge von 600 bis 700 mm sowie ein Gewicht von bis zu 3.000 Gramm. Mit diesen Maßen ist das Schwarzbauchschuppentier die kleinste Art in der Ordnung der Schuppentiere (Pholidota) und im Vergleich zur Körperlänge weist die Art den längsten Schwanz aller Schuppentiere auf. Die Anzahl der Kopf-Rumpf-Schuppen liegt zwischen 23 und 25, die Anzahl der Rumpf-Schuppen-Querreihen beträgt 13. Der Schwanz weist 42 bis 44 Randschuppen auf. Die medianen Schuppenlängsreihen sind am Ende paarig angelegt. Zwischen den einzelnen Schuppen fehlen Borsten, die Oberseite der Unterarme ist jedoch behaart. Aufgrund der aborealen Lebensweise ist die Unterseite der Schwanzspitze nackt, da der Schwanz als Greiforgan dient. Die Beschuppung weist eine braune bis dunkelbraune Färbung auf, die Färbung geht distal in ein Gelblichbraun über. Die Behaarung und auch die Haut sind dunkelbraun bis schwarzbraun gefärbt. Die Augen sind ausgesprochen klein, die Iris weist eine schwarzbraune Färbung auf. Die Beine sind kurz und sehr stämmig. Die Zehen enden jeweils in lange und gebogene Krallen.

Lebensweise

Schwarzbauchschuppentiere sind am Tage aktiv und leben einzelgängerisch. Die Geschlechter treffen im Wesentlichen nur zur Paarungszeit aufeinander. Die Tiere leben fast ausschließlich hoch oben in den Bäumen. Der lange und kräftige Schwanz dient dabei als Greiforgan. Der kletternden Lebensweise dienen auch die mächtigen Krallen an den Zehen. Auf dem Waldboden sind Schwarzbauchschuppentiere nur selten anzutreffen. Den Boden betreten sie allenfalls, um einen Baum zu wechseln. Schwarzbauchschuppentiere gelten als exzellente Schwimmer. Fühlen sich die Tiere bedroht, so geben sie über Drüsen im Analbereich ein übelriechendes Sekret ab. Am Boden rollen sie sich bei Gefahr zu einer Kugel zusammen. Die Sekrete dienen auch der Reviermarkierung. Die Kommunikation untereinander erfolgt ausschließlich über den olfaktorischen Sinn. Der Sehsinn ist hingegen nur schlecht ausgeprägt.

Verbreitung

Das Schwarzbauchschuppentier gehört zu den afrikanischen Vertretern der Schuppentiere. Die Art ist vom westlichen bis zum zentralen Afrika anzutreffen. Nach Angaben der IUCN ist das Schwarzbauchschuppentier in Kamerun, in der Demokratischen Republik Kongo, in der Republik Kongo, der Elfenbeinküste, in Äquatorialguinea, Gabun, Ghana, Liberia, Nigeria und in Sierra Leone anzutreffen. In Angola, Benin, Burundi, in der Zentralafrikanischen Republik, in Ruanda, Togo und Uganda ist die Präsenz ungewiss, jedoch wahrscheinlich. Schwarzbauchschuppentiere leben ausschließlich in tropischen Regenwäldern hoch oben im Geäst der Bäume.

Ernährung

Die Nahrungssuche erfolgt am Tage hoch oben in den Bäumen. Weit oben auf der Speisekarte stehen vor allem Ameisen (Formicoidea) und Termiten (Isoptera). Sie fressen sowohl die Eier als auch juvenile und adulte Beutetiere. Die Nahrung wird mit der langen und klebrigen Zunge aufgenommen.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreichen Schwarzbauchschuppentiere mit gut 2 Jahren. Die Paarungszeit ist in den tropischen Regionen des Verbreitungsgebietes nicht an eine bestimmte Jahreszeit gebunden. Aufgrund der einzelgängerischen Lebensweise treffen die Geschlechter nur zur Paarung aufeinander und trennen sich nach der Kopulation wieder. Die Aufzucht des Nachwuchses obliegt daher ausschließlich den Weibchen. Die Tragezeit erstreckt sich je nach Art über etwa 130 bis 140 Tagen. Die Weibchen bringen lediglich 1 Jungtier zur Welt, der Nachwuchs kommt weit entwickelt zur Welt. Die Augen sind bereits geöffnet und die Beschuppung ist, wenn auch noch sehr weich, vorhanden. Die Jungtiere klammern sich am Schwanz der Mutter fest. Die Säugezeit endet nach gut 3 Monaten. Die Lebenserwartung in Freiheit ist unbekannt.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Das Schwarzbauchschuppentier gehört heute noch nicht zu den bedrohten Schuppentieren. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher als solches (LC, Least Concern) geführt. Die größte Bedrohung geht heute von der Bejagung aus. Die einheimische Bevölkerung hat es insbesondere auf das Fleisch abgesehen.

Synonyme

Nach Wilson & Reeder (2005) sind Schwarzbauchschuppentier unter zahlreichen Synonymen bekannt. Dies sind africana Desmarest, 1822, ceonyx Rafinesque, 1820, guineensis {{Kap, 1872, hessi Noack, 1889, longicaudatus (Brisson, 1756), longicaudatus (Brisson, 1762), macroura Erxleben, 1777 und senegalensis Fitzinger, 1872. Alle genannten Synonyme sind ungültig.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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