Langschwanzziesel

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Langschwanzziesel

Taxonomie
Ordnung: Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung: Hörnchenverwandte (Sciuromorpha)
Teilordnung: Sciurida
Überfamilie: Hörnchenartige (Sciuroidea)
Familie: Hörnchen (Sciuridae)
Unterfamilie: Erd- und Baumhörnchen (Sciurinae)
Tribus: Echte Erdhörnchen (Marmotini)
Untertribus: Ziesel und Präriehunde (Spermophilina)
Gattung: Ziesel (Spermophilus)
Art: Langschwanzziesel
Wissenschaftlicher Name
Spermophilus undulatus
Pallas, 1778

Der Langschwanzziesel (Spermophilus undulatus) zählt innerhalb der Familie der Hörnchen (Sciuridae) zur Gattung der Ziesel (Spermophilus). Neueste Untersuchungen haben ergeben, dass die Gattung der Präriehunde (Cynomys) zusammen mit den Zieseln eine Untertribus darstellen (Spermophilina).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Langschwanzziesel erreicht eine Körperlänge von 18 bis 22 cm, eine Schwanzlänge von 10 bis 15 cm sowie ein Gewicht von 200 bis 400 g. Das Gewicht schwankt je nach Jahreszeit stark. Im Frühjahr, nach der Winterruhe, haben sie viel an Gewicht verloren. Das Sommerfell ist überwiegend rotbraun. Die Vorderbeine zeigen dabei eine deutliche Rotfärbung. Der Backenbereich sowie der Bereich um die Augen und die Schnauze ist weißlich gefärbt. Ventral ist das Fell insgesamt deutlich heller, fast weißlich. Das Winterfell ist graubraun und ist wesentlich dichter und etwas länger. Im Bereich der Schnauze hat der Langschwanzziesel Tast- und Sinneshaare, die der Orientierung und der Kommunikation dienen. Die Beine sind relativ kurz und sehr gut zum Graben geeignet. Die Füße enden in Zehen mit kräftigen Krallen. Der Kopf des Langschwanzziesels weist eine für Hörnchen typische Form auf. Die Backentaschen sind wie bei allen Hörnchen gut ausgebildet und dienen als Nahrungsreservoir. Langschwanzziesel leben in kleinen Harems- oder Familiengruppen, die aus einem Männchen, einem oder mehreren Weibchen sowie deren Nachwuchs bestehen. Die Männchen sind äußerst territorial und verteidigen ihr Revier vehement. In der kalten Jahreszeit halten sie in ihren Bauten eine mehrmonatige Winterruhe. Dazu legen sie vorher Nahrungsvorräte an.

Verbreitung

Der Langschwanzziesel ist insbesondere im südlichen Sibirien, in der Mongolei sowie in der chinesischen Republik Xinjiang weit verbreitet. Sie leben dabei meist in kargen Lebensräumen wie Steppen, die Tundra und gelegentlich auch Halbwüsten. Auch in Höhenlagen von Mittelgebirgen sind sie regelmäßig anzutreffen.

Ernährung

Langschwanzziesel ernähren sich hauptsächlich von Sämereien, Wurzeln, Zwiebelgewächsen und Gräsern. Hier und da fressen sie aber auch Insekten und deren Larven sowie Würmer und ähnliche Tiere. Auf Nahrungssuche gehen sie tagsüber. Im Spätsommer und im Herbst legen sie in ihren Bauten Nahrungsvorräte für den Winter an. Nahrung wird dabei in den Backentaschen transportiert und im Bau gelagert.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife stellt sich beim Langschwanzziesel mit elf bis zwölf Monaten ein. Die Paarungszeit erstreckt sich in den nördlichen Verbreitungsgebieten von März bis Mai. Das Weibchen bringt nach einer Tragezeit von 26 bis 28 Tagen zwischen vier und acht, selten bis zehn Jungtiere im Wohnkessel ihes Baus zur Welt. Die Jungtiere sind noch nackt und blind und weisen ein Gewicht von kaum 10 g auf. Zum Säugen verfügt das Weibchen über zehn Zitzen. In Freiheit liegt die Lebenserwartung der Langschwanzziesel bei sechs bis zehn Jahren. Weibchen werden dabei deutlich älter als Männchen. Hauptgrund sind dafür die häufigen Kämpfe der Männchen bei Revierstreitigkeiten.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
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