Lanzenotter

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Lanzenotter

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Familie: Vipern (Viperidae)
Unterfamilie: Grubenottern (Crotalinae)
Gattung: Amerikanische Lanzenottern (Bothrops)
Art: Lanzenotter
Wissenschaftlicher Name
Bothrops jararacussu
Lacerda, 1884

Die Lanzenotter (Bothrops jararacussu) zählt innerhalb der Familie der Vipern (Viperidae) zur Gattung der Amerikanischen Lanzenottern (Bothrops).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Lanzenotter erreicht eine Länge von 150 bis 200 Zentimeter. Ihr schlanker Körper ist mit einer kräftigen Muskulatur ausgestattet. Männchen bleiben ein wenig kleiner als Weibchen. Die Färbung ist sehr variable und reicht von dunkelgrün bis olivgrün oder dunkelgelb. Je nach Grundfärbung ist eine helle oder dunkle Zickzack-Musterung auf dem Rücken zu erkennen. Die Bauchseite ist deutlich heller, meist von gelblicher Färbung. Der Bauch ist zudem häufig mit einer dunklen Sprenkelung versehen. Der große Kopf setzt sich deutlich vom Körper ab. Oberhalb der Augen sind vergrößerte, hornartige Schuppen erkennbar. Die Oberseite des Kopfes ist meist schwarz gefärbt. Die Kopfseite sind deutlich heller, in der Regel gelblich gefärbt. Die Pupillen der Augen sind bei Lichteinfall senkrecht geschlitzt, was auf ihre Nachaktivität schließen lässt. Mit einem Biss verabreicht sie ein hochwirksames Gift, das hämotoxisch wirkt. Das Gift greift insbesondere das Blut an und es kann durchaus auch für Menschen tödlich sein.

Verbreitung

Die Lanzenotter ist in weiten Teilen Südamerikas verbreitet. Sie ist insbesondere in Argentinien, Brasilien, Bolivien und Paraguay anzutreffen. Die Tiere leben zumeist in lichten Wäldern, Steppen und Savannengebiete sowie auf Geröllfeldern ausgetrockneter Flussläufe. Sie sind nachtaktiv und verbringen den Tag über an geschützter Stelle.

Ernährung

Die Lanzenotter ernährt sich überwiegend von kleinen Säugetieren. Dazu gehören insbesondere Mäuse, Ratten, Hörnchen und Tiere ähnlicher Größe. Gelegentlich werden auch Vögel erbeutet. Das Beutetier wird gebissen. Dabei wird ein hochwirksames Hämatoxin verabreicht, an dem das Beutetier stirbt. Wie für Schlangen üblich, wird die Beute mit dem Kopf voran im Ganzen verschlungen.

Fortpflanzung

Die Lanzenotter gehört zu den lebendgebärenden Schlangen. Die Paarungszeit ist in den tropischen und subtropischen Verbreitungsgebieten an keine bestimmte Jahreszeit gebunden und kann ganzjährig erfolgen. Nach einer Trächtigkeit von 120 bis 150 Tagen bringt das Weibchen zwischen zehn und zwanzig Jungtiere zur Welt. Je nach Alter des Weibchens weisen die Jungtiere eine Länge von bis zu 28 Zentimeter auf. Die Jungschlangen sind unmittelbar nach dem Schlupf auf sich alleine gestellt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Mark O'Shea, Giftschlangen. Alle Arten der Welt in ihren Lebensräumen, Franckh-Kosmos Verlag, 2006 - ISBN 3440106195
  • Ludwig Trutnau, Schlangen im Terrarium, in 2 Bdn., Bd.2, Giftschlangen,
    Verlag: Ulmer (Eugen); Auflage: 4., Aufl. (1998) - ISBN 3800173719
  • Roland Bauchot: Schlangen, Weltbild Verlag, 1999, ISBN 3-8289-1501-9
  • W. P. Mara, Das Große Buch der Giftschlangen, Verlag: Bede (Februar 2002) - ISBN 3927997536
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