Larvenroller

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Larvenroller

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
Familie: Schleichkatzen (Viverridae)
Unterfamilie: Palmenroller (Paradoxurinae)
Gattung: Paguma
Art: Larvenroller
Wissenschaftlicher Name
Paguma larvata
(Smith, 1827)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Larvenroller (Paguma larvata) zählt innerhalb der Familie der Schleichkatzen (Viverridae) zur Gattung Paguma. Im Englischen wird die Art Masked Palm Civet oder Gem-faced Civet genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Larvenroller erreichen eine Körperlänge von 50 bis 76 cm, eine Schwanzlänge von 50 bis 64 cm, eine Ohrlänge von etwa 5 cm sowie ein Gewicht von 3.600 bis 5.000 g. Das kurze Fell weist eine gräuliche Grundfärbung auf und ist leicht orange, gelblichrot oder ockerfarben durchsetzt. Das Schwanzende ist meist etwas dunkler gefärbt als der Rest des Schwanzes. Die Füße sind schwärzlich gefärbt. Die jeweils 5 Zehen enden in einziehbare Krallen. Markantes Merkmal der Larvenroller ist die auffällige Gesichtsmaske. Die weißen Streifen ziehen sich von der Nasenspitze medial bis zur Oberseite des Kopfes. Oberhalb und unterhalb der Augen zeigen sich kleine weißliche Flecken. Auch an der Basis der Ohren sind kleine Flecken erkennbar. Zur Sekretion des Zibeton verfügen Larvenroller über 4 Drüsen im Analbereich. Weibchen verfügen zum Säugen des Nachwuchses über 2 Paar Zitzen. Das Gebiss besteht aus 38 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i3/3, c1/1, p4/3, m2/2 (Nowak, 1999).

Lebensweise

Der Lavenroller ist strikt nachtaktiv und hält sich sowohl am Waldboden als auch in den Bäumen auf. Dichte Vegetation mit einer hohen Population an Beutetieren wird von denb einzelgängerisch lebenden Tieren bevorzugt bewohnt. Tagsüber halten sich Larvenroller in Baumnestern auf. Die Nester werden nicht über einem längeren Zeitraum bewohnt. Larvenroller sind territorial, die Größe der Reviere ist jedoch nicht bekannt. Da die Tiere sich in ihrem Revier bis zu 2 km bewegen, dürfte das Revier einige Quadratkilometer groß sein (Nowak, 1999).

Unterarten

Larvenroller
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Larvenroller
Larvenroller
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Larvenroller

Verbreitung und Lebensraum

Larvenroller kommen in Asien in Bhutan, Brunei Darussalam, Kambodscha, China, Indien, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, Nepal, Thailand und Vietnam vor. Als Lebensraum dienen meist Laubwälder. In der Nähe des Menschen wird auch urbanes Land besiedelt. In Höhenlagen sind Larvenroller bis in Höhen von gut 2.500 m über NN anzutreffen (IUCN, 2012).

Biozönose

Zu den natürlichen Feinden der Larvenroller zählen unter anderem Tiger (Panthera tigris), Leoparden (Panthera pardus) und Habichtartige (Accipitridae). Zum Schutz vor Feinden sondern die Tiere aus analen Drüsen das sogenannte Zibeton ab. Abschrecken soll auch die auffällige Gesichtsmaske. Zum Schutz vor Feinden suchen Larvenroller zudem Schutz hoch oben in Bäumen (Nowak, 1999).

Ernährung

In den meisten Regionen sind sie vor allem Fruchtfresser. Aber auch kleine Säugetiere (Mammalia), Vögel (Aves) und Insekten (Insecta) werden gerne gefressen. Dies haben in Langzeitstudien Kotanalysen ergeben. Die Nahrungssuche erfolgt in der Nacht. In der nähe landwirtschaftlicher Flächen jagen Larvenroller auch Geflügel und anderes Getier (Nowak, 1999).

Fortpflanzung

Die Paarungssaison erstreckt sich über das Frühjahr und den Herbst. In einer Saison bringt ein Weibchen demnach bis zu 2 mal Jungtiere zur Welt. Ein Weibchen bringt nach einer wissenschaftlich nicht nachgewiesenen Tragezeit 1 bis 4 (2,3) Jungtiere zur Welt. Zum Säugen verfügt ein Weibchen über 2 Paar Zitzen. Die Geburt erfolgt meist in Baumhöhlen. Mit 9 Tagen öffnen die Jungen ihre Augen, im Alter von gut 3 Monaten sind sie entwöhnt. Die Lebenserwartung in Freiheit ist unbekannt, in Gefangenschaft erreichen die Tiere ein Alter von bis zu 15 Jahren (Nowak, 1999).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Larvenroller gehören heute noch nicht zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art in der Kategorie LC, Least Concern geführt. Die Auswirkungen des Verlustes an natürlichem Lebensraum ist nicht bekannt, da Larvenroller sich auch in urbanen Regionen rege vermehren. Insbesondere in China und Vietnam stellt man den Tieren wegen des Fleisches nach. Dies ist in anderen Regionen Asiens nicht der Fall (IUCN, 2011).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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