Lasiodora difficilis

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Lasiodora difficilis

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Vogelspinnenartige (Mygalomorphae)
Familie: Vogelspinnen (Theraphosidae)
Unterfamilie: Theraphosinae
Gattung: Lasiodora
Art: Lasiodora difficilis
Wissenschaftlicher Name
Lasiodora difficilis
Mello-Leitão, 1921

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:002188]

Die Art Lasiodora difficilis zählt innerhalb der Familie der Vogelspinnen (Theraphosidae) zur Gattung Lasiodora. Im Englischen wird die Art greg malvino brazilian fiery red genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Lasiodora difficilis erreicht eine Körperlänge von etwa 8,0 bis 9,0 Zentimetern. Die Grundfärbung dieser Art ist schwarz bis schwarzgrau. Der Carapax weist bei den adulten Tieren eine dunkelrote Färbung auf und ist von schwarzgrauen Haaren umrandet. Die Grundfärbung des Opisthosoma ist samtig schwarz und auf dem Opisthosoma zeigt sich eine lange rötliche Behaarung. Die Beine erscheinen schwärzlich und sind mit beigefarbenen Haaren besetzt. Die Jungspinnen weisen im Gegensatz zu den adulten Tieren eine braungraue Färbung auf. Des Weiteren schimmert die Behaarung etwas bläulich. Es findet sich ein deutliches Stridulationsorgan prolateral an den Coxen des ersten Beinpaares, bestehend aus aufrecht stehenden Keulenborsten. Des Weiteren sind Fiederborsten retrolateral an den Coxen der Taster vorhanden. Die Tibia-Apophysen sind zweisporig. Der untere Sporn ist breiter, aber mehr oder weniger gerade gerichtet und abgestumpft. Die Taster sind mit einem kurzen und apikal verbreiterten Embolus ausgestattet. Die Spermathek besteht aus zwei kurzen Receptacula seminis (Organe zur Aufbewahrung des Spermas beim Weibchen). Das Männchen besitzt im adulten Stadium deutlich sichtbare Tibialhaken und Bulben. Der gesamte Körper von Lasiodora difficilis ist mit einer dichten und langen Behaarung bedeckt und überwiegend sind die Härchen mit Nervenzellen verbunden und dienen somit als Tasthaare, die auf Berührung und Vibrationen empfindlich reagieren. Hauptsächlich weisen die Beine eine starke Behaarung auf. Die übrigen Härchen werden in Brennhaare, Hörhaare, Geschmackshaare und Hafthaare unterschieden. Die Brennhaare bei der Art sind besonders stark und verursachen einen anhaltenden Juckreiz.

Lebensweise

Lasiodora difficilis ist eine bodenbewohnende Vogelspinne, sie klettert aber auch sehr gerne. Sie lebt wie fast alle Vogelspinnen einzelgängerisch und ist eine nachtaktive Spinne, die sich nie weit von ihrer Höhle entfernt. Sie zählt zu den sogenannten Bombadierspinnen und ist leicht reizbar. Schon bei geringstem Anlass kann sie ihre Reizhaare, die sich auf dem Opisthosoma (Hinterleib) befinden, einsetzen. Die Reizhaare können ein Jucken und Brennen der Haut und der Atemwege verursachen. Allerdings zieht die Spinne es vor zu flüchten, bevor sie ihre Reizhaare abstreift. Ansonsten ist sie eine zurückhaltende und friedliche Vogelspinne und beißt selten zu. Kommt es doch zu einem Biss, muss die Wunde sofort desinfiziert werden, da sich auf den Cheliceren häufig Bakterien befinden, die eine Infektion auslösen können. Der Giftbiss selbst ist nicht so gefährlich wie die Infektion durch Bakterien.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Lasiodora difficilis befindet sich in Brasilien und umfaßt die Region von São Paulo. Ihre Lebensräume sind die klimatisch gemäßigten Wälder im Südosten Brasiliens. Am Tage herrschen Temperaturen von 23 Grad bis 26 Grad Celsius und in der Nacht Temperaturen von 20 Grad bis 22 Grad Celsius bei einer Luftfeuchtigkeit von 70 bis 80 Prozent.

Ernährung

Zum Nahrungserwerb verläßt sich Lasiodora difficilis auf ihren Tastsinn. Nachts sitzt sie, mit dem Wohngespinst immer in Kontakt, vor ihrer Höhle und wartet auf Beute. Diese Art frisst alles was sie überwältigen kann. Dazu gehören neben größeren Insekten (Insecta) auch kleine Säugetiere (Mammalia) wie Mäuse (Mus). Vor Skorpionen (Scorpiones), Kriechtieren (Reptilia) und Vögeln (Aves) in passender Größe macht Lasiodora difficilis auch nicht halt.

Fortpflanzung

Das Weibchen erreicht die Geschlechtsreife mit etwa 3 Jahren und das Männchen ist mit etwa 2 Jahren geschlechtsreif. Bis zur Geschlechtsreife durchläuft Lasiodora difficilis mehrere Häutungen. Bereits zu diesem Zeitpunkt webt das Männchen ein sogenanntes Spermanetz, in das es sein Sperma füllt. Dieses Sperma wird in die Bulben aufgenommen, indem das Männchen mit seinen Pedipalpen die Spermaflüssigkeit in die Bulben pumpt. Nun geht es auf die Suche nach einem Weibchen. Das Männchen ermittelt die Anwesenheit eines Weibchens, indem es die chemischen Substanzen (Pheromone) des Weibchens wahrnimmt. Hat das Männchen ein Weibchen ausgemacht, umwirbt das Männchen das Weibchen mit seinen Tastern durch kräftiges Trommeln und spasmodischen Bewegungen des dritten Beinpaares, teilweise trommelt das Männchen auch noch mit dem ersten und zweiten Beinpaar und prüft zugleich die Paarungsbereitschaft des Weibchens. Vermutlich wird die seismische Kommunikation über den Boden durch Stridulation einiger Organe produziert. Die durch das Trommeln ausgelösten Vibrationen (seismische, akustische Signale) werden über die Hörhaare wahrgenommen.

Nach ungefähr drei bis sechs Wochen nach der Kopulation versiegelt das Weibchen die Zugänge des Nestes und webt mit Seide innerhalb des Nestes einen Kokon. Ungefähr drei Monate nach der Kopulation legt sie in der Regel etwa 1.000 bis 2.000 Eier im natürlichen Lebensraum in den Kokon ab. Im Innern des Kokons durchlaufen die Nymphen mehrere Entwicklungsstadien, in denen sie sich zweimal häuten. Die Nymphen schlüpfen noch im Innern des Kokons. Dies geschieht bereits nach drei Wochen. Nach insgesamt rund zehn Wochen schlüpfen die jungen Spiderlinge, wie sie nach dem Schlupf genannt werden. Die Spiderlinge sind schon beim Schlupf mit einem Zentimeter Spannweite recht stattlich. Sie häuten sich in der Folge alle zwei bis drei Wochen und leben in der ersten Zeit von Kleinstinsekten. Wenige Tage nach dem Schlupf verlassen sie das Nest. Die Spiderlinge sind während dieser Zeit sehr verletzbar.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 4. November 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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