Laubholz-Säbelschrecke

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Laubholz-Säbelschrecke

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Ordnung: Geradflügler (Orthoptera)
Unterordnung: Langfühlerschrecken (Ensifera)
Familie: Laubheuschrecken (Tettigoniidae)
Unterfamilie: Sichelschrecken (Phaneropterinae)
Gattung: Barbitistes
Art: Laubholz-Säbelschrecke
Wissenschaftlicher Name
Barbitistes serricauda
Fabricius, 1794

Die Laubholz-Säbelschrecke (Barbitistes serricauda) gehört innerhalb der Familie der Laubheuschrecken (Tettigoniidae) zur Gattung Barbitistes.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Laubholz-Säbelschrecke erreicht eine durchschnittliche Körperlänge von fünfzehn bis zwanzig Millimeter. Die Grundfärbung ist ein variables grün. Der Halsschild der Männchen ist sattelartig, der des Weibchens weist eine gerade, abgeflachte Form auf. Die Halsschilde beider Geschlechter sind bräunlich gefärbt. Die Flügel sind stark verkürzt und nur noch als Stummel vorhanden. Sie sind daher flugunfähig. Charakteristisch ist ein gelblicher Streifen, der auf jeder Körperseite von den Augen bis zum hinteren Teil des Abdomens reicht. Weibchen verfügen über einen langen, säbelartigen Legebohrer, mit dem sie ihre Eier in den Erdboden oder anderen Plätzen ablegen. Der Legesäbel ist recht breit und lateral abgeflacht. Am äußeren Rand weist der Legesäbel nicht selten eine gesägte Kontur auf. An Stelle des Legesäbels hat das Männchen an dieser Stelle zangenartige kleine Fortsätze. Die Laubholz-Säbelschrecke gehört zu den nachtaktiven Insekten. Sie leben meist in den oberen Regionen der Strauch- und Baumvegetation und sind daher sehr selten zu beobachten. Die Imagines sind in den meisten Regionen von Juni bis September zu beobachten. Pro Jahr gibt es nur eine Generation.

Verbreitung

Die Laubholz-Säbelschrecke ist in weiten Teilen Europas verbreitet. Insbesondere in Mittel- und Südeuropa ist sie weit verbreitet. Das Verbreitungsgebiet reicht im Süden bis nach Spanien und erstreckt sich im Norden bis in die mittleren Regionen Mitteleuropas. Im Westen ist die Laubholz-Säbelschrecke bis nach England, im Osten bis ins westliche Rußland verbreitet. Sie leben meist an Waldrändern oder im Buschland. Im Siedlungsraum sind sie auch in reich strukturierten Gärten anzutreffen. Die Tiere sitzen meist auf Laubbäumen oder auf Büschen. In Höhenlagen sind sie bis in Höhen von 1.500 Metern anzutreffen. In Deutschland ist sie im Süden nicht selten, im Norden hingegen ist sie nur lokal vereinzelt verbreitet. Es handelt sich hier um kleine Subpopulationen.

Ernährung

Die Imagines und ihre Larven ernähren sich sowohl von Pflanzenteilen als auch räuberisch von deren Insekten. Auf Nahrungssuche gehen sie vorzugsweise in der Nacht.

Fortpflanzung

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Die Paarungszeit der Laubholz-Säbelschrecke geht einher mit einem strukturierten Gesang der Männchen. Weibchen erwiedern das "Lied" des Männchens. Ihr Zirpen ist allerdings weit weniger strukturiert und dient letztlich nur der Erwiederung. Haben sich die Geschlechter "verständigt", so kommt es zur eigentlichen Kopulation. Nach erfolgreicher Befruchtung legt das Weibchen im Spätsommer ihre Eier einzeln in Spalten oder in Ritzen von Rinde oder Totholz, selten auch direkt in den Boden. Die Eier weisen eine Größe von 3 mal 1,5 Millimeter auf. Die Eier überwintern und setzen ihre Entwicklung erst im Frühjahr des Folgejahres fort. Die Nymphen schlüpfen meist im Mai oder im Juni und weisen anfangs eine hellgrüne Färbung auf. Bis zur vollständigen Entwicklung werden sechs Nymphenstadien durchlaufen. Sie halten sich in niedriger Gras- und Krautvegetation auf und steigen erst als Imago in höhere Regionen der Vegetation.

Literatur und Quellen

  • Dr. Helgard Reichholf-Riem: Steinbachs Naturführer. Insekten. Mit Anhang Spinnentiere. München: Mosaik Verlag GmbH, München 1984. ISBN 3-570-01187-9
  • Ake Sandhall, übersetzt von Dr. Wolfgang Dierl: BLV Bestimmungsbuch 15. Insekten und Weichtiere. Niedere Tiere und ihre Lebensräume-Gliedertiere, Würmer, Nesseltiere, Weichtiere, Einzeller. BLV Verlagsgesellschaft mbH, München Wien Zürich 1984. ISBN 3-405-11390-3
  • Michael Chinery: Pareys Buch der Insekten: Ein Feldführer der europäischen Insekten. Übersetzt und bearbeitet von Dr. Irmgard Jung und Dieter Jung. Verlag Paul Parey 1987. Hamburg und Berlin. ISBN 3-490-14118-0
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