Leistenkrokodil

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Leistenkrokodil

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Krokodile (Crocodylia)
Unterordnung: Vollkrokodile (Eusuchia)
Familie: Echte Krokodile (Crocodylidae)
Gattung: Crocodylus
Art: Leistenkrokodil
Wissenschaftlicher Name
Crocodylus porosus
Schneider, 1801

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Das Leistenkrokodil (Crocodylus porosus), auch Salzwasserkrokodil oder Saltie genannt, gehört zur Familie der Echten Krokodile (Crocodylidae) sowie zur Gattung der Crocodylus. Das Leistenkrokodil ist das größte und aggressivste Krokodil auf der Erde.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Das Leistenkrokodil kann eine Länge von bis zu neun Metern erreichen. Längenangaben von zehn Metern oder mehr gehören ins Reich der Sagen und Fabeln. Die durchschnittliche Größe liegt bei rund fünf bis sechs Metern. Mit dieser Länge erreichen sie ein Gewicht von über 1.000 Kg. Der Rückenpanzer ist überwiegend grau bis graubraun gefärbt. Die Bauchseite ist weißlich bis cremefarben. Der Rücken ist mit großen ovalen Schuppen übersät. Insgesamt ist der Körper deutlich breiter als bei anderen Vertreter der Familie der Echten Krokodile.

Die Schnauze ist lang und breit und ausgesprochen gut ausgebildet. Die Pupillen der Augen sind senkrecht geschlitzt. Markantes Merkmal sind die von den Augen bis zur Schnauze verlaufenden tiefen Furchen. Leistenkrokodile haben außer dem Menschen keine natürlichen Feinde. Durch Unachtsamkeit kommen jedes Jahr einige Menschen durch Übergriffe von Leistenkrokodilen ums Leben. In der Vergangenheit wurden die Tiere stark bejagt, um der Lederindustrie Rechnung zu tragen. Nach dem Verbot des Handels mit Artikeln aus Krokodilleder erholten sich die Bestände langsam. Dazu beigetragen haben auch Zuchtfarmen, die viele Tiere ausgewilderten. Trotzdem ist die Art auch heute noch gefährdet und wird in der Roten Liste des IUCN als solche geführt.

Eine detailiierte Beschreibung zum Körperbau ist im Hauptartikel der Krokodile zu finden.

Unterarten

Verbreitung

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Unter allen Krokodilarten hat das Leistenkrokodil das größte Verbreitungsgebiet. Es erstreckt sich über ganz Südost-Asien. Insbesondere in Sri Lanka, Ostindien, Bangladesch, Myanmar, der Inselwelt der Andamanen und den Nikobaren, Sumatra, Java, Borneo, Celebes, Thailand, Kambotscha, Malaysia, Vietnam, Indonesien, Philippinen, Neuguinea und Nordaustralien sowie kleine und große Inseln in der ozeanischen Inselwelt ist das Leistenkrokodil weit verbreitet. Das Leistenkrokodil bewohnt vorzugsweise küstennahe Gewässer wie Flußmündungen, Mangrovensümpfe und ähnliche Habitate. Hier und da findet man das Leistenkrokodil auch im Landesinnern an großen Seen und Flußläufen. Das Leistenkrokodil bevorzugt allerdings Salz- und Brackwasserzonen.

Nahrung

Jungtiere ernähren sich hauptsächlich von Insekten, kleinen Reptilien und Amphibien sowie von Krabben und kleinen Krebsen. Mit der Zeit werden die Beutetiere immer größer. Erwachsene Leistenkrokodile fressen neben Fischen auch Schildkröten und vor allem Säugetiere in jeglicher Größe. Sie lauern in der Regel im Flachwasser und überwältigen trinkende Tiere. Je nach Größe des Beutetieres können sie danach einige Monate fasten.

Fortpflanzung

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Die Weibchen der Leistenkrokodile erreichen die Geschlechtsreife mit rund zehn Jahren, Männchen erst sehr viel später mit etwa sechszehn Jahren. Die Paarungszeit beginnt mit dem Ende der Regenzeit, fällt also in die beginnende Trockenzeit. Das Weibchen baut aus abgerissenen Pflanzenteilen ein Hügelnest, das imposante Ausmaße haben kann. Das Nest kann eine Höhe von bis zu 80 cm sowie einen Durchmesser von 100 bis 200 cm haben. Das eigentliche Gelege umfasst je nach Alter des Weibchens zwischen 40 und 80 Eier, die etwa die Größe eines Gänse-Eies und eine weißliche Farbe aufweisen. Die Schale der Eier ist ausgesprochen hart.

Während der nächsten Monate schützt das Weibchen das Gelege, indem sie sich in einer mit Wasser gefüllten Kuhle verbirgt. Insbesondere Warane und Wildschweine haben es auf die Eier abgesehen. Durch die Verrottung des Pflanzenmaterials wird Fäulniswärme freigesetzt, die die Eier wärmt und die Entwicklung des Embryos im Ei beschleunigt. Bei einer Temperatur von unter 30°C schlüpfen Weibchen, bei über 34°C Männchen. Dazwischen entwickeln sich beide Geschlechter. Nach rund 90 bis 110 Tagen schlüpfen die Jungtiere, die eine Schlupfgröße von 30 cm aufweisen.

Durch das Quieken der Jungen wird die Mutter dazu veranlasst, das Gelege freizulegen. Mit ihren Kiefern nimmt sie die Jungtiere einzeln auf und trägt sie ins Wasser. Dort beschützt sie ihren Nachwuchs noch einige Monate gegenüber Feinden und gefräßigen Artgenossen. Die Jungtiere sind deutlich heller gefärbt als adulte Krokodile. Ihr Rückenpanzer weist zudem eine dunkle Zeichnung aus Flecken und Querbändern auf. Diese verlieren sich im Laufe der Jahre. Leistenkrokodile können weit über 50 Jahre alt werden. Man vermutet, daß sie deutlich über 100 Jahre alt werden können.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Reinhard Radke, Krokodile. Expeditionen zu den Erben der Dinosaurier, Taschenbuch, Lübbe; Auflage: 1 (Oktober 2002) - ISBN 3785721056
  • Gunther Köhler, Krokodile Schildkröten Echsen, Herpeton; Auflage: 1. Aufl. (2000) - ISBN 3980621405
  • Günther Nietzke, Die Terrarientiere, Bd.3, Krokodile und Schlangen, Ulmer (Eugen); Auflage: 4., (Januar 2002) - ISBN 3800174596
  • Barbara Taylor, Krokodile, Franckh-Kosmos Verlag (2001) - ISBN 3440085481
  • Ludwig Trutnau, Krokodile, Taschenbuch, Westarp Wissenschaften, 2005 - ISBN 3894324201
  • Charles A. Ross, Krokodile und Alligatoren. Entwicklung, Biologie und Verbreitung,
    Bassermann; Auflage: 1 (Januar 2002) - ISBN 3572013194

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