Leopardenhai

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Leopardenhai

Systematik
Klasse: Knorpelfische (Chondrichthyes)
Unterklasse: Plattenkiemer (Elasmobranchii)
Überordnung: Galeomorphii
Ordnung: Grundhaie (Carcharhiniformes)
Familie: Hundshaie (Triakidae)
Gattung: Triakis
Art: Leopardenhai
Wissenschaftlicher Name
Triakis semifasciata
Girard, 1855

IUCN-Status
Near Threatened (LC)

Der Leopardenhai (Triakis semifasciata) zählt innerhalb der Familie der Hundshaie (Triakidae) zur Gattung Triakis. Er kann lecht mit dem Zebrahai (Stegostoma fasciatum) und dem Schwellhai (Cephaloscyllium ventriosum) verwechselt werden.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Leopardenhai erreicht je nach Geschlecht eine Körperlänge von 180 bis 200 Zentimeter. Diese Längen werden jedoch nur selten erreicht. Weibchen weisen meist eine Länge von 120 bis 150 Zentimeter, Männchen nur eine Länge von bis zu 120 Zentimeter. Die Oberseite des torpedoförmigen Körpers weist eine graue bis blaugraue oder bronzefarbene Färbung auf. Der Körper ist dorsal und lateral mit bräunlichen Flecken überzogen, die eine unterschiedliche Form und Größe aufweisen. Ventral ist die Haut hellgrau bis weißlich gefärbt. Die Schwanzflosse besteht im wesentlichen nur als einer sehr langen Fahne, die untere Fahne ist nur rudimentär vorhanden. Die recht kurze Schnauze weist eine rundliche Form auf. Die recht großen und dreieckig geformten Brustflossen sitzen im vordern Drittel des Körpers. Die Bauchflossen sind deutlich kleiner und sitzen weit hinten am Körper. Die Analflosse ist klein und sitzt unmittelbar am Schwanzansatz. Die beiden Rückenflossen sitzen insgesamt weit hinten am Rücken. Die hintere Rückenflosse ist deutlich kleiner als die vordere. Die Augen sitzen seitlich weit oben am Kopf und weisen eine leicht ovale Form auf. Das verhältnismäßig kleine Maul beherbergt ein kräftiges Revolvergebiss, dessen Zähne zeitlebens nachwachsen. Es ist auch zum Knacken hartschaliger Krebstiere geeignet.

Lebensweise

Leopardenhaie leben in geselligen Schulen und gelten als sehr gute Schwimmer. Nicht selten sieht man die Tiere in Gesellschaft von anderen Haien wie dem Braunen Glatthai (Mustelus henlei), dem Grauen Glatthai (Mustelus californicus) oder dem Dornhai (Sqalus acanthias). Leopardenhaie leben überwiegend in Grundnähe, eher selten auch im Freiwasser - jedoch immer in Küstennähe.

Verbreitung

Der Leopardenhai ist im östlichen Teil des Nordatlantiks weit verbreitet. Sein Verbreitungsgebiet reicht von Oregon und Kalifornien, USA bis nach Baja Caliornia, Mexiko. Buchten wie die Bucht von San Franzisko und Flussmündungen und Delta sind beliebte Habitate. Der Leopardenhai lebt hauptsächlich im Küstenbereich auf dem Kontinentalsockel und ist in Tiefen von bis zu 90 Metern zu beobachten. Er lebt überwiegend in Bodennähe, meist auf sandigem oder schlammigem Untergrund. Hier geht er auch auf Nahrungssuche. Die durchschnittliche Tiefe, in der er lebt liegt bei 10 Metern.

Prädator: Weißer Hai (Carcharodon carcharias)
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Prädator: Weißer Hai (Carcharodon carcharias)

Prädatoren

Leopardenhaie stehen auf der Speisekarte von großen Haien wie dem Weißen Hai (Carcharodon carcharias). Jungtiere werden gelegentlich auch von größeren Fischen oder im Meer lebenden Säugetieren gefressen.

Ernährung

Leopardenhaie leben als Fleischfresser hauptsächlich von wirbellosen Tieren, die am Grund im Schlamm oder Sand erbeutet werden. Des weiteren werden auch Igelwürmer (Echiura), Krebstiere (Crustacea), Kraken (Octopodida) und Fischeier. Eher selten stehen kleinere Fische (Pisces), insbesondere kleine Haie (Galeomorphii) oder Rochen auf der Speisekarte.

Fortpflanzung

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Der Leopardenhai erreicht die Geschlechtsreife je nach Geschlecht mit einer Länge von 95 bis 105 Zentimeter. Dieses entspricht einem Alter von acht bis zehn Jahren. Die Paarungszeit erstreckt sich über das Frühjahr, meist über den Zeitraum von April bis Mai. Leopardenhaie gehören zu den ei-lebendgebärenden (ovoviviparen) Haiarten. Die Embryonen wachsen im Leib der Mutter, jedoch nicht in einer Plazenta heran, sondern in Eiern. Im Leib der Mutter reifen je nach Alter des Weibchens zwischen 5 und 30 Jungtiere heran. Der Schlupf erfolgt nach zehn bis zwölf Monaten. Die geschlüpften Junghaie weisen eine Schlupflänge von gut 20 bis 23 Zentimeter auf. Nach dem Schlupf sind die Jungtiere auf sich alleine gestellt. Eine Betreuung seitens der Mutter erfolgt nicht. Die Lebenserwartung ist nicht bekannt.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Der Leopardenhai spielt im Küstenbereich in der Sportfischerei und in der kommerziellen Fischerei eine Rolle. Das Fleisch der Tiere landet auf den Tellern der Konsumenten. In weiten Teilen der Verbreitungsgebiete sind die küstennahen Gewässer stark verschmutzt. Oftmals ist das Fleisch der Leopardenhaie mit Quecksilber und anderen Schwermetallen verseucht. Für Taucher stellen die Tiere nur eine sehr geringe Gefahr dar. Dennoch ist es schon zu Übergriffen gekommen, die jedoch allesamt glimpflich endeten. Die Reproduktionsrate ist zwar recht hoch, jedoch erreichen die Leopardenhaie die Geschlechtsreife erst sehr spät. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als nur gering gefährdet geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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