Leucauge venusta

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Leucauge venusta

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Radnetzspinnen (Araneoidea)
Familie: Dickkieferspinnen (Tetragnathidae)
Gattung: Leucauge
Art: Leucauge venusta
Wissenschaftlicher Name
Leucauge venusta
(Walckenaer, 1841)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:013834]

Die Spinnenart Leucauge venusta zählt innerhalb der Familie der Dickkieferspinnen (Tetragnathidae) zur Gattung Leucauge. Im Englischen wird die Spinne Orchard spider genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Diese Art erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 3,5 bis 4,0 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 5,5 bis 7,5 Millimeter. Der Vorderkörper weist eine gelblichgrüne Färbung mit seitlichen braunen Streifen auf. Der längliche Hinterkörper weist verschiedene Farbnuancen auf, diese Färbung schillert silbrig, gelblich, schwärzlich, grünlich, orange und ist mit hellen oder rosafarbenen Flecken versehen. Des Weiteren zeigen sich auf dem Rücken ebenfalls dunkle Streifen, während die Seiten gelblich getönt und vorn sowie weiter hinten mit roten Punkten besetzt sind. Leucauge venusta ähnelt sehr der im tropischen Regenwald Costa Ricas lebende Spinne Plesiometa argyra. Im Unterschied zur letztgenannten Art weist Leucauge venusta schmälere schwarze Streifen auf. Des Weiteren zeigt sich viel weniger Schwarz an den Seiten, stattdessen überwiegt eine grünliche oder gelbliche Färbung sowie zwei extra große orangefarbene bis rötliche Flecken, die zur Identifizierung dieser Art sehr hilfreich sein können. Ferner verfügt die Unterseite über große gelbe bis orangefarbene Flecken und das Abdomen ist mit vielen verschiedenen mittelgroßen farbigen Flecken bedeckt, die einen Gesamteindruck von metallisch schillernden Farbtönen hinterlassen.

Lebensweise

Leucauge venusta baut als Radnetzspinne generell nur Radnetze. Das Netz wird in der Regel am Tage vor der Morgendämmerung gewebt. Aufgrund der Beutetiere, hineinfallender Blätter und Zweige muß das Netz ständig ausgebessert und erneuert werden. Die übliche Bauweise eines Radnetzes sind Radien, Brückenfäden, Speichen, Nabe gefolgt von einer Hilfsspirale und schließlich einer klebrigen Fangspirale. Die Hilfsspirale wird als eine Art Brücke beim Wechsel von einem Radialfaden zum anderen Radialfaden während des Baus der klebrigen Fangspirale angelegt. Zwischen zwei Umgängen der Hilfsspirale werden stets mehrere Umgänge der neuen Fangspirale gewebt, wobei die Hilfsspirale wieder entfernt und aufgefressen wird. Bei genauer Betrachtung des fertigen Radnetzes fällt auf, dass die Fangspirale keine kontinuierliche Spirale darstellt, sondern oft ihre Laufrichtung ändert. Sie führt auch nicht bis zur Nabe, sondern endet vorher, so dass eine freie Zone entsteht, die der Spinne dazu dient, von einer Netzseite zur anderen überwechseln zu können. Während der Regenzeit ist Leucauge venusta häufig in den Kaffee-Plantagen im Bundesstaat Chiapas im Südosten Mexikos anzutreffen. Allerdings läßt dann die Aktivität der Spinne während der schweren Regenfälle deutlich nach. Die Netze dieser Spinnenart findet man in der Regel zwischen Unkraut oder zwischen benachbarten Kaffee-Sträuchern.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Leucauge venusta erstreckt sich vom südlichen Kanada bis nach Panama. Am häufigsten kommt die Spinne im südlichen Mexiko vor. Bevorzugter Lebensraum sind Kaffee-Plantagen sowie die Ruinen von Rosario Izapa. Dieses Gebiet liegt rund 400 Meter über dem Meeresspiegel und befindet sich etwa 15 Kilometer von der Stadt Tapachula (Chiapas, Süd-Mexiko) und 1 Kilometer von der Grenze zu Guatemala entfernt. Das Klima dort ist tropisch, warm und feucht mit einem typischen täglichen Temperaturbereich zwischen 23 und 35 Grad Celsius bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von etwa 85 Prozent. Schwere Regenfälle treten in den Monaten von Mai bis Oktober (~300 mm/Monat) auf, die zu einer deutlichen Verringerung der Aktivitäten der Spinne in diesem Bereich führen. In den Monaten zwischen Oktober und November beginnt dann die Trockenzeit, während dieser Zeit nimmt die Tätigkeit der Spinne dann wieder deutlich zu.

Ernährung

Leucauge venusta ernährt sich hauptsächlich von Insekten (Insecta), vor allem von Zweiflüglern (Diptera) wie zum Beispiel Mücken (Nematocera) und Fliegen (Brachycera). Zum Fang ihrer Beute hat diese Art eine gewisse Strategie entwickelt, indem sie an verschiedenen Standorten Fangnetze baut, so kann sie verschiedene Arten von Beute erfassen. Die Netze mit den klebrigen Fangfäden werden meist in Bodennähe errichtet, in dieser Höhe bleiben in der Regel die meisten Insekten (Insecta) an den klebrigen Fangfäden hängen.

Fortpflanzung

Das Männchen webt einen Paarungsfaden, um auf diesem sein Sperma zu lagern. Auf diesem Paarungsfaden findet auch die Paarung statt. Das Sperma nimmt das Männchen dann mit den Bulben auf, um es später dem Weibchen zu überreichen. Die Bulben liegen an den Pedipalpen. Im Zuge der folgenden Kopulation, die nur wenige Sekunden dauert, führt das Männchen seine Bulben in die Epigyne (äußeres Geschlechtsorgan) des Weibchens ein und injiziert das Sperma. Wenige Wochen nach einer erfolgreichen Paarung legt das Weibchen in mehrere Kokons ihre Eier ab. Ein Kokon wird mit einigen Dutzend Eiern gefüllt. Die Eikokons werden in der Regel an Blättern und Zweigen in der Nähe des Netzes befestigt. Die geschlüpften Jungespinnen bleiben die erste Zeit zusammen im Netz der Mutter. In den ersten Lebenstagen nehmen die Jungspinnen keine Nahrung zu sich und zehren vom Dottervorrat. Nach der zweiten oder dritten Häutung verlassen sie das Netz der Mutter und suchen sich ein eigenes Revier.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

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Update 27. Mai 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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