Ligurra latidens

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Ligurra latidens

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Salticoidea
Familie: Springspinnen (Salticidae)
Gattung: Ligurra
Art: Ligurra latidens
Wissenschaftlicher Name
Ligurra latidens
(Doleschall, 1859)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:034251]

Die Spinnenart Ligurra latidens gehört innerhalb der Familie der Springspinnen (Salticidae) zur Gattung Ligurra.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Ligurra latidens erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 3 bis 4 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 5 bis 6 Millimeter. Obwohl die Spinne nicht hell gefärbt ist, besitzt sie doch auffallend attraktive Muster. Im Allgemeinen ist die Grundfärbung des Körpers ein Braun. Charakteristisch ist die ovale Form des großen flachen Panzers und vor allem die kräftigen dicken Vorderbeine, die nach innen gerichtet sind und etwas gekräuselt erscheinen. Von oben gesehen ähnelt die Spinne in Kombination mit dem Panzer und den Vorderbeinen stark an eine sehr kleine Krabbe. An den Seiten des Panzers zeigen sich dichte weiße Härchen, die seitlich etwas abstehen. Frontal erinnert die Spinne in Miniaturausgabe mit den strahlenden Augen an einen Weihnachtsmann. Das Prosoma wirkt breiter als lang und besitzt eine flache Spitze, die parallel zur Basis mit der Rückseite des Thorax etwas geneigt und an den Seiten abgeschnitten ist. Der ovale Panzer ist ebenfalls breiter als lang (etwa 4:3) und ist am breitesten im Bereich der hinteren Augenregion. Die Augen liegen in einer schmalen Front etwas erhöht, die sehr weit nach hinten reicht. Die Färbung ist orangebraun und an den Seiten sowie vorne zeigen sich buschige, lange weiße Härchen. Des Weiteren zeigt sich an den Seiten ein schmales weißes Marginalband. Über dem und am Kopf befinden sich schillernde bronzefarbene Schuppenhärchen. Die sehr robusten orange gefärbten Cheliceren des Männchens besitzen einen großen, sehr langen, spitzen Zahn in der Nähe der Basis. Das Opisthosoma ist breit oval und wirkt in der Nähe der Spinndüsen leicht spitz zulaufend. Das Männchen trägt ein braunorange gefärbtes dorsales Scutum, das mit mehreren paarweisen Musterungen versehen ist. Der gesamte Panzer und die dorsale Seite des Opisthosoma sind mit schillernden bronzefarbenen Schuppenhärchen besetzt. Ferner weist das Scutum eine dünne Linie auf, die mit weißen Härchen gesäumt ist. Das Weibchen besitzt kein Scutum und ist im Grunde genommen hellbraun getönt und mit einer Reihe von dunkelbraunen Flecken versehen. Auch das Weibchen weist eine mediale Reihe paarweiser Musterungen auf, die mit schillernden bronzefarbenen Schuppenhärchen bedeckt sind. Die sehr robusten Vorderbeine des Weibchens sind im Gegensatz zu den Vorderbeinen des Männchens mehr orangebraun getönt und die Tarsen etwas weniger orangebraun gefärbt. Die übrigen Beine sind im Vergleich kleiner und leichter orangebraun getönt und die Tarsen weisen eine gelbliche Färbung auf. Die Rückseite der Beine ist etwas bestachelt. Ferner sind einige kurze, robuste Dornen ventral auf den Tibien und Metatarsen von Bein I zu erkennen. Die Spinne ähnelt im Aussehen der Rhene atrata. <2>

Lebensweise

Die Spinne ist sehr lebhaft und schnell, sie ist tagaktiv und sehr wärme- und sonneliebend. Zum Beutefang webt die Spinne kein Netz, sondern erkennt als ausgesprochenes Augentier das Opfer recht bald, verfolgt und beschleicht das Opfer, um es dann im geeigneten Moment anzuspringen und mit einem Biß zu lähmen. Vor dem Sprung befestigt die Spinne jedoch einen Sicherheitsfaden am Boden, zum einen, um nicht von einem größeren Beutetier mitgenommen zu werden, zum andern, um sich blitzschnell zurückziehen zu können. Zum Wohnen, Überwintern und als Schutz beim Häuten und bei der Eiablage webt sich die Spinne ein feines, sackartiges Wohngespinst.

Ligurra latidens mit Krabbenspinne
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Ligurra latidens mit Krabbenspinne

Verbreitung

Ligurra latidens kommt in folgenden Verbreitungsgebieten vor: Indonesien, Java, Malakka, Malaysia, Philippinen, Penang Insel, Singapur und Sumatra. Sie lebt in Regenwäldern und in Mangrovenwäldern. Dort hält sie sich gerne in den Büschen und in den Sträuchern auf, wo sie sich in ihr angelegtes Wohngespinst zurückziehen kann. Gelegentlich sucht die Spinne auch Zuflucht unter den Steinen. Man sieht die Spinnen auch oft in den Blütenköpfen von Pflanzen oder zwischen zwei kleinen Blättern dicht nebeneinander. Wie fast alle Springspinnen so hält sich auch diese Art gerne auf sonnenbeschienenen Plätzen auf. <3>

Ernährung

Wie alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae), so ernährt sich auch diese Spinnenart von Insekten (Insecta). Sie lauert an exponierten Stellen auf ihre Beute und springt sie meist aus dem Hinterhalt an. Dabei spielt der Sehsinn eine außerordentliche Rolle. Die Spinne kann die Beute von weitem schon anvisieren und springt gezielt mehrere Zentimeter weit, um sie zu fangen. Überwiegend werden dabei Fliegen (Brachycera) und Grillen (Gryllidae) sowie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) erbeutet. Gelegentlich werden auch kleine Spinnentiere (Arachnida) wie Krabbenspinnen (Thomisidae) verzehrt.

Fortpflanzung

Wie bei allen anderen Spinnen auch, werden die Männchen vor dem Weibchen geschlechtsreif und machen sich auf die Suche nach einer geeigneten Partnerin. Trifft ein Männchen auf ein vor der letzten Häutung stehendes Weibchen, so bleibt es bei ihm und paart sich mit ihm, sobald sich das Weibchen gehäutet hat. Vor der Paarung wird das Weibchen mit charakteristischen Tänzen umworben. Dieser Tanz geht folgendermaßen vor sich: Das Männchen richtet sich hoch auf, streckt seine Vorderbeine hoch, die bei dem geschlechtsreifen Männchen eine Signalfarbe tragen, und winkt mit diesem ersten Beinpaar, indem das Männchen sich vor dem Weibchen hin und her bewegt, bis beide Tiere sich Kopf an Kopf gegenüberstehen. Nimmt das Weibchen diese Werbung an, d. h., bleibt es still stehen, dann kommt es zur Paarung. Das Weibchen baut nach der Paarung eine übergroße Seidenzelle, in die es seine Eier legt und sie darin bewacht, bis die Jungspinnen schlüpfen, was meist bis zur zweiten Häutung dauert, da die Jungspinnen zuerst fast blind sind und erst nach der zweiten Häutung voll entwickelte Augen haben.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 13. Juli 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

'Persönliche Werkzeuge