Lorbeertaube

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Lorbeertaube

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neornithes)
Teilklasse: Neoaves
Parvklasse: Passerae
Überordnung: Passerimorphae
Ordnung: Taubenvögel (Columbiformes)
Familie: Tauben (Columbidae)
Gattung: Feldtauben (Columba)
Art: Lorbeertaube
Wissenschaftlicher Name
Columba junoniae
Hartert, 1916

IUCN-Status
Near Threatened (NT)

Die Lorbeertaube (Columba junoniae) zählt innerhalb der Familie der Tauben (Columbidae) zur Gattung der Feldtauben (Columba). Im Englischen wird die Lorbeertaube laurel pigeon oder white-tailed laurel pigeon genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Lorbeertaube erreicht eine Körperlänge von etwa 38,0 bis 41,0 Zentimeter und eine Spannweite von etwa 62,0 bis 67,0 Zentimeter. Sie ist eher eine dunkelbraun bis grau gefärbte Taube. Jedoch überwiegend mit dunklen Sepia-Brauntönen und einer rötlich gefärbten Unterseite. Der Schwanz weist eine hellgraue Färbung auf und ist mit einem weißlichen Terminal-Band versehen. Im Bereich der hinteren Krone zeigt sich ein umfangreicher grünlicher Glanz und im oberen Nackenbereich eine rosafarbene Tönung. Der Schnabel ist weißlich gefärbt und die Augen erscheinen eher blass. Der Ruf der Lorbeertaube ist ein heiseres Gurren und der Flug wirkt durch die regelmäßigen Flügelschläge recht schnell.

Lebensweise

Laut der Roten Liste der IUCN bevorzugt die Lorbeertaube thermophile Wälder mit einem potenziellen Höhenbereich von 200 bis 500 Meter über dem Meeresspiegel an den Nordhängen der Inseln und 600 bis 1.000 Meter über dem Meeresspiegel im Süden und tritt in Gebieten mit steilen Hängen, Böschungen und Schluchten sowie in Lorbeer- und in Kiefernwäldern sowie auf Anbauflächen auf. Die Nester befinden sich auf dem Boden, in Rissen, Löchern, an den Basen der Bäume, unter Felsen oder Baumstämmen oder in steilen, felsigen, schattigen Bereichen mit reichlich Strauchvegetation. Die Brutzeit variiert auf den Inseln und erstreckt sich von Januar bis September mit einem Spitzenwert von April bis Juni. Der Bruterfolg scheint auf Teneriffa gering zu sein als Folge der intensiven Nestplünderung durch verwilderte Hauskatzen und Ratten.

Verbreitung

Habitat der Lorbeertaube
vergrößern
Habitat der Lorbeertaube

Laut der Roten Liste der IUCN ist die Lorbeertaube auf den Kanarischen Inseln, Spanien, verbreitet und kommt auf den Inseln La Palma, La Gomera, Teneriffa und El Hierro vor. Früher war die Lorbeertaube auch auf Gran Canaria anzutreffen. In den 1980er Jahren wurde die Population auf etwa 1.200 bis 1.280 Individuen geschätzt. Aber in den Jahren von 1997 bis 2000 schätzte man 1.000 bis 2.499 Paare. Daten aus den Populations-Zählungen und den letzten phylogenetischen Studien haben gezeigt, dass die Art thermophile Wälder bevorzugt, die jedoch stark reduziert und nur kleine Fragmente des ursprünglichen Lebensraumes übrig geblieben sind. Der Verlust von Lebensraum wirkt sich negativ auf die Verbreitung dieser Art aus, die derzeit überlebenden Individuen halten sich überwiegend in Lorbeer- und Kiefernwäldern auf. Die größte Subpopulation auf La Palma tritt in weiten Teilen der nördlichen Hälfte der Insel auf. Häufig ist die Art auf La Gomera, vor allem im Norden zu finden und lebt an den nördlichen Hängen von Teneriffa. Obwohl vor kurzem vermutet wurde, dass die Art auf Teneriffa rückläufig ist, so weisen die Daten darauf hin, dass sich die Anzahl der Population in den letzten 20 Jahren erhöht hat.

Ernährung

Die Lorbeertaube ernährt sich überwiegend von den Früchten des Stinkenden Lorbeer (Ocotea foetens), jedoch ernährt sie sich auch von anderen Früchten wie Indische Persea (Persea indica), Kanaren-Lorbeer (Laurus azorica), Barbusano (Apollonias barbujana), Rhamnus glandulosa sowie kultivierte Arten wie Aprikosen und Kirschen. In landwirtschaftlichen Gebieten ergänzt die Lorbeertaube die Nahrung mit einigen Getreidearten wie Weizen, Flachs und Gerste sowie mit ein paar Blumenarten. Die Vögel wurden auch beobachtet, dass sie Pinienkerne in den Kiefernwäldern zu sich nehmen. Die Früchte des Stinkenden Lorbeer (Ocotea foetens) werden von der Lorbeertaube bevorzugt, besonders auf La Palma, wo diese Bäume häufiger vorkommen und das ganze Jahr über Früchte tragen. Auf La Gomera stehen der Lorbeertaube nur Lorbeerwälder zu Verfügung, da es keine gemischten Pinienwälder gibt. Die modifizierten Flächen in den Wäldern enthalten zum Teil Obstbäume, die auch die Lorbeertaube gelegentlich aufsucht.

Fortpflanzung

Prädator: Hauskatze (Felis catus)
vergrößern
Prädator: Hauskatze (Felis catus)

Das Nest wird hauptsächlich auf dem Boden, in Felsspalten, unter Baumstämmen oder Steinen in dichter Strauchvegetation angelegt und besteht aus Ästen, Zweigen und Farnen. Die Brutzeit erstreckt sich zumindest von März bis September, obwohl es auch durchaus möglich ist, dass die Lorbeertaube das ganze Jahr über nistet. Das Gelege besteht nur aus einem weiß gefärbten Ei und die Inkubation dauert 18 bis 20 Tage. Das Küken verlässt das Nest, wenn es 22 bis 24 Tage als ist, bleibt aber zunächst in der Nähe des Nestes. Dies ist eine kritische Zeit für das Küken, da es den natürlichen Feinden ausgesetzt ist, wie Ratten, verwilderte Hauskatzen und Sperber. In den ersten paar Wochen bleibt die juvenile Lorbeertaube in Gesellschaft der Erwachsenen.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gilt die Art als gering gefährdet. Die Art kommt nur auf vier Inseln vor, auf denen sie allerdings bedroht ist und das könnte in Zukunft negative Auswirkungen auf diese Art haben. Der Brutbestand wird auf 1.000 bis 2.500 Brutpaare geschätzt, dies entspricht etwa 3.000 bis 7.5000 Indiviuen und etwa 2.000 bis 5.000 geschlechtsreife Individuen. Der Verlust von Lebensraum ist umfangreich. Die Trocken- und Lorbeerwälder wurden seit dem 15. Jahrhundert intensiv ausgebeutet. Aufgrund der Nachfrage werden immer noch einige Bereiche des verbliebenen Waldes für Holz-Pfähle und Masten weiter abgeholzt, insbeondere für die Landwirtschaft sowie für den Weinbau. Auch die Beweidung durch die Nutztiere, insbesondere Schafe, wirken sich negativ auf den Lebensraum auf El Hierro und La Gomera aus. Des Weiteren werden die Nester von Ratten und verwilderten Hauskatzen vor allem auf Teneriffa geplündert. Eine weitere Bedrohung ist die illegale Jagd, vor allem, wenn die Vögel trinken oder auf Nahrungssuche sind. Auch Freizeitaktivitäten wie Klettern, Abseilen, Mountain-Bike und Motocross stören die Brutvögel beim Brüten. Möglicherweise ist die Art durch Ausbrüche von Newcastle Disease und Tuberkulose bedroht.

Prädator: Hausratte (Rattus rattus)
vergrößern
Prädator: Hausratte (Rattus rattus)

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

'Persönliche Werkzeuge