Lyssomanes viridis

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Lyssomanes viridis
Männchen

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Salticoidea
Familie: Springspinnen (Salticidae)
Gattung: Lyssomanes
Art: Lyssomanes viridis
Wissenschaftlicher Name
Lyssomanes viridis
(Walckenaer, 1837)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:034360]

Die Spinnenart Lyssomanes viridis gehört innerhalb der Familie der Springspinnen (Salticidae) zur Gattung Lyssomanes. Im Englischen wird diese Art Magnolia Green Jumper genannt.

Zuweilen wurde lange Zeit darüber diskutiert, ob man die Arten aus der Gattung Lyssomanes in eine separate Familie Lyssomanidae platzieren sollte, aber die jüngsten taxonomischen Studien (Galiano, 1976) ergaben, dass man schließlich die Arten aus der Gattung Lyssomanes der Familie der Springspinnen (Salticidae) zuordnete.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Lyssomanes viridis erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 5 bis 6 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 7 bis 8 Millimeter. Beide Geschlechter sind ähnlich gefärbt und unterscheiden sich nur etwas in der Körperlänge. Das Männchen besitzt sehr lange und kräftige Cheliceren und weist eine durchscheinende gelbgrüne Körperfäbung auf. Zwischen den Augen zeigen sich rote bis orangefarbene Härchen, die zuweilen wie ein Mützchen oder wie ein Scheitel wirken. Des Weiteren ziehen sich dunkle pigmentierte Linien an den Seiten des Opisthosoma entlang. Das Weibchen weist ebenfalls eine durchscheinende gelbgrüne Körperfärbung auf, aber die seitlichen dunklen Linien auf dem Opisthosoma fehlen. Ferner befinden sich bei dem Weibchen ebenfalls zwischen den Augen rote bis weißliche Härchen. Die Cheliceren sind bei dem Weibchen nicht so lang und kräftig ausgebildet wie bei dem Männchen. Ein beeindruckendes Merkmal bei dieser Art sind die riesigen Frontalaugen, die wie Scheinwerfer wirken. Je nach Lichteinfall und Vegetation verändert sich die Augenfarbe der Frontalaugen, mal erscheint die Augenfarbe in Gelb, dann nimmt die Augenfarbe erstaunlicherweise eine schwärzliche oder eine grünliche Tönung an. Die vorderen seitlichen Augen befinden sich relativ weit hinter den vorderen medialen Augen. Die Jungspinnen sind klein bis mittelgroß und weisen ziemlich kurze Beine auf. Der Körper der Jungspinnen ist eher behaart (pubertierend) und häufig bunt oder irisierend. Die Tiere trifft man oft im Frühjahr und im Frühsommer an, die Weibchen kann man bis in den August hinein noch finden. <2>

Lebensweise

Lyssomanes viridis
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Lyssomanes viridis

Die Paarung findet im Mai statt und endet Mitte Juni. Einige Weibchen trifft man noch im August an. Das Weibchen legt etwa 25 bis 70 Eier auf der Unterseite des Blattes von Magnolienpflanzen ab. In der Regel bewacht das Weibchen die Eier. Die transparenten hellgrünen Eier sind etwa 1 Millimeter groß, werden lose in Seide gesponnen (kein gesonderter Kokon) und unter dem Blatt einer Magnolienpflanze befestigt. Die erste postembryonale Phase dauert etwa fünf Stunden und die zweite postembryonale Phase etwa sieben Tage. Nach der zweiten postembryonalen Phase finden etwa sieben Häutungen einschließlich der Weibchen statt. Die erste Häutung der Spiderlinge dauert etwa von Juni bis Juli. Die meisten Individuen erreichen die zweite Häutung erst im August. Die Mehrheit erreicht die dritte bis vierte Häutung im September und die fünfte Häutung im Winter. Im darauffolgenden Jahr im März durchlaufen die Weibchen die sechste und siebte Häutung. Im Allgemeinen häuten sich die Männchen weit weniger als die Weibchen. Die Spiderlinge werden während der Häutungszeit von dem Weibchen gefüttert. Häufig sind die adulten Tiere und die Spiderlinge mit Fadenwürmern (Nematoden) befallen.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Lyssomanes viridis umfaßt folgende Gebiete: Haiti, Panama, Florida, Georgia, Massachusetts sowie Südkarolina. Lyssomanes viridis hält sich überwiegend auf der Immergrünen Magnolie (Magnolia grandiflora) auf. Diese Magnolienpflanze war für die Spinne im Englischen namensgebend. Je nach Lebensraum findet man die Spinne auch auf Palmenplantagen sowie zwischen verschiedenen Heidekrautgewächsen (Ericaceae). Ferner hält sich die Spinne in Sträuchern und im Gestrüpp der Sand-Kiefer (Pinus clausa) auf. <3>

Ernährung

Wie alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae), so ernährt sich auch diese Spinnenart von Insekten (Insecta). Sie lauert an exponierten Stellen auf ihre Beute und springt sie meist aus dem Hinterhalt an. Dabei spielt der Sehsinn eine außerordentliche Rolle. Die Spinne kann die Beute von weitem schon anvisieren und springt gezielt mehrere Zentimeter weit, um sie zu fangen. Die adulten Spinnen sowie die noch nicht ausgewachsenen Spiderlinge tendieren zur größeren Beute wie zum Beispiel Schwebfliegen (Syrphidae) wie Toxomerus geminatus, Zuckmücken (Chironomidae) und Langbeinfliegen (Dolichopodidae). Des Weiteren ernährt sich die Spinne von parasitären Wespen aus der Familie Encyrtidae und von Pflanzenläusen (Sternorrhyncha), wobei die adulten Männchen hauptsächlich Zweiflügler (Diptera) und Springspinnen (Salticidae) der Gattung Hentzia erbeuten, während die adulten Weibchen sich überwiegend von Langbeinfliegen (Dolichopodidae), Zweiflüglern (Diptera) sowie von Staubläusen (Psocoptera) ernähren.

Lyssomanes viridis
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Lyssomanes viridis

Prädatoren

Zu den natürlichen Hauptfeinden der Lyssomanes viridis zählt insbesondere die Schlammwespe Trypoxylon politum, die ihr Nest ebenfalls auf der Unterseite der Blätter von Magnolienpflanzen anlegt. Das Nest der Schlammwespe Trypoxylon politum ist nicht nur mit dieser Spinnenart gefüllt, sondern enthält auch zahlreiche andere Spinnenarten aus der Familie der Echten Radnetzspinnen (Araneidae). Die Schlammwespe betäubt die Spinne mit einem Stich, transportiert sie in eine der zahlreichen Kammern im Nest. Den Vorgang wiederholt die Schlammwespe einige Male bis die Kammern mit mehreren Spinnen gefüllt sind. Danach wird in jede Kammer des Nestes ein Ei gelegt und anschließend verschlossen. Sind die Larven der Schlammwespe geschlüpft, ernähren sie sich von den Weichteilen der Spinne, die in den Vorratskammern eingelagert wurden.

Fortpflanzung

Wie bei allen anderen Spinnen auch, werden die Männchen vor dem Weibchen geschlechtsreif und machen sich auf die Suche nach einer geeigneten Partnerin. Trifft ein Männchen auf ein vor der letzten Häutung stehendes Weibchen, so bleibt es bei ihm und paart sich mit ihm, sobald sich das Weibchen gehäutet hat. Vor der Paarung wird das Weibchen mit charakteristischen Tänzen umworben. Dieser Tanz geht folgendermaßen vor sich: Das Männchen richtet sich hoch auf, streckt seine Vorderbeine hoch, die bei dem geschlechtsreifen Männchen eine Signalfarbe tragen, und winkt mit diesem ersten Beinpaar, indem das Männchen sich vor dem Weibchen hin und her bewegt, bis beide Tiere sich Kopf an Kopf gegenüberstehen. Nimmt das Weibchen diese Werbung an, d. h., bleibt es still stehen, dann kommt es zur Paarung. Das Weibchen baut nach der Paarung eine übergroße Seidenzelle an der Unterseite eines Magnolien-Blattes, in die es seine transparenten hellgrünen Eier legt und sie darin bewacht, bis die Jungspinnen schlüpfen, was meist bis zur zweiten Häutung dauert, da die Jungspinnen zuerst fast blind sind und erst nach der zweiten Häutung voll entwickelte Augen haben.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 13. Juli 2008 <1>

Lyssomanes viridis mit Zartspinne (Anyphaenidae)
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Lyssomanes viridis mit Zartspinne (Anyphaenidae)

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

'Persönliche Werkzeuge