Mäusebussard

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Mäusebussard

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Greifvögel (Falconiformes)
Familie: Habichtartige (Accipitridae)
Unterfamilie: Bussardartige (Buteoninae)
Gattung: Bussarde (Buteo)
Art: Mäusebussard
Wissenschaftlicher Name
Buteo buteo
Linnaeus, 1758

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Der Mäusebussard (Buteo buteo) gehört innerhalb der Familie der Habichtartigen (Accipitridae) zur Gattung der Bussarde (Buteo). Im Englischen wird der Mäusebussard common buzzard genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Mäusebussard erreicht eine Körperlänge von 52 bis 57 Zentimeter, eine Flügelspannweite von 110 bis 130 Zentimeter sowie ein Gewicht von 700 bis 1.000 Gramm. Wie bei allen Greifvögeln wird das Weibchen rund 25 Prozent größer und schwerer als das Männchen. Das Obergefieder ist sehr variabel gefärbt. Es kann schwarzbraun, braun bis dunkelbraun, fast weiß oder auch gräulich sein. Die Bauchseite ist dabei immer deutlich heller. Dunkle Gefieder sind meist hell gebändert, sehr helle Gefieder weisen hingegen eine bräunliche Bänderung auf. Die Flügelspitzen sind immer deutlich dunkler gefärbt als das restliche Gefieder. Im Flug ist er sehr leicht zu erkennen. Charakteristisch sind seine breiten, deutlich abgerundeten Flügel und der relativ kurze Schwanz. Die Beine und die Klauen sind gelblich gefärbt. Der Schnabel ist grau bis dunkelgrau. Die Wachshaut im Gesicht, die am Schnabelansatz beginnt, ist gelblich gefärbt. Der Mäusebussard lebt meist einzelgängerisch oder auch paarweise.

Verbreitung

Der Mäusebussard ist in weiten Teilen Europas und Asiens verbreitet. Im Norden reicht das Verbreitungsgebiet bis in die polaren Gebiete Skandinaviens. Im Süden werden Südeuropa, der Mittlere Osten und Nordafrika besiedelt. Im Osten reicht das Verbreitungsgebiet bis ins Ferne Sibirien. Auch in den gemäßigten Regionen von Zentralasiens ist er zu Hause. Die nördlichen Populationen ziehen im Winter in südliche Gebiete, um der strengen Kälte der polaren Winter zu entgehen. Sie ziehen je nach Verbreitungsgebiet nach Ost- oder Südost-Afrika oder nach Südostasien. Der Lebensraum der Mäusebussarde ist so vielfältig wie das Verbreitungsgebiet. Sie bewohnen neben der Tundra und Steppen auch Grasland. Auch landwirtschaftliche Flächen und teilweise auch die alpinen Hochgebirge werden besiedelt. In der Nähe menschlicher Siedlungen werden sie ebenfalls oft gesehen. Nist- und Schlafplätze sind meist in lichten Wäldern oder an deren Rändern zu finden.

Unterarten

Ernährung

Der Mäusebussard ist hauptsächlich ein reiner Ansitzjäger, der nur selten aus dem Suchflug heraus jagt. Die Hauptnahrungsquelle besteht dabei aus Nagetieren wie Kaninchen, Mäuse und Ratten. Ist ein Beutetier erspäht, so fliegt er es im langsamen Sinkflug an und greift dann blitzschnell zu. Darüber hinaus werden aber auch Reptilien und Vögel erjagt. Gelegentlich wird auch Aas nicht verschmäht. Das Jagdrevier ist mit ein bis zwei Quadratkilometer sehr klein. Insgesamt ist der Mäusebussard, was sein Nahrungsverhalten angeht, sehr anpassungsfähig und daher wohl auch so erfolgreich.

Fortpflanzung

Der Mäusebussard erreicht die Geschlechtsreife mit rund drei Jahren. Die Paarungszeit beginnt in seinen natürlichen Verbreitungsgebieten für gewöhnlich im zeitigen Frühjahr. Mäusebussarde leben in monogamer Einehe. Diese Ehe hält meist über mehrere Jahre, wenn nicht sogar bis zum Lebensende. Das eigentliche Brutrevier ist mit rund zwei bis drei Quadratkilometer relativ klein. Während der Balz kommt es zu filigranen Balzflügen, die sich durch kreisende Rundflüge auszeichnen und an deren Ende die eigentliche Kopulation steht. Die eigentliche Kopulation dauert meist nur wenige Sekunden. Ihren Horst bauen die Mäusebussarde in mittlere Höhen in Bäume, die sich meist im Wald oder an deren Ränder befinden. Die Horste werden von beiden Altvögeln aus Ästen, Reisig und Rinde gebaut und weisen einen Durchmesser von 60 bis 70 Zentimeter auf.

Das Weibchen legt zwischen zwei und vier Eier, die überwiegend vom Weibchen über einen Zeitraum von rund 35 Tagen ausgebrütet werden. Die Jungvögel werden vom Weibchen in den ersten drei oder vier Tagen gehudert. Mit 45 bis 50 Tagen sind die Jungvögel flugfähig, werden aber weitere sechs Wochen von den Eltern mit Nahrung versorgt. Mit etwa zehn bis zwölf Wochen sind sie dann endgültig selbständig. In Freiheit erreichen Mäusebussarde meist nur ein Alter von bis zu 20 Jahren, in Gefangenschaft haben sie eine Lebenserwartung von durchaus 25 bis 30 Jahren.

Galerie

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Pierandrea Brichetti: Vögel. In Garten, Park und freier Natur. Neuer Kaiser Verlag , 2002.ISBN 370431322X
  • Rob Hume: Vögel in Europa. Dorling Kindersley; Auflage: 1 (Januar 2003) ISBN 3831004307
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Dr. Einhard Bezzel: Der zuverlässige Naturführer. BLV Handbuch Vögel. 3. überarbeitete Auflage (2006). BLV Buchverlag GmbH & Co. KG, München.ISBN 3-8354-0022-3; ISBN 3-8354-0022-1
  • Manfred Pforr, Alfred Limbrunner: Ornithologischer Bildatlas der Brutvögel Europas, Band 2. Weltbild Verlag GmbH, Augsburg, 1991 ISBN 3894400072

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