Maevia inclemens

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Maevia inclemens
Männchen: zweite Form

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Salticoidea
Familie: Springspinnen (Salticidae)
Gattung: Maevia
Art: Maevia inclemens
Wissenschaftlicher Name
Maevia inclemens
(Walckenaer, 1837)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:034384]

Die Spinnenart Maevia inclemens gehört innerhalb der Familie der Springspinnen (Salticidae) zur Gattung Maevia. Im Englischen wird die Art Dimorphic Jumping Spider oder Blackbodien Jumping Spider genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Maevia inclemens erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 5 bis 7 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 7 bis 10 Millimeter. Diese Art ist wie fast alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae) durch die untersetzte, kurzbeinige Körpergestalt und durch die besonders leistungsfähigen Augen gut charakterisiert. Vorn an der Stirn liegen nebeneinander vier scheinwerferartig vergrößerte Augen, an jeder Seite des steil abfallenden Kopfteils hintereinander zwei weitere, deutlich kleinere Augen. Das auffallend vergrößerte, mittlere Frontalaugenpaar entspricht gewissermaßen zwei Teleobjektiven. Die beiden Netzhäute können vor- und zurückgeschoben werden und so ein scharfes Abbild des angepeilten Objekts entwerfen. Da die Netzhäute aber zusätzlich seitlich verschoben werden können, vermag die Spinne außerdem ihren Blickwinkel zu verändern, ohne sich selbst zu bewegen. Das Männchen dieser Art erscheint in zwei sehr unterschiedlichen Formen. Die beiden Formen unterscheiden sich nicht nur im Aussehen, sondern unterscheiden sich auch sehr deutlich in ihrem jeweiligen Balzverhalten. Die erste Form weist ein schwarzes Prosoma und hellgelbe Beine sowie drei kleine schwarze Haarbüschel über den Augen auf. Die zweite Form hat einen gräulichen Körper mit roten, weißen und schwarzen Markierungen, die besonders an den Beinen markant erscheinen. Das Weibchen ähnelt der zweiten Form und weist schwach V-förmige Markierungen und ein helles Opisthosoma auf. <2>

Lebensweise

Die Spinne ist sehr lebhaft und schnell, sie ist tagaktiv und sehr wärme- und sonneliebend. Zum Beutefang webt die Spinne kein Netz, sondern erkennt als ausgesprochenes Augentier das Opfer recht bald, verfolgt und beschleicht das Opfer, um es dann im geeigneten Moment anzuspringen und mit einem Biß zu lähmen. Vor dem Sprung befestigt die Spinne jedoch einen Sicherheitsfaden am Boden, zum einen, um nicht von einem größeren Beutetier mitgenommen zu werden, zum andern, um sich blitzschnell zurückziehen zu können. Zum Wohnen, Überwintern und als Schutz beim Häuten und bei der Eiablage webt sich die Spinne ein feines, sackartiges Wohngespinst.

Verbreitung

Maevia inclemens kommt in folgenden Verbreitungsgebieten vor: Kanada, Mexiko, Arkansas, Florida, Georgia, Kansas, Michigan, Minnesota, Nebraska, New York, Nordkarolina, Pennsylvania, Südkarolina, Wisconsin. Diese Art hält sich vorwiegend auf oder an krautigen Pflanzen in der Nähe von Wasser auf. Gelegentlich trifft man sie auch an Waldrändern an. <3>

Maevia inclemens - Weibchen - erste Form gleicht der zweiten Form
vergrößern
Maevia inclemens - Weibchen - erste Form gleicht der zweiten Form

Ernährung

Wie alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae), so ernährt sich auch diese Spinnenart von Insekten (Insecta) wie zum Beispiel Fliegen (Brachycera) und Mücken (Nematocera). Gelegentlich werden auch Springschwänze (Collembola) von der Spinne nicht verschmäht. Sie lauert an exponierten Stellen auf ihre Beute und springt sie meist aus dem Hinterhalt an. Dabei spielt der Sehsinn eine außerordentliche Rolle. Die Spinne kann die Beute von weitem schon anvisieren und springt gezielt mehrere Zentimeter weit, um sie zu fangen.

Fortpflanzung

Wie bei allen anderen Spinnen auch, werden die Männchen vor dem Weibchen geschlechtsreif und machen sich auf die Suche nach einer geeigneten Partnerin. Trifft ein Männchen auf ein vor der letzten Häutung stehendes Weibchen, so bleibt es bei ihm und paart sich mit ihm, sobald sich das Weibchen gehäutet hat. Vor der Paarung wird das Weibchen mit charakteristischen Tänzen umworben. Dieser Tanz geht folgendermaßen vor sich: Das Männchen richtet sich hoch auf, streckt seine Vorderbeine hoch, die bei dem geschlechtsreifen Männchen eine Signalfarbe tragen, und winkt mit diesem ersten Beinpaar, indem das Männchen sich vor dem Weibchen hin und her bewegt, bis beide Tiere sich Kopf an Kopf gegenüberstehen. Nimmt das Weibchen diese Werbung an, d. h., bleibt es still stehen, dann kommt es zur Paarung. Das Weibchen baut nach der Paarung eine übergroße Seidenzelle, in die es seine Eier legt und sie darin bewacht, bis die Jungspinnen schlüpfen, was meist bis zur zweiten Häutung dauert, da die Jungspinnen zuerst fast blind sind und erst nach der zweiten Häutung voll entwickelte Augen haben.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Maevia inclemens - Männchen - zweite Form
vergrößern
Maevia inclemens - Männchen - zweite Form
Maevia inclemens - Männchen mit Springschwanz - erste Form
vergrößern
Maevia inclemens - Männchen mit Springschwanz - erste Form

Update 13. Juli 2008 <1>

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

'Persönliche Werkzeuge