Magenta-Sturmvogel

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Magenta-Sturmvogel

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Röhrennasen (Procellariiformes)
Familie: Sturmvögel (Procellariidae)
Gattung: Hakensturmtaucher (Pterodroma)
Art: Magenta-Sturmvogel
Wissenschaftlicher Name
Pterodroma magentae
(Giglioli & Salvadori, 1869)

IUCN-Status
Critically Endangered (CR)

Der Magenta-Sturmvogel (Pterodroma magentae) zählt innerhalb der Familie der Sturmvögel (Procellariidae) zur Gattung der Hakensturmtaucher (Pterodroma). Im Englischen wird der Magenta-Sturmvogel magenta petrel oder chatham island taiko genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Magenta-Sturmvogel ist ein mittelgroßer Sturmvogel und erreicht eine Körperlänge von etwa 38,0 Zentimeter und ein Gwicht von 400,0 bis 600,0 Gramm. Das Gefieder des Magenta-Sturmvogel ist meist einheitlich bräulich-grau am Kopf, am Hals, im Bereich der oberen Brust, der Flügel sowie am Schwanz gefärbt. Der untere Brustbereich sowie der Bauch und die Schwanzunterdecken weisen eine weiße Tönung auf. Die Flügelunterseiten sind braun und im unteren Bereich der Handschwingen zeigt sich ebenfalls eine braune Färbung. Der Schnabel weist eine schwarze Tönung auf. Die Beine sind pinkfarben geschönt und die Füße sind proximal rosa und distal schwarz getönt. Der Magenta-Sturmvogel ähnelt dem Phönixsturmvogel (Pterodroma alba), jedoch ist die letztgenannte Art kleiner und das Gefieder weist insgesamt eine einheitliche braune Färbung auf. Des Weiteren weist der Magenta-Sturmvogel eine Ähnlichkeit mit dem Schlegelsturmvogel (Pterodroma incerta) auf. Die letztgenannte Art wirkt eher kompakter und der die Schwanzunterdecken sind von einer braunen Tönung. Die Rufe des Magenta-Sturmvogel klingen etwa wie or-wik, si, si, si und orr.

Lebensweise

Laut der Roten Liste der IUCN brütet der Magenta-Sturmvogel in einer fragmentierten Kolonie im dicht bewaldeten Gebiet, etwa vier bis sechs Kilometer landeinwärts. Die Brutzeit findet in den Monaten von September bis Mai statt. Die Männchen besetzen vor der Paarbildug und Brutzeit für ein bis drei Jahre die Höhlen. Der Höhleneingang kann bis zu 5 Meter lang sein. Die nicht brütenden Weibchen halten sich selten in der Kolonie auf. Die Männchen treffen in einem Alter von 4 bis 5 Jahren in der Kolonie ein und die Weibchen erst in einem Alter von 6 bis 9 Jahren. Der erste Brutversuch erfolgt mit etwa 10 Jahren. Die Paare bilden eine lebenslange Bindung und pro Jahr wird nur ein Ei gelegt. Beide Partner bebrüten das Ei. Wenn das Küken flügge ist, klettert es auf einen Baum, von dem aus das Küken seinen Flug startet und sofort aufs Meer hinausfliegt.

Verbreitung

Chatham Islands - Neuseeländische Seebären (Arctocephalus forsteri)
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Chatham Islands - Neuseeländische Seebären (Arctocephalus forsteri)

Laut der Roten Liste der IUCN wurde der Magenta-Sturmvogel im Jahr 1978 in der südöstlichen Ecke der Chatham Insel, Neuseeland, nach 111 Jahren zum ersten Mal auf See wiederentdeckt. Die Population erfuhr in den vergangenen Jahrzehnten einen massiven historischen Niedergang. Im Jahr 1994 waren nur noch vier Brutpaare bekannt, obwohl vermutet wurde, dass andere unentdeckt blieben und dass die Population zu diesem Zeitpunkt weiterhin rückläufig war. Im Jahr 2004 ergab eine Erhebung einer Population 120 Individuen, darunter 15 Brutpaare. In den Jahren von 1987 bis 1988 und bis 2000 wurden nur 16 flüggegewordene Küken gezählt und im Jahr 2002 wurden insgesamt sieben Küken flüggegewordene Küken gezählt. Bis 2006 gab es 35 aktive Höhlen mit schätzungsweise 25 Brutpaaren und 11 flüggegewordene Küken, wodurch sich die Gesamtzahl der flüggegewordene Küken seit 1987 auf 63 erhöhte. Insgesamt haben vermutlich 17 Paare in der Brutsaison 2009/2010 Eier gelegt. Zwischen den Jahren 2007 und 2009 wurden insgesamt 34 Küken erfolgreich im Tuku Naturschutz-Gebiet im Süden der Chatham Insel aufgezogen. Die Küstengewässer (1 bis 2 Kilometer vor der Küste der Kolonie) um Otawae Point sind für die Nichtbrüter und während der Balz in der Nacht sehr wichtig. Die Nahrungsquellen befinden sich wahrscheinlich ostwärts im Pazifischen Ozean in den Gewässern westlich vor Südamerika und im Süden der Insel. Im Dezember 2004 wurde ein Vogel zwischen der Chatham Insel und der Bounty Insel gesichtet und ein Individuum wurde im Jahr 2008 auf See vor der Chatham Insel fotografiert.

Ernährung

Der Magenta-Sturmvogel ernährt sich hauptsächlich von Tintenfischen, Krebstieren und von kleinen Fischen. Die Nahrungssuche und -aufnahme erfolgen vorzugsweise in der Nacht, entweder einzelgängerisch oder in kleinen Gruppen. Nicht selten schließen sich Magenta-Sturmvögel auf der Nahrungssuche anderen Seevögeln an. Ist ein Beutetier gesichtet, so stürzt sich der Magenta-Sturmvogel ins Wasser und taucht im Folgenden nach der Beute. Nicht selten werden Beutetiere unmittelbar an der Wasseroberfläche gejagt.

Fortpflanzung

Chatham Islands - Bauerngehöfte mit Viehzucht
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Chatham Islands - Bauerngehöfte mit Viehzucht

Laut der Roten Liste der IUCN brütet der Magenta-Sturmvogel in einer fragmentierten Kolonie im dicht bewaldeten Gebiet, etwa vier bis sechs Kilometer landeinwärts. Die Brutzeit findet in den Monaten von September bis Mai statt. Die Männchen besetzen vor der Paarbildug und Brutzeit für ein bis drei Jahre die Höhlen. Der Höhleneingang kann bis zu 5 Meter lang sein. Die nicht brütenden Weibchen halten sich selten in der Kolonie auf. Die Männchen treffen in einem Alter von 4 bis 5 Jahren in der Kolonie ein und die Weibchen erst in einem Alter von 6 bis 9 Jahren. Der erste Brutversuch erfolgt mit etwa 10 Jahren. Die Paare bilden eine lebenslange Bindung und pro Jahr wird nur ein Ei gelegt. Beide Partner bebrüten das Ei. Wenn das Küken flügge ist, klettert es auf einen Baum, von dem aus das Küken seinen Flug startet und sofort aufs Meer hinausfliegt.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN ist die Art vom Aussterben bedroht, da sie einen extrem schnellen historischen Rückgang über drei Generationen (60 Jahre) durchlaufen hat. Die anhaltenden Rückgänge haben anscheinend aufgehört und die Population erholt sich dank intensiver Naturschutzarbeit, so dass vielleicht die Art in nächster Zukunft in eine andere Kategorie eingestuft werden kann. Die Population erhöhte sich ab 2006 von 120 auf 150 geschlechtsreife Individuen (G. Taylor in litt 2005, Stephenson 2006a, Stephenson 2006b).

Laut der Roten Liste der IUCN wurde zehn Jahr lang intensiv nach dem Magenta-Sturmvogel gesucht bis er im Jahr 1978 wiederentdeckt wurde, jedoch wurden keine Höhlen gefunden. Im Jahr 1987 wurden an den Schwanzfedern der Vögel Radio-Sender befestigt, die schließlich zur Entdeckung von drei Höhlen geführt haben und es wurden sofort Fallen für Prädatoren aufgestellt. Im Jahr 1999 wurden mindestens 17 neue Höhlen entdeckt. Die Brutgebiete sind im Tuku Naturschutz-Gebiet geschützt. Die Prädatoren-Kontrolle wurden im Jahr 1996 intensiviert. Alle Höhlen werden während der Brutzeit überwacht und Infrarot-Kameras wurden in jedem Nest eingesetzt, um die Aktivitäten zu überwachen und die Prädatoren zu identifizieren. Aufgrund der Studien von Ei- und Kükenaufzucht des eng verwandten Langflügel-Sturmvogel (Pterodroma macroptera) und der Analyse seiner Ernährung konnten diese Erfahrungen und Verfahren auf den in Gefangenschaft gehaltenen Magenta-Sturnvogel angewandt werden. Im Jahr 2006 wurde auf einer 3 Hektar großen Kolonie hölzerne Bauten und ein Wiedergabe-Sound-System in der Nähe der Brutplätze eingerichtet sowie Küken angesiedelt, um so eine neue Kolonie zu bilden. Acht Küken wurden im April/Mai 2007 erfolgreich aufgezogen und 13 Küken im Jahr 2008 sowie im Jahr 2009 wurden auch 13 Küken erfolgreich aufgezogen. Im Jahr 1998 wurde ein Chatham Insel Taiko Trust gegründet, um den rechtlichen Status zur Fortsetzung der Arbeit sicher zu stellen. Das Naturschutz-Gebiet Tuku ist mit einer Gruppe von Höhlen eingezäunt und es findet derzeit eine Befragung der Landbesitzer statt, um die tatsächliche Fläche zu bestimmen, und den Schutz auf Dauer erhalten. Im Jahr 2011 wird das Ziel sein, eine sich selbst erhaltende Population von mindestens 250 Individuen zu schaffen.

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Klasse der Vögel (Aves)

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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