Malabar-Zibetkatze

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Malabar-Zibetkatze
Fofo folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Katzenartige (Feloidea)
Familie: Schleichkatzen (Viverridae)
Unterfamilie: Zibetkatzen (Viverrinae)
Gattung: Asiatische Zibetkatzen (Viverra)
Art: Malabar-Zibetkatze
Wissenschaftlicher Name
Viverra civettina
Blyth, 1862

IUCN-Status
Critically Endangered (CR)

Die Malabar-Zibetkatze (Viverra civettina) zählt innerhalb der Familie der Schleichkatzen (Viverridae) zur Gattung der Asiatischen Zibetkatzen (Viverra). Im Englischen wird die Malabar-Zibetkatze Malabar Civet oder Malabar Large-spotted Cive genannt (IUCN, 2014). Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt (Wilson & Reeder, 2005).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Malabar-Zibetkatze erreicht je nach Geschlecht eine Körperlänge von 75 bis 85 cm, eine Schwanzlänge von rund 30 bis 40 cm und ein Gewicht von 6.500 bis 8.000 g. Das Fell weist eine gräuliche bis goldbraune oder gelblichbraune Grundfärbung auf und ist mit kleinen dunklen Tupfen durchzogen. Im Bereich des Halses zeigen sich je rechts und links ein dunkler Streifen. Markantes Merkmal ist der dunkelbraune bis schwarze Aalstrich, der sich vom Schwanzansatz bis auf Höhe der Schultern erstreckt. Der Schwanz ist mit dunklen Bändern geringelt. Die Füße sind bräunlich, die Haut um die Fußballen ist nackt. Das Gebiss besteht aus 40 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet ii3/3, c1/1, p4/4, m2/2. Über eine Perinealdrüse sondert die Malabar-Zibetkatze ein öliges Sekret ab, dass der Reviermarkierung dient. Die Drüse liegt im Analbereich und ist eng mit den Genitalien verbunden (Novak, 1999).

Lebensweise

Malabar-Zibetkatzen leben einzelgängerisch und sind ausschließlich in der Nacht aktiv. Zu dieser Zeit gehen sie auch auf Nahrungssuche. Die Geschlechter treffen nur zur Paarungszeit aufeinander. Am Tage ruhen die Tiere an geschützten Stellen in dichter Bodenvegetation. Man geht davon aus, dass sie sich territorial verhalten und ihr Revier gegenüber Artgenossen verteidigen. Die Tiere leben wahrscheinlich nur am Boden. Ob sich die Tiere auch in Bäumen aufhalten ist unbekannt. Über die allgemeine Lebensweise ist so gut wie nichts bekannt (Novak, 1999).

Verbreitung

Die Malabar-Zibetkatze ist im südwestlichen Indien endemisch. Die Vorkommen erstrecken sich über die gebirgigen Ausläufer des Westghats zwischen Wayanad und Kanyakumari an der Südspitze Indiens. Das genaue Verbreitungsgbiet ist jedoch aufgrund der wenigen gesicherten Funde relativ unklar. Malabar-Zibetkatzen besiedeln feuchtwarme Wälder in niedriger und mittlerer Höhe. Tieflandwälder, Sumpf- und Uferwälder mit dichtem Unterholz werden besonders gerne besiedelt. Wie groß die Population ist, scheint völlig unklar zu sein. Von 1950 bis 1990 gab es nur zwei mögliche Sichtungen dieser Art. Seit 1990 konnte kein Tier mehr gesichtet werden. Wahrscheinlich ist die Art ausgestorben (IUCN, 2014).

Ernährung

Wahrscheinlich ist die Malabar-Zibetkatze ein Allesfresser. Weit oben auf der Speisekarte stehen kleinere Säugetiere (Mammalia) und die Eier von Vögeln (Aves). Aber auch reife Früchte und Aas werden nicht verschmäht (Novak, 1999).

Fortpflanzung

Über das Fortpflanzungsverhalten ist nichts bekannt. Die Weibchen der Malabar-Zibetkatze bringen meist 2 bis 3 Jungtiere im geschützten Dickicht zur Welt (Novak, 1999).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Die Malabar-Zibetkatze ist stark vom Aussterben bedroht oder ist bereits ausgestorben. Letzteres kann angenommen werden, da seit rund 25 Jahren kein Tier mehr gesichtet wurde. In der Roten Liste der IUCN wird die Art in der Kategorie CR, Critically Endangered, geführt. Die größte Bedrohung geht heute vom Verlust des natürlichen Lebensraumes und der damit einhergehenden Fragmentierung aus. In der Vergangenheit wurden die Tiere wegen des Zibet stark bejagt. Die Tiere wurden aber auch bejagt, da man ihnen nachsagte, dass sie dem Geflügel der einheimischen Bevölkerung nachstellen (IUCN, 2014).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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