Malachitfalter

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Malachitfalter

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Überordnung: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
Unterfamilie: Fleckenfalter (Nymphalinae)
Gattung: Siproeta
Art: Malachitfalter
Wissenschaftlicher Name
Siproeta stelenes
(Linnaeus, 1758)

Der Malachitfalter (Siproeta stelenes), auch unter dem Synonyme Nymphalis stelenes, Papilio stelenes, Papilio lavinia und Victorina stelenes sowie unter den Bezeichnungen Malachit und Bambuspage bekannt, zählt innerhalb der Familie der Edelfalter (Nymphalidae) zur Gattung Siproeta. Im Englischen wird der Malachitfalter malachite genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Malachitfalter ist ein mittelgroßer Schmetterling und erreicht eine Spannweite von etwa zwischen 85,0 bis 100,0 Millimeter. Er weist große Flügel auf, die auf der Oberseite eine leuchtend malachit-grüne oder gelb-grüne Färbung aufweisen, während die Unterseite hellbraun-orangefarben, weiß oder olivegrün erscheint. Die grünen Flecken wirken auf der Unterseite heller als auf der Oberseite und sind teilweise dunkelbraun umrahmt. Des Weiteren zeigt sich an den äußeren Rändern ein Band von grünen Flecken, die auf den Hinterflügeln größer erscheinen als auf den Vorderflügeln. Selbst die größeren grünen Punkte bilden ebenfalls ein breites Band auf den Vorder- und Hinterflügeln.

Lebensweise

Malachitfalter
vergrößern
Malachitfalter

Der Malachitfalter lebt vor allem in tropischen und subtropischen Wäldern, an den Waldrändern sowie in den Parkanlagen und in den Gärten der Städte. In Floria hält er sich in den Hainen auf, wo Mango, Zitrufrüchte und Avocados wachsen. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von der Amazonas-Region im Norden Brasiliens bis südlich von Texas und südlich von Floria. Die Populationen haben sich erst in den 1960er Jahren in Florida angesiedelt. Des Weiteren findet man den Malachitfalter auch an den karibischen und pazifischen sonnigen Hängen in niedriger und mittlerer Höhe. Die Flugzeit ist das ganze Jahr über, außer in den nördlichen Teile des VErbreitungsgebietes. Im Sommer gibt es zwei oder drei Generationen und die letzte Generation überwintert. Während der Flugzeit erfolgt auch die Paarung. Nach der Paarung legen die Weibchen ihre Eier einzeln auf den Wirtspflanzen ab. Aus den Eiern schlüpfen die Raupen, die sich dann von den Wirtspflanzen ernähren.

Unterarten

  • Siproeta stelenes stelenes - (Linnaeus, 1758)
  • Siproeta stelenes biplagiata - (Fruhstorfer, 1907)
  • Siproeta stelenes insularis - (Holland, 1916)
  • Siproeta stelenes meridionalis - (Fruhstorfer, 1909)
  • Siproeta stelenes sophene - (Fruhstorfer, 1907)

Verbreitung

Der Malachitfalter tritt in tropischen und subtropischen Regionen Amerikas. Er ist in ganz Mittel-, Nord- und Südamerika verbreitet und ist eine der häufigsten Schmetterlings-Arten. Die Verteilung erstreckt sich bis nördlich und südlich von Texas sowie bis an die Spitze Floridas. Des Weiteren kommt der Malachitfalter in Kuba und im südlichen Amazonas-Gebiet von Brasilien vor.

Ernährung

Raupe der Unterart Siproeta stelenes biplagiata
vergrößern
Raupe der Unterart Siproeta stelenes biplagiata

Die Erwachsenen ernähren sich vom Blütennektar sowie von faulenden Rattan-Früchte, Aas und vom Kot der Fledermäuse, während die Raupen sich von verschiedenen Wirtspflanzen ernähren, dazu zählen unter anderem die Akanthusgewächse (Acanthaceae), einschließlich Ruellia coccinea, Ruellia metallica, Justicia candalerianae, Justicia carthaginensis, Blechum brownie, Blechum blechum und Blechum pyramidatum.

Fortpflanzung

Die Eiablage beginnt kurz nach der Paarung. In der Regel erfolgt die Eiablage unmittelbar auf eine Futterpflanze. Dabei sind die Eier von einer klebrigen, stark eiweißhaltigen Schicht umgeben. Die Eier kleben so zusammen und sind geschützt. Das Eiweißsekret wird in der sogenannten Kittdrüse produziert und in den Eileiter abgegeben. Die äußere Hülle der Eier, das sogenannte Chorion, besteht aus einer chitinartigen Substanz. Die Entwicklung der Raupe setzt bereits mit der Befruchtung der Eier ein. Je nach Verbreitungsgebiet und klimatischen Bedingungen schlüpfen die fertig entwickelten Raupen nach 10 bis 20 Tagen. Die geschlüpften Raupen haben nur ein Ziel: fressen und so schnell wie möglich wachsen. Da die Haut der Raupen aus Chitin besteht, kann sie nicht mitwachsen. Es erfolgt also in regelmäßigen Abständen eine Häutung. Die Häutung wird dabei durch Hormone ausgelöst und gesteuert. Die Haut wird vom Kopf nach hinten hin abgestriffen. Unmittelbar nach der Häutung beginnt die Trocknung der neuen Haut. Während dieser Zeit verhält sich die Raupe regungslos und ist so schutzlos Fleischfressern ausgeliefert. Die stachligen Raupen sind gehörnt und weisen eine schwarze Färbung mit roten Markierungen auf. Steht am Ende des Raupenstadiums die Verpuppung an, so begeben sich die Raupen an eine geschützte Stelle. Im Innern der Hülle erfolgt die von außen nicht sichtbare Metamorphose. Der eigentliche Schlüpfvorgang dauert für gewöhnlich nicht länger als wenige Sekunden, allenfalls jedoch nur wenige Minuten. Hat sich ein fertiger Falter aus der Hülle befreit, so hängt er sich meist kopfüber an eine Unterlage. Bevor er auffliegt, müssen sein Körper und seine Flügel trocknen. Das Blut wird über feine Äderchen in die noch faltigen Flügel gepumpt. Nach wenigen Minuten, spätestens jedoch nach 10 Minuten ist der Falter flugfähig.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Heiko Bellmann: Der neue Kosmos-Schmetterlingsführer. Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen. Kosmos, 2003 ISBN 3440093301
  • Leon Rogez: Schmetterlinge und Raupen. Ensslin im Arena Verlag, 2006 ISBN 3401452541
  • Thomas Ruckstuhl: Schmetterlinge und Raupen. Gondrom Verlag, 2001 ISBN 3401452541
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
'Persönliche Werkzeuge