Mantophasma zephyra

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Mantophasma zephyra

Systematik
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Teilklasse: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Gladiatoren (Mantophasmatodea)
Familie: Mantophasmatidae
Unterfamilie: Mantophasmatinae
Tribus: Mantophasmatini
Gattung: Mantophasma
Art: Mantophasma zephyra
Wissenschaftlicher Name
Mantophasma zephyra
Zompro, Klass, Kristensen & Adis, 2002

Mantophasma zephyra zählt innerhalb der Familie Mantophasmatidae zur Gattung Mantophasma. Im Englischen wird die Art west wind gladiator genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Über die Gladiatoren (Mantophasmatodea) ist bisher noch nicht viel bekannt. Die ersten zwei bekannten, ausschließlich im tropischen Afrika lebenden Arten dieser erst im Jahre 2002 beschriebenen Insektenordnung wurden zunächst nur anhand von Museumspräparaten beschrieben und waren nur aus Museumssammlungen bekannt. Sie wiesen eine Körperlänge um die 20,0 Millimeter auf, besaßen einen freibeweglichen Kopf mit langen, aus vielen Gliedern bestehenden Antennen, waren flügellos, hatten einen weichen Panzer und am Ende des Hinterleibes zeigten sich zwei eingliedrige Anhänge (Cerci). Diese Beschreibung trifft grob auf die weiteren Arten der Gattung zu. Allgemein weisen sie eine große Ähnlichkeit auf, sowohl mit den Fangschrecken (Mantodea), als auch mit den Gespenstschrecken (Phasmatodea), woher auch der lateinische Name Mantophasmatodea stammt, er setzt sich aus den lateinischen Namen der beiden ähnlichen Gruppen zusammen.

Mantophasma zephyra erreicht eine Körperlänge von etwa 17,5 bis 22,5 Millimeter, wobei das Weibchen größer wird als das Männchen. Zwischen beiden Geschlechtern besteht ein leichter Dimorphismus. Die Mundwerkzeuge (Mandibeln) sind nur mit drei kleinen Zähnen im molaren Bereich ausgestattet. Die Palpen sind fünfsegmentiert (Oberkiefer) oder dreisegmentiert (Labium). Die Antennen sind lang, fadenförmig und vielsegmentiert. Die Ocelli (Punktaugen) fehlen. Das Tentorium ist ohne Perforation und die vordere Grube ragt weit über das vordere Kiefergelenk hinaus. Der Thorax ist vom Tergum (vorderer sklerotisierter Teil) eng überlappt. Das prothorakale Pleuron (seitlicher Teil eines Segments des Thorax) ist groß und voll ausgebildet. Die Flügel bei dieser Art fehlen ganz. Die Coxae (oberster Teil des Beines) sind verlängert. Abdomen, Tergum I und Coxosternum I sind unterschiedlich kurz und frei vom Metathorax. Die Atemlöcher I bis VIII befinden sich in der pleuralen Membran. Bei dem Männchen ist das Coxosternum IX nicht unterteilt und bildet einen Subgenital-Lappen mit einem medianen spatelförmigen Prozess. Die Taster fehlen. Die Cerci (paarige Hinterleibs-Anhänge am letzten Hinterleibssegment) sind segmentiert und prominent. Bei dem Weibchen zeigt sich ein kurzer Subgenital-Lappen, der durch das Coxosternum VIII gebildet wird. Die Abdominalsegmente sind kurz und stark sklerotisiert. Die Gonapophyse VIII ist distal deutlich stumpf und die Gonapophyse IX ist weitgehend mit den Abdominalsegmenten verschmolzen. Die Gonapophysen oder Valvulae (Valven) sind paarige Anhängsel am 8. und 9. Hinterleibssegment.
Habitat - Nama Karoo, Südafrika
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Habitat - Nama Karoo, Südafrika
Sie sind ein Teil des Eilegeapparats (Ovipositor) und dienen entsprechend zur Eiablage. Bei dem Weibchen sind die segmentierten Cerci (paarige Hinterleibs-Anhänge am letzten Hinterleibssegment) viel kürzer ausgebildet als bei dem Männchen. Die Farbe der Beine variiert zwischen einem gleichmäßigen Braunton oder einem hellen rötlich-braunen Farbton. Der Körper weist eine grünliche Färbung auf und die Seiten des Abdomens sind jeweils mit einem gelblich-grünen Streifen gezeichnet. Des Weiteren können sich rote Flecken zeigen. Der Kopf ist abgerundet und zwischen den bräunlich gefärbten Antennen befinden sich drei niedrige Tuberkel. Hinter den Antennen befinden sich keine Tuberkel. Die Augen sind schwach konvex ausgebildet.

Lebensweise

Mantophasma zephyra ist eine nachtaktive Art und ernährt sich von kleinen Insekten (Insecta). Die Art lebt vorwiegend in Halbwüstenlandschaften in den Hochebenen von Südafrika und hält sich zwischen den Grasbüscheln, die in den Felsspalten wachsen, auf. Nach der Paarung legt das Weibchen die Eier eingehüllt in einer schaumigen Masse im Sand ab, so dass die Eier die trockenen Sommermonate überstehen. Die Entwicklung der Jungtiere erfolgt während der feuchten Wintermonate und das Adultstadium erreichen sie im Frühjahr.

Verbreitung

Mantophasma zephyra kommt hauptsächlich in Namibia im Erongogebirge vor (das Erongogebirge ist eine Bergformation vulkanischen Ursprungs in Namibia) und hält sich in der Halbwüstenlandschaft Nama Karoo auf. Die Nama Karoo ist eine Halbwüstenlandschaft in den Hochebenen des Landes Südafrika, nördlich der Großen Randstufe und im südlichen Namibia.

Ernährung

Mantophasma zephyra ernährt sich von kleinen Insekten (Insecta). Ist die Beute in Reichweite, so wird sie mit den Vorderbeinen gefangen und festgehalten und beginnt mit den Mundwerkzeugen das Beutetier zu verzehren. Meist beginnt die Art mit dem Kopf des Beutetieres zuerst, um den möglichen Bissverletzungen durch das erbeutete Tier auszuweichen. Das Tier wird vollständig verzehrt.

Fortpflanzung

Um geschlechtsreif zu sein, bedarf es bei dieser Art wie bei den Fangschrecken einer Reifehäutung (Imaginalhäutung). Erst nach fünfmaliger Häutung verpaaren sich die Partner. Diese Zeit benötigen sie, um die Eier und die Spermien zu bilden. Dabei verbrauchen sie viel Energie, die durch eine stark erhöhte Nahrungsaufname erzielt wird. Die Partnersuche erfolgt durch Kommunikation, dabei trommelt das Männchen mit dem Hinterleib auf den Boden und erzeugt so Vibrationen. Das Weibchen erspürt die Vibrationen des Männchens und trommelt ebenfalls auf den Boden. Dem erzeugten Trommeln des Weichens folgt das Männchen und es kommt zwischen den Geschlechtern zur Paarung. Die Paarung kann mehrere Stunden oder sogar mehrere Tage dauern. Nach der Paarung legt das Weibchen die Eier eingehüllt in einer schaumigen Masse im Sand ab. Die schaumige Masse schützt die Eier vor der Austrocknung. Die Eier weisen eine ovale Form auf und sind von einer ockerfarbenen Tönung. Die Larven schlüpfen erst in der folgenden Regenzeit. Bis zur Geschlechtsreife häuten sich die Tiere fünfmal.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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