Marmor-Prachtantennenwels

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Marmor-Prachtantennenwels

Systematik
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Zwischenklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Überordnung: Ostariophysi
Ordnung: Welse (Siluriformes)
Familie: Antennenwelse (Pimelodidae)
Gattung: Leiarius
Art: Marmor-Prachtantennenwels
Wissenschaftlicher Name
Leiarius marmoratus
Gill, 1870

Der Marmor-Prachtantennenwels (Leiarius marmoratus) zählt innerhalb der Familie der Antennenwelse (Pimelodidae) zur Gattung Leiarius. Im Englischen wird er Common Achara genannt.

Der Marmor-Prachtantennenwels sieht dem Leopard-Antennenwels (Perrunichthys perruno) zum Verwechseln ähnlich. Allerdings sind geringe Unterscheidungskriterien vorhanden, so weist der Leopard-Antennenwels unter anderem acht Rückenflossenstrahlen (eine harte und sieben weiche) sowie einen schmäleren Kopf auf. Aufgrund der oberflächlichen Schädeleigenschaften kann man beide Arten leicht unterscheiden.

Außerdem lebt der Leopard-Antennenwels nur im Maracaibo-Becken im Nordwesten von Venezuela in Südamerika. Ein einzelnes Exemplar (etwa 1,4 kg, Körperlänge 50 cm) wurde im sumpfigen zedernbewachsenen Flussarm nahe der Galveston Bucht, Texas, im März 1992 gesichtet.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Marmor-Prachtantennenwels ist ein robust aussehender und gedrungener Fisch, der rasch heranwächst. Im Aquarium kann er eine Körperlänge von etwa 50 bis 60 cm erreichen. In der Natur kann er eine Körperlänge von bis zu 150 cm und ein Gewicht von etwa 12 kg erreichen. Das Weibchen ist etwas größer und kräftiger als das Männchen. Der gesamte Körper des Marmor-Prachtantennenwelses wirkt dunkel, und die Beschuppung auf dem Rücken weist große dunkelbraune, hellbraun retikulierte Muster auf, die je nach Lichteinfall marmoriert erscheinen. Die Flossen sind ebenfalls dunkel gefärbt und zeigen die gleiche Musterung. Die wunderschöne Marmorierung war für diese Fischart namensgebend. Die Beschuppung der Unterseite erscheint heller und reflektiert im Licht silbrig.
Marmor-Prachtantennenwels
vergrößern
Marmor-Prachtantennenwels
Die Augen liegen oberhalb mittig am breiten Kopf, der ebenfalls in einem breiten Maul endet. Es ist durch sechs recht lange Barteln gekennzeichnet, wovon zwei oberhalb und die restlichen vier unterhalb des Mauls sitzen.

Die Barteln sind für den Fisch lebenswichtige Geschmacks- und Tastorgane. Diese werden im natürlichen Wasser verwendet, um Nahrung zu finden. Da das Wasser an einigen Stellen sehr trüb und deswegen die Sicht nahezu bei Null ist, kann der Marmor-Prachtantennenwels nur über seine Barteln die Nahrung finden. In der Mitte des etwas gebogenen Rückens weist er eine große und hohe, fahnenartige Rückenflosse mit zehn oder elf Rückenflossenstrahlen auf, eine weitere kleinere ist nahe der Schwanzflosse zu sehen. Die Schwanzflosse ist tief gegabelt. Der Marmor-Prachtantennenwels besitzt insgesamt fünf Bauch- und Brustflossen. Die Lebenserwartung kann etwa zwölf bis vierzehn Jahre betragen. Der Marmor-Prachtantennenwels ist ansonsten ein harmloser und friedlicher Fisch und kann in der Natur gut und gerne mit Buntbarschen (Cichlidae) in Gesellschaft leben. Allerdings verhält sich der Marmor-Prachtantennenwels mit zunehmendem Alter territorial und reagiert auch manchmal aggressiv. Der Marmor-Prachtantennenwels ist noch nicht bedroht und auch nicht in der Roten Liste der IUCN aufgelistet.

Verbreitung

Der Marmor-Prachtantennenwels hält sich im tropischen Klima auf und lebt vorwiegend in Südamerika, im Amazonas-Becken, vorwiegend in den Flüssen Rio Maranon und Rio Napo. Des weiteren hält er sich im Essequibo-Fluss (größter Fluss der Republik Guyana) sowie im Orinoco-Becken auf. Der ph-Wert des Wassers beträgt etwa 5.8 bis 7.2 und die Wassertemperatur liegt zwischen 24 und 27 Grad Celsius.
Orinoco - Venezuela
vergrößern
Orinoco - Venezuela
Der Marmor-Prachtantennenwels bewohnt Flussläufe und tiefe Seen.

Des weiteren bevorzugt er klare Binnengewässer mit dichter Unterwasservegetation. Junge oder noch nicht ausgewachsene Marmor-Prachtantennenwelse bilden große Schulen. Der Marmor-Prachtantennenwels zieht es vor, sich am Tage in Felsnischen und -höhlen oder sich unter im Wasser befindlichen Baumstämmen aufzuhalten. In der Morgen- und Abenddämmerung sowie nachts wird der Marmor-Prachtantennenwels dann aktiv.

Ernährung

Der Marmor-Prachtantennenwels ist nicht wählerisch und ist ein reiner Fleischfresser. Als räuberisch lebender Fisch frisst er alles was ihm ins Maul passt. Er ist ein unersättlicher Fresser, der kleine und mittelgroße Fische in großen Mengen verschlingen kann.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreicht der Marmor-Prachtantennenwels etwa mit zwei bis drei Jahren. Während der Reproduktionsphase besteht ein leichter sexueller Dimorphismus, indem sich bei dem Weibchen ein verdicktes Abdomen und eine gerötete Papilla urogenitales zeigen. Es findet zwischen dem Weibchen und dem Männchen eine äußerliche Befruchtung statt. Das Weibchen legt durchschnittlich 46 Eier, die das Männchen mit seinem Samen befruchtet. Die Inkubationszeit der Eier hängt von der Wassertemperatur ab, die im Idealfall etwa 27 Grad Celsius beträgt. Die embryonale Entwicklung ist etwa vergleichbar mit der embryonalen Entwicklung des Zebrabärblings (Danio rerio), bei diesem Fisch beträgt die embryonale Entwicklungsphase allerdings 48 Stunden. Die larvale Körperlänge des Marmor-Prachtantennenwelses liegt bei etwa 5 mm. Der Körper der Larven zeigt eine leichte Pigmentierung. Die Anzahl der muskulösen Segmente des Körpers beträgt 29 bis 31 und im hinteren Ende befinden sich etwa 12 bis 13 Segmente. Die Larven ernähren sich anfänglich von Kleinstlebewesen und Plankton. Die juvenilen Marmor-Prachtantennenwelse zeigen ebenfalls eine hoch aufgerichtete fahnenartige Rückenflosse, die aber viel höher wirkt als bei den adulten. Auch ist die Musterung der jungen Marmor-Prachtantennenwelse farbenfreudiger und konstrastreicher. Sie können in der Natur ein Alter von etwa zwölf bis vierzehn Jahren erreichen.

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3
'Persönliche Werkzeuge