Martiniquespottdrossel

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Martiniquespottdrossel

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Spottdrosseln (Mimidae)
Gattung: Zitterspottdrosseln (Cinclocerthia)
Art: Martiniquespottdrossel
Wissenschaftlicher Name
Cinclocerthia gutturalis
(Lafresnaye, 1843)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Martiniquespottdrossel (Cinclocerthia gutturalis), auch unter den Synonymen Cinclocerthia macrorhyncha, Necropsar leguati, Orphanopsar leguati und Ramphocinclus gutturalis bekannt, zählt innerhalb der Familie der Spottdrosseln (Mimidae) zur Gattung der Zitterspottdrosseln (Cinclocerthia). Im Englischen wird die Martiniquespottdrossel grey trembler genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Martiniquespottdrossel erreicht eine Körperlänge von etwa 23,0 bis 26,0 Zentimeter. Zwischen den Geschlechtern besteht kaum ein nennenswerter Dimorphismus. Das Obergefieder weist eine dunkel oliv-graue Färbung auf, während das Untergefieder gräulich-weiß oder hellweiß gezeichnet ist. Der Schnabel ist sehr lang und ist an der Spitze leicht gebogen. Die Augen sind gelblich oder hornfarben. Besonderes Merkmal sind beim Singen die herabhängenden zitternden Flügel, dabei vibriert auch der gespreizte Schwanz, wodurch das Singen noch verstärkt wird. Der Gesang ist eher ein Pfeifen oder Flöten und der Alarmruf besteht aus einer scharfen grellen Note.

Lebensweise

Die tagaktiven Martiniquespottdrosseln leben außerhalb der Paarungszeit einzelgängerisch und sind ausgesprochen territorial. Die Reviere werden sowohl gegenüber Artgenossen als auch natürlichen Feinden vehement verteidigt. Dies gilt vor allem für die Paarungszeit. Martiniquespottdrosseln gehören zu den Singvögeln. Es verwundert kaum, dass sich Martiniquespottdrosseln untereinander hauptsächlich über den Gesang unterhalten. Der Gesang dient insbesondere der Balz, der Kommunikation und der Revierverteidigung.

Unterarten

  • Cinclocerthia gutturalis gutturalis - (Lafresnaye, 1843)
  • Cinclocerthia gutturalis macrorhyncha - Sclater, 1866

Verbreitung

Martiniquespottdrossel
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Martiniquespottdrossel

Wie der Name schon andeutet, kommt die Martiniquespottdrossel nur auf Martinique und St. Lucia der Kleinen Antillen vor, und ist sowohl nördlich als auch südlich verbreitet. Die bevorzugten Lebensräume sind feuchte Bergwälder. Aber auch tiefer gelegene trockene Wälder sowie Gestrüpp und Büsche, die jedoch in geringerer Dichte vorkommen, zählen zu den Lebensräumen der Martiniquespottdrossel.

Ernährung

Die Martiniquespottdrossel ist ein opportunistischer Allesfresser. Sie nimmt sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrung zu sich. Neben Sämereien, Körner aller Art, Früchten und Beeren. Hauptsächlich besteht die Nahrung aus einer Kombination von Arthropoden, kleinen Wirbeltieren und Früchten. Ferner enthält die Nahrung auch Tausendfüßer (Myriapoda) und Kugelfingergeckos (Sphaerodactylus).

Fortpflanzung

Martiniquespottdrosseln erreichen die Geschlechtsreife gegen Ende des ersten Lebensjahres. Dir Brutzeit erstreckt sich von Anfang Juni bis Ende Juli. Das Nest ist ein sperriges, offenes, nicht gewölbtes Gebilde. Das Nest besteht hauptsächlich aus Laub und in geringerem Maße aus dünnen Zweigen. Es fehlt jedoch eine sauber gewebte Struktur. Innen ist das Nest mit Würzelchen und anderen pflanzlichen Fasern ausgepolstert. Das Nest wird in einer Gabelung, knapp unterhalb der Spitze der Krone in einer etwa 4,5 Meter hohen Myrcia deflexa (Myrtaceae) angelegt. Das Gelege besteht aus drei leicht grünlich-blauen Eiern. Die Eier werden vom Weibchen über einen Zeitraum von 14 bis 15 Tagen gewärmt. Während dieser Zeit wird sie vom Männchen mit Nahrung versorgt. Die Küken sind beim Schlupf noch nackt und blind. Sie wachsen jedoch sehr schnell heran und sind bereits im Alter von gut 12 bis 15 Tagen flugfähig. Kurze Zeit später sind die Jungvögel selbständig und fliegen aus. Die Nestlinge werden von beiden Eltern mit Nahrung versorgt. Die Nahrung besteht aus einer Kombination von Arthropoden, kleinen Wirbeltieren und Früchten. Ferner enthält die Nahrung auch Tausendfüßer (Myriapoda) und Kugelfingergeckos (Sphaerodactylus).

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN gehört die Martiniquespottdrossel heute noch nicht zu den bedrohten Vogelarten. Sie ist in weiten Teilen des Verbreitungsgebietes häufig anzutreffen. Nur in wenigen Regionen kommt die Martiniquespottdrossel selten oder nur spärlich vor. In der Roten Liste der IUCN wird sie als least concern (nicht gefährdet) geführt.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Dr. H. C. Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Band 7-9 Vögel. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG München (1993) ISBN 3-423-05970-2
  • Gottfried Mauersberger, Wilhelm Meise: Urania Tierreich, 7 Bde., Vögel.Urania, Stuttgart (1995) ISBN 3423032049
  • Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie, Utb, 1990, ISBN 3800125978
  • Hans-Heiner Bergmann: Die Biologie des Vogels. Aula, 1987, ISBN 389104447X

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