Menemerus brachygnathus

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Menemerus fulvus

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Familie: Springspinnen (Salticidae)
Gattung: Menemerus
Art: Menemerus brachygnathus
Wissenschaftlicher Name
Menemerus brachygnathus
(Thorell, 1887)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:034536]

Die Art Menemerus brachygnathus zählt innerhalb der Familie der Springspinnen (Salticidae) zur Gattung Menemerus.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Menemerus brachygnathus erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 7 bis 9 Millimeter und das Weibchen eine Körperlänge von etwa 8 bis 10 Millimeter. Diese Art ist wie fast alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae) durch die besonders leistungsfähigen Augen gut charakterisiert. Vorn an der Stirn liegen nebeneinander vier scheinwerferartig vergrößerte Augen, an jeder Seite des steil abfallenden Kopfteils hintereinander zwei weitere, deutlich kleinere Augen. Das auffallend vergrößerte, mittlere Frontalaugenpaar entspricht gewissermaßen zwei Teleobjektiven. Die beiden Netzhäute können vor- und zurückgeschoben werden und so ein scharfes Abbild des angepeilten Objekts entwerfen. Da die Netzhäute aber zusätzlich seitlich verschoben werden können, vermag die Spinne außerdem ihren Blickwinkel zu verändern, ohne sich selbst zu bewegen. Der Augenbereich des Männchens weist eine schwarz-braune Färbung mit hellen spärlichen Härchen auf und im vorderen und unterhalb des Augenbereiches zeigen sich lange dunkelbraune Härchen. Der Thorax ist braun getönt und mit braunen und hellen Härchen bedeckt und der untere Rand ist mit einem Saum von weißen Härchen besetzt. Das Opisthosoma weist eine graubraune Färbung mit einem Fleckenmuster auf, das mit dunklen Härchen und mit langen, weißen sowie braunen Borsten bedeckt ist. Die Spinndüsen sind von einer braunen Tönung. Der Clypeus ist ebenfalls bräunlich getönt und mit weißen Härchen umsäumt. Die Cheliceren weisen eine braune Färbung mit einer querverlaufenden Bande von weißen Härchen sowie mit einem auf dem Kopf stehenden V-Muster auf. Die Maxillen und das Labium sind von einer hellbraunen Tönung, erstere mit einem lateralen Fortsatz. Das Sternum weist eine ähnliche, jedoch etwas schmutzige Färbung auf. Der Bauch ist grau gefärbt und wird zur Mitte hin etwas dunkler. Die Palpen sind braun getönt und mit weißen Haarbüscheln dorsal an Femur und Patella besetzt. Das Tegulum ist oval geformt und der zentrale Teil ist etwas schwach sklerotisiert. Der Embolus ist relativ groß, flach und die Spitze weist eine starke Krümmung auf. Die Tibial-Apophyse erscheint s-förmig. Das erste Beinpaar weist ebenfalls eine braune Färbung auf und ist sehr kräftig ausgebildet. Alle Beinpaare sind mit wenigen weißen Härchen bedeckt und an den Femoren zeigen sich dorsal schwärzliche Borsten. Das Weibchen ist ähnlich wie das Männchen gefärbt, jedoch ist das Opisthosoma hellbeige und am Clypeus zeigen sich weiße Härchen, die im mittleren Teil etwas weniger dicht erscheinen. Auf den Cheliceren fehlen die weißen Härchen und die Palpen weisen eine gelborange Färbung mit einem Randsaum von weißen Härchen auf. Die Beine des Weibchens, die nicht so kräftig erscheinen, sind gelborange mit einem dunkelgrauen Bereich, der mit weißen und braunen Härchen bedeckt ist. Des Weiteren sind alle Femoren dorsal mit langen Borsten besetzt. <2>

Lebensweise

Die Spinne ist sehr lebhaft und schnell, sie ist tagaktiv und sehr wärme- und sonneliebend. Zum Beutefang webt die Spinne kein Netz, sondern erkennt als ausgesprochenes Augentier das Opfer recht bald, verfolgt und beschleicht das Opfer, um es dann im geeigneten Moment anzuspringen und mit einem Biß zu lähmen. Vor dem Sprung befestigt die Spinne jedoch einen Sicherheitsfaden am Boden, zum einen, um nicht von einem größeren Beutetier mitgenommen zu werden, zum andern, um sich blitzschnell zurückziehen zu können. Zum Wohnen, Überwintern und als Schutz beim Häuten und bei der Eiablage webt sich die Spinne ein feines, sackartiges Wohngespinst.

Verbreitung

Menemerus brachygnathus kommt in folgenden Verbreitungsgebieten vor: Indien, Japan und Nepal. Die Spinne lebt im baumreichen Kulturland und kommt in Höhen von etwa 1.160 Meter bis 1.800 Meter vor. Sie hält sich überwiegend unter loser Rinde von Pappel-Feigen (Ficus religiosa) auf. Gelegentlich sucht die Spinne auch Zuflucht unter Steinen oder in Büschen, wo sie sich in ihr angelegtes Wohngespinst zurückziehen kann. <3>

Ernährung

Wie alle Arten aus der Familie der Springspinnen (Salticidae), so ernährt sich auch diese Spinnenart von Insekten (Insecta). Sie lauert an exponierten Stellen auf ihre Beute und springt sie meist aus dem Hinterhalt an. Dabei spielt der Sehsinn eine außerordentliche Rolle. Die Spinne kann die Beute von weitem schon anvisieren und springt gezielt mehrere Zentimeter weit, um sie zu fangen. Überwiegend werden dabei Fliegen (Brachycera) und Grillen (Gryllidae) sowie Langfühlerschrecken (Ensifera) und Kurzfühlerschrecken (Caelifera) erbeutet.

Fortpflanzung

Wie bei allen anderen Spinnen auch, werden die Männchen vor dem Weibchen geschlechtsreif und machen sich auf die Suche nach einer geeigneten Partnerin. Trifft ein Männchen auf ein vor der letzten Häutung stehendes Weibchen, so bleibt es bei ihm und paart sich mit ihm, sobald sich das Weibchen gehäutet hat. Vor der Paarung wird das Weibchen mit charakteristischen Tänzen umworben. Dieser Tanz geht folgendermaßen vor sich: Das Männchen richtet sich hoch auf, streckt seine Vorderbeine hoch, die bei dem geschlechtsreifen Männchen eine Signalfarbe tragen, und winkt mit diesem ersten Beinpaar, indem das Männchen sich vor dem Weibchen hin und her bewegt, bis beide Tiere sich Kopf an Kopf gegenüberstehen. Nimmt das Weibchen diese Werbung an, d. h., bleibt es still stehen, dann kommt es zur Paarung. Das Weibchen baut nach der Paarung eine übergroße Seidenzelle, in die es seine Eier legt und sie darin bewacht, bis die Jungspinnen schlüpfen, was meist bis zur zweiten Häutung dauert, da die Jungspinnen zuerst fast blind sind und erst nach der zweiten Häutung voll entwickelte Augen haben.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 31. Dezember 2008 <1>

  • Menemerus brachygnathus - (Thorell, 1887)
  • Tapinattus brachygnathus - Thorell, 1887
  • Menemerus brachygnathus - Simon, 1901a
  • Menemerus brachygnathus - Bösenberg & Strand, 1906
  • Menemerus brachygnathus - Prószynski, 1984a
  • Menemerus brachygnathus - Zabka, 1985
  • Menemerus brachygnathus - Peng et al., 1993
  • Menemerus brachygnathus - Jastrzebski, 1997a

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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