Mexikanische Zwergbeutelratte

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Mexikanische Zwergbeutelratte

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Beutelsäuger (Metatheria)
Ordnung: Beutelrattenartige (Didelphimorphia)
Familie: Beutelratten (Didelphidae)
Gattung: Zwergbeutelratten (Marmosa)
Art: Mexikanische Zwergbeutelratte
Wissenschaftlicher Name
Marmosa mexicana
Merriam, 1897

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Mexikanische Zwergbeutelratte (Marmosa mexicana) zählt innerhalb der Familie der Beutelratten (Didelphidae) zur Gattung der Zwergbeutelratten (Marmosa). Im Englischen wird die Art Mexican Mouse Opossum genannt. Es sind 3 Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Fossile Funde

Von der Mexikanischen Zwergbeutelratte stammen die ältesten fossilen Funde aus dem Pleistozän und wurden in Cueva de Abra und in Gonez Farías gefunden. Beide Orte liegen im mexikanischen Bundesstaat Tamaulipas. Weitere, jedoch jüngere Funde stammen von der Halbinsel Yucatán (Alonso-Mejía & Medellín, 1992).

Erkennung und Unterschiede

Die Mexikanische Zwergbeutelratte kann von den sympatrischen Arten leicht anhand der hellen, ziegelroten Fellfärbung unterschieden werden. Zu den sympatrischen Arten gehören die Graue Zwergbeutelratte (Marmosa canescens), Marmosa robinsoni, Marmosops impavidus, Marmosops invictus und Micoureus alstoni. Die nah verwandte Graue Zwergbeutelratte hat dorsal eine gräulich bis blass graubraune Färbung. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zwischen den beiden Arten ist ein bei der Grauen Zwergbeutelratte vorhandenes Diastema zwischen dem canini und dem vierten Schneidezahn. Dieses Diastema fehlt der Mexikanischen Zwergbeutelratte. Micoureus alstoni ist deutlich größer und hat ein gräuliches Fell. Marmosops impavidus ist hellbraun gefärbt (Alonso-Mejía & Medellín, 1992).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Mexikanische Zwergbeutelratte ist eine kleine bis mittelgroße Zwergbeutelratte. Die Art erreicht eine Gesamtlänge von 260 bis 386 mm, eine Schwanzlänge von 140 bis 205 mm, eine Hinterfußlänge von 18 bis 27 mm, eine Ohrlänge von 19 bis 25 mm, eine Schädellänge von 29,9 bis 40,8 mm, eine Jochbeinbreite von 16,3 bis 21,8 mm, eine Condylobasallänge von 30,1 bis 33,2 mm, eine Hirnschädelbreite von 12,3 bis 14,3 mm sowie ein Gewicht von 29 bis 92 (45,9) g. Das helle bis matt gezeichnete Fell ist rotbraun bis ziegelrot gefärbt, der vordere Teil des Kopfes und die Nase sind blasser gefärbt. Die Augenringe sind intensiv schwarz gefärbt. Die Wange, Hals und Bauch sowie die Innenseiten der Beine sind gelblich bis hellbraun gefärbt. Der Schwanz ist an der Basis behaart, der Rest des Schwanzes ist nackt. Die Nasenspitze ist leicht pink, die Ohren sind graubraun, die Füße gräulich, der Schwanz dunkelbraun und die Iris der Augen ist dunkelbraun bis schwarz gefärbt. Die Färbung kann je nach Vorkommen und Unterart leicht variieren. Das Gebiss besteht aus 50 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i5/4, c1/1, p3/3, m4/4. Der Schädel ist klein bis mittelgroß (Alonso-Mejía & Medellín, 1992).

Lebensweise

Die Mexikanische Zwergbeutelratte hält sich meist in Bäumen oder dichten Büschen in Höhen von 35 bis 150 cm Höhe auf. Aber auch am Boden sind die Tiere häufig anzutreffen. Ruheplätze sind unter Wurzeln, umgestürzten Bäumen, in Baumhöhlen, in Vogelnestern und ähnlichen Orten zu finden. Die Mexikanische Zwergbeutelratte lebt einzelgängerisch und ist strikt nachtaktiv. Beim Klettern ist der zum Greifen geeignete Schwanz behilflich (Alonso-Mejía & Medellín, 1992).

Unterarten

  • Marmosa mexicana mexicana - Merriam, 1897
  • Marmosa mexicana mayensis - Osgood, 1913
  • Marmosa mexicana savannarum - Goldman, 1917

Verbreitung und Lebensraum

Mexikanische Zwergbeutelratten sind in ganz Mittelamerika verbreitet. Die Art besiedelt tropische und subtropische Wälder, lokal auch Strauchsavannen, Waldsavannan und Mangroven. Die Mexikanische Zwergbeutelratten tritt bis in einer Höhe von gut 1.600 m, lokal auch 1.800 m über NN in Erscheinung. Im Einzelnen ist die Art in Belize, Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Mexiko, Nicaragua und Panama verbreitet. In Mexiko kommt die Art jedoch nur im Westen des Landes vom südlichen Tamaulipas über San Luis Potosí und Veracruz bis nach Yucatán vor (Alonso-Mejía & Medellín, 1992).

Biozönose

Zu den natürlichen Feinden zählen die Schleiereule (Tyto alba) und der Sprenkelkauz (Strix virgata). Diese haben entsprechende Kotanalysen bei den Prädatoren ergeben. Weitere natürliche Feinde stellen lokal Klapperschlangen (Crotalus) dar. Zahlreiche Ektoparasiten treten im Fell der Tiere auf. Hier sind insbesondere Milben (Acari, Acarida) wie Eutrombicula goeldii und Pseudoschoengastia bulbifera sowie Vertreter der Cuterebridae aus der Ordnung der Zweiflügler (Diptera) (Alonso-Mejía & Medellín, 1992) zu nennen.

Ernährung

Mexikanische Zwergbeutelratten sind primär Insekten- und Fruchtfresser. Aber auch kleine Säugetiere, Reptilien, Vögel und deren Eier werden nicht verschmäht. Zu den beliebtesten Früchten zählen beispielswese Bananen (Alonso-Mejía & Medellín, 1992).

Fortpflanzung

Die Paarungszeit erstreckt sich im Wesentlichen über das ganze Jahr. Zu den meisten Geburten kommt es jedoch zwischen Juli bis September. Weibchen bringen nach einer Tragezeit von 14 Tagen 2 bis 13 (11) Jungtiere zur Welt. Die Jungtiere weisen eine Geburtslänge von etwa 8 mm auf und sind ausgesprochen unselbständig. Die Säugezeit erstreckt sich über etwa 2 Monate. Die Geschlechtsreife erreichen die juvenilen Tiere mit 8 Monaten. Die Lebenserwartung liegt bei einem Jahr. In Gefangenschaft kann ein Alter von 2 bis 3 Jahren erreicht werden. Ein Beutel ist beim Weibchen nicht vorhanden (Alonso-Mejía & Medellín, 1992).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Die Mexikanische Zwergbeutelratte zählt heute noch nicht zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher in der Kategorie LC, Least Concern, geführt. Größere Gefahren sind nicht bekannt, jedoch kann sich die anhaltende Zerstörung und Fragmentierung der natürlichen Lebensräume langfristig negativ auf die Populationen auswirken (IUCN, 2014).

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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