Mexikanischer Flohkrebs

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Mexikanischer Flohkrebs

Systematik
Klasse: Höhere Krebse (Malacostraca)
Unterklasse: Eumalacostraca
Überordnung: Ranzenkrebse (Peracarida)
Ordnung: Süßwasserflohkrebse (Amphipoda)
Unterordnung: Gammaridea
Familie: Hyalellidae
Gattung: Hyalella
Art: Mexikanischer Flohkrebs
Wissenschaftlicher Name
Hyalella azteca
Saussure, 1858

Der Mexikanische Flohkrebs (Hyalella azteca), auch unter dem Synonym Amphitoe aztecus sowie unter den Bezeichnungen Mexikanischer Bachflohkrebs und Mexikanischer Kampfkrebs bekannt, zählt innerhalb der Familie Hyalellidae zur Gattung Hyalella. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Mexikanische Flohkrebs erreicht eine Körperlänge von etwa 3,0 bis 8,0 Millimeter, wobei das Männchen größer als das Weibchen ist. Die Farbe kann zwischen weiß, grün und braun variieren. Mit ihren nierenförmigen Facettenaugen können sie die Umgebung in allen Richtungen beobachten. Mit den zwei sehr gut entwickelten Antennenpaaren können sie schmecken und die Umgebung nach Nahrung untersuchen. Die Enden des zweiten Antennenpaares der Männchen sind mit langen Borsten besetzt. Am Thorax sind sieben Beinpaare ausgebildet, die beiden vorderen sind als klauenähnliche Gnathopoden zum Greifen ausgebildet, während die restlichen fünf zum Krabbeln und Schwimmen genutzt werden. Schwimmend bewegen sie sich in Seitenlage durch schnelles Zusammenziehen und Strecken vorwärts. Sie atmen über fünf Paar plattenförmige Kiemen, die an der Basis der mittleren Beinpaare ansetzen, um über deren Schwimm- und Laufbewegungen zusätzlich mit Sauerstoff versorgt zu werden. Die Außenäste der Schwanzanhänge sind etwa doppelt so lang wie die Innenäste. Adulte Tiere zeigen mitunter ein ausgeprägtes Schwimmverhalten.

Lebensweise

Der Mexikanische Flohkrebs ist weit verbeitet und ist die häufigste Art in Nordamerika. Er lebt in einer Reihe von Süß-und Brackwasser und ernährt sich von Algen und Kieselalgen und ist eine wichtige Nahrung für viele Wasservögel. In Saskatchewan (mittlere Prärieprovinz Kanadas) besteht die Nahrung der Trauerenten (Melanitta nigra) 97 Prozent aus Mexikanischen Flohkrebsen. Auch die Bergenten (Aythya marila) ernähren sich überwiegend von Mexikanischen Flohkrebsen. Der Mexikanische Flohkrebs wird in verschiedenen aquatischen Biotests verwendet.

Verbreitung

Habitat in Saskatchewan River Crossing
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Habitat in Saskatchewan River Crossing

Der Mexikanische Flohkrebs ist in Zentralamerika, in der Karibik sowie in Nordamerika verbreitet. Er lebt unter der Vegetation in Süßwasser-Seen und in Flüssen. Des Weiteren hält sich der Mexikanische Flohkrebs auch in Gezeiten-Strömen und in Süßwasser-Lagunen auf. Im Gegensatz zu den anderen Arten aus der Gattung Hyalella zeigt der Mexikanische Flohkrebs eine breite ökologische Toleranz. Er toleriert alkalische Gewässer und Brackwasser, kann aber einen ph-Wert, der mehr als 6,0 beträgt nicht tolerieren.

Ernährung

Der Mexikanische Flohkrebs ernährt sich hauptsächlich von Grünalgen (Chlorobionta) und von Kieselalgen (Bacillariophyta). Er kann aber auch organische Detritus konsumieren. Zellulose oder Lignin kann der Mexikanische Flohkrebs nicht assimilieren, obwohl diese Biomoleküle ein wichtiger Bestandteil der Laubstreu sind. Jedoch assimiliert er 60 bis 90 Prozent bakterielle Biomasse, die er zu sich nimmt.

Fortpflanzung

Der Mexikanische Flohkrebs durchläuft neun Larvenstadien während seiner Entwicklung, d. h., er häutet sich neunmal im Wachstum innerhalb von drei bis vier Monaten. Gleich nach der Häutung übergibt das Männchen den Samen in den zwischen den Vorderbeinen entstehenden Brutraum des Weibchens.
Saskatchewan
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Saskatchewan
Dort entwickeln sich die befruchteten Eier innerhalb von drei bis sechs Wochen zu fertigen Krebsen, die noch für eine Weile Schutz beim Weibchen suchen. Das Weibchen brütet etwa sechs bis neun Mal in ihrem ein- bis zweijährigem Leben. Die Wachstums- und Fortpflanzungsgeschwindigkeit ist temperaturabhängig.

Weitere Synonyme

  • Hyalella dentata - S. I. Smith, 1874
  • Hyalella fluvialis - Lockington, 1877
  • Hyalella inermis - S. I. Smith, 1875
  • Hyalella knickerbockeri - Bate, 1862
  • Hyalella ornata - Pearse, 1911

Anhang

Literatur und Quellen

  • Prof. Dr. Irenäus Eibl-Eibesfeldt, Prof. Dr. Bernhard Grzimek, Prof. Dr. Otto Koehler, Prof. Dr. Otto Kraus, Prof. Dr. Bernhard Rensch, Prof. Dr. Peter Rietschel und Prof. Dr. Erich Thenius: Grzimeks Tierleben. Niedere Tiere. Erster Band. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
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