Mexikanisches Baumwollschwanzkaninchen

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Mexikanisches Baumwollschwanzkaninchen
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Hasenartige (Lagomorpha)
Familie: Hasen (Leporidae)
Unterfamilie: Leporinae
Gattung: Baumwollschwanzkaninchen (Sylvilagus)
Art: Mexikanisches Baumwollschwanzkaninchen
Wissenschaftlicher Name
Sylvilagus cunicularius
(Waterhouse, 1848)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Das Mexikanisches Baumwollschwanzkaninchen (Sylvilagus cunicularius) zählt innerhalb der Familie der Hasen (Leporidae) zur Gattung der Baumwollschwanzkaninchen (Sylvilagus). Im Englischen wird die Art Mexican Cottontail genannt. Es sind 2 Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Fossile Funde

Die ältesten fossilen Funde der Art stammen aus dem späten Pleistozän (ca. 12.000 Jahre als) und wurden in Veracrus, Mexiko, gefunden. Es handelt sich bei den Funden über einen unvollständigen Schädel und einige Kieferfragmente. Bereits zu dieser Zeit diente das Mexikanische Baumwollschwanzkaninchen der Urbevölkerung als Nahrung (Cervantes, Lorenzo, Vargas & Holmes, 1992).

Erkennung und Unterschiede

Das Mexikanische Baumwollschwanzkaninchen ist ein groß gewachsener Hase. Markante Merkmale sind ein massiver Schädel und das grobe Fell. Es ist jedoch weicher als das Fell der sympatrischen Art Sylvilagus audubonii. Das Fell des Mexikanischen Baumwollschwanzkaninchen ist gräulich bis schmutzig braun mit einem leichten Gelbstich. Im Nacken kann sich eine leicht rötlichbraune Färbung zeigen. Die Ohren sind in etwa so lang wie der Schädel. Vom Audubon-Baumwollschwanzkaninchen (Sylvilagus audubonii) ist die Art primär aufgrund des größeren Schädels zu unterscheiden. Auch der Hirnschädel ist proportional größer. Die blasenartigen Strukturen im Bereich des Schädels (bullae) sind mittelgroß (Cervantes, Lorenzo, Vargas & Holmes, 1992).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Das Mexikanische Baumwollschwanzkaninchen erreicht eine Gesamtlänge von durchschnittlich 485 bis 515 (511,6) mm, eine Schwanzlänge von 54 bis 68 (67,8) mm, eine Hinterfußlänge von 108 bis 111 (109,4) mm, eine Ohrlänge von 60 bis 63 mm sowie ein Gewicht von 1.800 bis 2.300 g. Im Winterfell ist das Mexikanische Baumwollschwanzkaninchen dorsal und im Bereich des Kopfes hellbraun. Einzelne Haare weisen eine schwärzliche Färbung auf. Daraus ergibt sich ein verwaschenes Braun. Ventral und im Bereich des Hinterteils zeigt sich eine weißliche Färbung. Der Schädel ist groß und massiv gebaut. Das Rostrum ist massiv und zur frontalen Region abgeflacht. Das Gebiss verfügt über 28 Zähne, die zahnmedizinische Formel lautet i2/1, c0/0, p3/2, m3/3 (Cervantes, Lorenzo, Vargas & Holmes, 1992).

Lebensweise

Das Mexikanische Baumwollschwanzkaninchen lebt einzelgängerisch, die Geschlechter treffen nur zur Paarungszeit aufeinander. Die Reviere der Tiere weisen eine Größe von 0,2 bis 0,7 km². Dies haben Untersuchungen mittels Radiotelemetrie ergeben. Mexikanische Baumwollschwanzkaninchen sind dämmerungsaktiv, gelegentlich auch nachtaktiv. Die Tiere suchen nicht selten am Tage Schutz in den Bauten anderer Nager wie der Merriam-Taschenratte (Cratogeomys merriami) (Cervantes, Lorenzo, Vargas & Holmes, 1992).

Unterarten

  • Sylvilagus cunicularius cunicularius - Waterhouse, 1848
  • Sylvilagus cunicularius insolitus - J. Allen, 1890

Verbreitung und Lebensraum

Das Mexikanische Baumwollschwanzkaninchen ist in den mexikanischen Bundesstaaten Colima, Guerrero, Hidalgo, Jalisco, Mexico State, Michoacán, Morelos, Oaxaca, Puebla, Sinaloa, Tlaxcala und Veracruz endemisch. Die Vorkommen erstrecken sich im Wesentlichen entlang der Pazifikküste von Sinaloa bis nach Oaxaca. Die Art besiedelt Lebensräume bis in einer Höhe von etwa 3.353 m über NN. Das Mexikanische Baumwollschwanzkaninchen besiedelt eine Vielzahl an Habitaten wie tropische- und subtropische Wälder, offene Wälder, semiaride Landschaften sowie Strauch- und Grasland mit einer entsprechenden Bodenvegetation (Cervantes, Lorenzo, Vargas & Holmes, 1992).

Biozönose

Die Art teilt sich den Lebensraum und die Nahrungsressourcen mit anderen Hasen wie dem Vulkankaninchen (Romerolagus diazi), dem Audubon-Baumwollschwanzkaninchen (Sylvilagus audubonii), dem Florida-Waldkaninchen (Sylvilagus floridanus), dem Weißflankenhase (Lepus callotis) und dem Eselhase (Lepus californicus). Zu den natürlichen Feinden gehören die Schleiereule (Tyto alba), Bussarde (Buteo), der Graufuchs (Urocyon cinereoargenteus), der Kojote (Canis latrans), und der Rotluchs (Lynx rufus). Aber auch größere Schlangen (Serpentes) und Greifvögel (Falconiformes) im Allgemeinen (Cervantes, Lorenzo, Vargas & Holmes, 1992).

Ernährung

Das Mexikanische Baumwollschwanzkaninchen ernährt sich von Süßgräsern (Poaceae) wie Muhlenbergia macroura, Federgräsern (Stipa), Schwingel (Festuca), Hafer (Avena) und Mais (Zea mays). Der Kot (Faeces) ist rundlich und weist einen Durchmesser von gut 15 mm auf (Cervantes, Lorenzo, Vargas & Holmes, 1992).

Fortpflanzung

Die Paarungszeit erstreckt sich über das ganze Jahr. Zu den meisten Geburten kommt es jedoch zwischen März und Oktober. Ein Weibchen bringt nach einer Tragezeit von etwa 30 Tagen rund 6 Jungtiere zur Welt. Weibchen bringen ihren Nachwuchs in Mulden an geschützen Stellen, meist unter Sträuchern oder ähnlichen Stellen zur Welt (Cervantes, Lorenzo, Vargas & Holmes, 1992).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Mexikanische Baumwollschwanzkaninchen zählen heute noch nicht zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art in der Kategorie LC, Least Concern, geführt. Zwar ist die Art in den meisten Regionen noch häufig anzutreffen, in einigen Regionen ist das Mexikanische Baumwollschwanzkaninchen jedoch selten geworden. Die größten Gefahren gehen heute von der Zerstörung der natürlichen Lebensräume, der Überweidung und der Bejagung durch den Menschen aus. Auch Brände und vulkanische Aktivitäten stellen eine Gefahr dar (Cervantes, Lorenzo, Vargas & Holmes, 1992; IUCN, 2014).

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: Familie der Hasen (Leporidae)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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