Micoureus constantiae

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Micoureus constantiae
Foto folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Beutelsäuger (Metatheria)
Ordnung: Beutelrattenartige (Didelphimorphia)
Familie: Beutelratten (Didelphidae)
Unterfamilie: Eigentliche Beutelratten (Didelphinae)
Gattung: Wollige Zwergbeutelratten (Micoureus)
Art: Micoureus constantiae
Wissenschaftlicher Name
Micoureus constantiae
Thomas, 1904

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Micoureus constantiae (Syn. Marmosa constantiae) zählt innerhalb der Familie der Beutelratten (Didelphidae) zur Gattung der Wolligen Zwergbeutelratten (Micoureus). Im Englischen wird die Art White-bellied Wooly Mouse Opossum, Bay-colored Mouse Opossum oder Pale-bellied Woolly Mouse Opossum genannt (IUCN, 2014). Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt (Wilson & Reeder, 2005).

Inhaltsverzeichnis

Systematik

Die systematische Einordnung gilt als umstritten. In einigen Systematiken wird die Art in der Gattung Micoureus geführt, in anderen in der Gattung Marmosa. Dieser Artikel richtet sich nach Wilson & Reeder (2005) und ordnet die Art in die Gattung Micoureus ein. Grundlage für die unterschiedliche Systematik sind phylogenetische Studien. Innerhalb der Gattung der Wolligen Zwergbeutelratten (Micoureus) werden heute 6 Arten geführt (Wilson & Reeder, 2005; Smith, 2011).

Erkennung und Unterschiede

Micoureus constantiae kann mit anderen Arten der Beutelratten (Didelphinae) verwechselt werden. Hier sind insbesondere Vertreter der Gattungen Gracilinanus und Cryptonanus sowie Micoureus paraguayana und Thylamys macrurus zu nennen. Die Arten der Gattungen Gracilinanus und Cryptonanus sind jedoch deutlich kleiner. Insgesamt ist Micoureus constantiae größer als alle genannten Arten. Auch die gräuliche Fellfärbung und der zweifarbige Schwanz sind einzigartig. Der Schwanz von Micoureus constantiae zeichnet sich durch eine dunkle Basis und eine sehr helle Schwanzspitze aus. Das Fell von Micoureus paraguayana ist weniger dicht und weist eine rötlich Fellfärbung auf. Die Weibchen von Micoureus constantiae besitzen 15 Milchdrüsen, die Weibchen von Micoureus paraguayana hingegen nur 11. Thylamys macrurus hat nur einen einfarbigen Schwanz und lebt in einem völlig anderem Habitat (Smith, 2011).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Micoureus constantiae ist eine große und stämmig gebaute Art innerhalb der Beutelratten. Weibchen sind insgesamt etwas kleiner und leichter als Männchen. Die Art erreicht eine Gesamtlänge von 330 bis 400 (368) mm, eine Körperlänge von 140 bis 180 (162) mm, eine Schwanzlänge von 190 bis 220 (206) mm, eine Hinterfußlänge von 21 bis 27 (24) mm, eine Ohrlänge von 23 bis 31 (26) mm, eine Condylobasallänge von 37 bis 40 mm, eine Jochbeinbreite von 20,7 bis 23,5 mm, eine Nasenbreite von 4,78 bis 5,38 (5,08) mm, eine Gaumenlänge von 20,5 bis 21 (20,8) mm, eine Gaumenbreite von 12,2 bis 13,9 (13,2) mm sowie ein Gewicht von 50 bis 91 (60) g. Die Schnauze ist relativ kurz und das Fell ausgesprochen dicht und wollig. Der Kopf wirkt im Profil leicht dreieckig. Das Fell ist dorsal gräulich gefärbt, ventral zeigt sich eine gelbliche Färbung. Die Seiten des Kopfes sind gelblich, die Augenringe sind deutlich schwarz gefärbt. Die Nasenspitze sowie die Füße sind leicht rosa. Die Fußsohlen sind glatt, der Schwanz ist nur spärlich behaart. Die Vibrisssen sind kurz und die mittelgroßen Ohren sind schwarz gefärbt. Die Schwanzschuppen sind rautenförmig und in einer Spirale angeordnet. Weibchen verfügen zum Säugen des Nachwuchses über 15 Milchdrüsen in der Leistengegend. Das Gebiss besteht aus 50 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i5/4, c1/1, p3/3, m4/4. Im Oberkiefer ist zwischen Ii und I2 ein leichtes Diastema zu erkennen. Die Backenzähne haben leicht spatelige Kronen. Eie Eckzähne gut entwickelt (Smith, 2011).

Lebensweise

Über die Lebensweise ist nur wenig bekannt. Micoureus constantiae ist eine einzelgängerisch lebende, nachtaktive und baumbewohnende Art. Micoureus constantiae ist ausgesprochen territorial und verteidigt das eigene Revier vehement. Zu den typischen Merkmalen bei Bedrohung gehören Zähnefletschen und Bisse. Über die Ernährung ist nichts bekannt (Smith, 2011).

Verbreitung und Lebensraum

Micoureus constantiae ist im zentralen Südamerika im östlichen Bolivien, im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso und Mato Grosso do Sul, im nördlichen Argentinien in der Provinz Salta sowie im äußersten nordwestlichen Paraguay endemisch. In Bolivien werden die Departamentos Pando , Beni , La Paz, Cochambamba , Santa Cruz, Chuquisiaca und Tarija besiedelt. Die Art besiedelt hauptsächlich semifeuchte Waldgebiete, lokal auch semiaride Habitate (Novak, 1999; Smith, 2011; IUCN, 2014).

Biozönose

Zu den wenigen bekannten Ektoparasiten gehören Laufmilben (Trombiculidae) wie Eutrombicula alfreddugesi und Larven von nicht genauer identifizierten Dasselfliegen (Oestridae). Nachgewiesen sind auch Kokzidien (Coccidia) der Art Eimeria micouri, der einen einwirtigen Lebenszyklen aufweist. Kokzidien befallen vorwiegend den Magen-Darm-Trakt und sind typischen Erreger der Kokzidiose (Smith, 2011).

Fortpflanzung

Über das Fortpflanzungsverhalten von Micoureus constantiae ist nur wenig bekannt. Es scheint bei der Fortpflanzung keine Saisonalität zu geben, da sowohl im Juli, August und Februar trächtige Weibchen gefangen wurden. Weitere Daten sind nicht bekannt (Smith, 2011).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Micoureus constantiae gehört heute noch nicht zu den bedrohten Arten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art in der Kategorie LC, Least Concern, geführt. Ein Teil der Populationen lebt in Schutzgebieten. Global gesehen stellt vor allem die Vernichtung der natürlichen Lebensräume eine Gefahr dar. Lokal, insbesondere in Paraguay, ist die Populationsdichte sehr gering (Smith, 2011; IUCN, 2014).

Anhang

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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