Micrathena sagittata

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Micrathena sagittata

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Radnetzspinnen (Araneoidea)
Familie: Echte Radnetzspinnen (Araneidae)
Gattung: Micrathena
Art: Micrathena sagittata
Wissenschaftlicher Name
Micrathena sagittata
(Walckenaer, 1842)

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:016617]

Die Spinnenart Micrathena sagittata zählt innerhalb der Familie der Echten Radnetzspinnen (Araneidae) zur Gattung Micrathena. Im Englischen wird die Spinne Arrowshaped Micrathena genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Micrathena sagittata erreicht als Männchen eine Körperlänge von etwa 4 bis 5 Millimeter und als Weibchen eine Körperlänge von etwa 8 bis 9 Millimeter. Das Weibchen weist gegenüber dem Männchen einen kompakten, etwas erhöhten Hinterkörper auf, der mit zehn Stacheln besetzt ist. Aufgrund der pfeilförmigen Spitzen auf dem Hinterleib erhielt die Spinne die engliche Bezeichnung Arrowshaped Micrathena. Ferner zeigen sich auf dem Hinterkörper drei Paar Höcker und ein Paar Höcker, das am Ende des Hinterkörpers spitz zuläuft und zum Vorderkörper hin sich verbreitert, so dass der gesamte Hinterleib eine dreieckige Form aufweist. Die Höcker sind schwarz gepunktet und an der Basis rötlich gefärbt. In der Mitte des Hinterleibes zeigt sich eine gelbliche Tönung. In der Regel varriert der Hinterleib in seiner Färbung, so erscheint er manchmal in einer weißlichen, gelblichen oder braunschwarzen Tönung. Der Vorderkörper ist im Gegensatz zum Hinterleib viel kleiner und ist braunschwarz koloriert. Die Beine dieser Spinnenart sind glänzend rot getönt, nur die Tarsen weisen eine schwärzliche Färbung auf. Das Männchen wirkt gegenüber dem Weibchen sehr klein. Des Weiteren besitzt das Männchen einen viel flacheren Hinterkörper und weist nur am Ende des Hinterkörpers ein Paar Stacheln auf.

Lebensweise

Um Beute zu fangen baut das Weibchen das Netz zwischen Sträuchern oder kleinen Bäumen, die sich einige Meter über dem Boden befinden. Über der Nabe befindet sich ein kurzes Stabiliment. Das Weibchen webt ein recht kleines Netz, das nur für den Fang von Insekten (Insect) fungiert. Das Netz weist einen Durchmesser von etwa 16 bis 20 Zentimeter auf. Die Insekten, die zwischen den Bäumen oder Sträuchern fliegen, sehen meistens das Netz zu spät und verfangen sich in dem Netz. Sobald die Abenddämmerung eintritt, frißt die Spinne ihr Netz auf und webt in der Morgendämmerung wieder ein neues Fangnetz. Das Männchen baut keine Netze, es webt nur einen Paarungsfaden. Wenn das Männchen eine potentielle Partnerin gefunden hat, webt das Männchen einen Paarungsfaden im Netz des Weibchens. Die meiste Zeit hängt das Weibchen mit dem Kopf nach unten in der Mitte des Netzes und lauert auf Beute. In dieser Stellung - gut getarnt - kann sie leicht für ein Stück Holz, Rinde oder Blatt gehalten werden.

Verbreitung

Micrathena sagittata kommt in den östlichen Vereinigten Staaten von Amerika sowie westlich von Nebraska und Texas vor. In der Regel hält sich die Spinne hängend mit dem Kopf nach unten im Netz auf, das sie in Sträuchern, in niedrigen Bäumen, die in Wäldern oder in Gärten wachsen, webt. Manchmal erstellt sie ein kurzes Zickzack-Band, das sich über der Nabe des Netzes befindet.

Sceliphron caementarium
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Sceliphron caementarium

Ernährung

Der größte Teil der Beute verfängt sich in dem Netz der Spinne. Dies können kleine Fliegen (Brachycera), Stechmücken (Culicidae) und Mücken (Nematocera) sein. Des Weiteren gehören zum Nahrungsspektrum der Spinne auch kleine Wespen (Vespinae), fliegende Ameisen (Formicidae) sowie Käfer (Coleoptera). Micrathena sagittata hängt mit dem Kopf nach unten in der Mitte des Netzes. Sobald die Spinne Vibrationen im Netz spürt, läuft sie zu der Stelle hin, wo vermutlich sich ein Opfer im Netz verfangen hat. Da die Spinne in der Regel ziemlich langsam und schwerfällig in ihren Bewegungen ist, entkommen viele Insekten (Insecta) bevor sie von der Spinne entdeckt werden. Das erbeutete Insekt wird durch einen Giftbiß zuerst gelähmt und dann in Seide gehüllt. Für den Menschen ist der Biß der Spinne völlig harmlos.

Prädatoren

Die Stacheln auf dem Hinterleib dieser Art dienen als eine Art Panzer zum Schutz vor Prädatoren wie etwa Vögel (Aves), Kröten (Bufonidae), Froschlurche (Anura), Eidechsen (Lacertidae) und Fluginsekten (Pterygota) oder andere Tiere. Wenn die Spinne gestört wird oder Gefahr droht, dann gibt sie einige schrille und brummende Töne von sich. Diese Laute kann man, wenn man nahe genug am Netz steht, sehr gut hören. Trotz des panzerartigen Schutzes fällt die Spinne oft der Schlammwespe Sceliphron caementarium zum Opfer. Im Englischen wird die Schlammwespe Black and yellow mud dauber genannt. Diese Wespe, die eine Körperlänge von etwa 24 bis 28 Millimeter erreicht, lähmt die Spinne mit einem Stich und schleppt sie in eine der Kammern der Schlammnester, wo die Spinne dann mit Schlamm umhüllt wird.

Fortpflanzung

Das Weibchen webt nach der Paarung, die meist im September stattfindet, mehrere Eikokons und legt im Innern der Kokons die Eier ab. Die Eikokons werden an Pflanzen oder Sträuchern in der Nähe des Netzes befestigt. Die Eier überwintern in den Kokons und erst im darauffolgenden Jahr schlüpfen die Spiderlinge. Im Juli sind die Jungspinnen vollständig entwickelt und verlassen das Netz der Mutter, um ein eigenes Revier zu suchen. Die Lebensdauer der Spinne beträgt etwa ein Jahr. Das Männchen erreicht dieses Alter kaum, da die Paarung mit dem Weibchen oft für das Männchen einen tödlichen Ausgang nimmt.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Micrathena sagittata
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Micrathena sagittata

Update 31. Mai 2008 <1>

  • Micrathena sagittata - (Walckenaer, 1842)
  • Plectana sagittata - Walckenaer, 1842
  • Epeira spinea - Hentz, 1850
  • Acrosoma bovinum - Thorell, 1859
  • Acrosoma sagittatum - Butler, 1873
  • Acrosoma spineum - Emerton, 1884
  • Acrosoma sagittata - McCook, 1894
  • Acrosoma spineum - Emerton, 1902
  • Micrathena sagittata - Cambridge, 1904
  • Micrathena sagittata - Reimoser, 1917
  • Micrathena sagittata - Petrunkevitch, 1930
  • Micrathena sagittata - Kaston, 1948
  • Micrathena comstocki - Archer, 1951
  • Micrathena sagittata emertoni - Archer, 1951
  • Micrathena sagittata - Archer, 1951
  • Micrathena sagittata - Chickering, 1961
  • Micrathena sagittata - Wiehle, 1967
  • Micrathena sagittata - Levi, 1978
  • Micrathena sagittata - Levi, 1985
  • Micrathena sagittata - Breene et al., 1993
  • Micrathena sagittata - Dondale et al., 2003

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

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