Micronycteris minuta

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Micronycteris minuta

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Überfamilie: Hasenmaulartige (Noctilionoidea)
Familie: Blattnasen (Phyllostomidae)
Unterfamilie: Lanzennasen (Phyllostominae)
Gattung: Micronycteris
Art: Micronycteris minuta
Wissenschaftlicher Name
Micronycteris minuta
(Gervais, 1856)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Micronycteris minuta zählt innerhalb der Familie der Blattnasen (Phyllostomidae) zur Gattung Micronycteris. Dieser Gattung werden 11 Arten zugerechnet. Im Englischen wird die Art Tiny Big-eared Bat oder White-bellied Big-eared Bat genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt (López-González, 1998; Wilson & Reeder,2005).

Inhaltsverzeichnis

Erkennung und Unterschiede

Micronycteris minuta ist eine eher kleine Lanzennasen (Phyllostominae). Dies gilt auch innerhalb der Gattung. Die Ohren sind durch ein interaurikulares Band verbunden. IN der Größe ähnelt Micronycteris minuta den verwandten Arten Micronycteris megalotis, Micronycteris microtis, Micronycteris sanborni und Micronycteris schmidtorum. Von M. megalotis und M. microtis läßt sich Micronycteris minuta aufgrund einer tiefen Einkerbung im interaurikularen Band und einem blasser gefärbten Bauch unterscheiden. Weitere Unterschiede zu den genannten Arten zeigen sich beim Calcar (knorpeliger Sporn an den Hinterbeinen) sowie in der Zahn- und Schädelmorphologie (López-González, 1998).

Beschreibung

Micronycteris minuta ist eine schlank gebaute Fledermaus mit gut ausgebildetem Nasenblatt und dünnen Flugmembranen. Die Ohren sind groß und an den Kanten rundlich. An dr Basis sind die beiden Ohren durch ein Band verbunden. Das Fell ist dursal blassbraun gefärbt, ventral zeigt sich eine fast weißliche Färbung. Die Arme sind proximal behaart. Der Schädel ist schmal und verjüngt sich deutlich. Der Hirnschädel ist gewölbt, der Saggitalkamm ist nur wenig entwickelt. Micronycteris minuta erreicht eine Gesamtlänge von52,0 bis 73,0 mm, eine Schwanzlänge von 9,0 bis 14,0 mm, eine Hinterfußlänge von 9,0 bis 13,0 mm, eine Ohrlänge von 19,0 bis 23,0 mm, eine Vorderarmlänge von 31,3 bis 36,8 mm, eine Daumenlänge von 4,0 bis 9,1 mm, eine Condylobasallänge von 15,3 bis 16,7 mm, eine Jochbeinbreite von 7,9 bis 9,0 mm, eine Hirnschädelbreite von 7,2 bis 8,0 mm sowie ein Gewicht von 6,5 bis 8,5 g. Das Gebiss besteht aus 34 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i2/2, c1/1, p2/3, m3/3 (López-González, 1998).

Über die Lebensweise der Art ist nur wenig bekannt. Micronycteris minuta hält sich an den Ruheplätzen einzelgängerisch oder in kleinen Gruppen auf.

Verbreitung

Micronycteris minuta ist südlichen Mittelamerika und im nördlichen bis zentralen Südamerika östlich der Anden verbreitet. Die Vorkommen erstrecken sich über Bolivien, Brasilien, Kolombien; Costa Rica, Ecuador, Französich-Guiana, Guyana, Honduras, Nicaragua, Panama, Peru, Suriname, Trinidad und Tobago sowie über Venezuela. Die Art besiedelt das Flachland und ist im Hochland bis in Höhen von etwa 800 m über NN anzutreffen. Besiedelt werden immergrüne Laub- und Auenwälder sowie lokal auch landwirtschaftliche Flächen (IUCN, 2013; López-González, 1998).

Ernährung

Micronycteris minuta ernährt sich hauptsächlich von Käfern (Coleoptera) und größeren Schnabelkerfen (Hemiptera) wie Langwanzen (Lygaeidae). Im Kot der Tiere wurden auch Grillen (Gryllidae) und Schmetterlinge (Lepidoptera) nachgewiesen (López-González, 1998).

Fortpflanzung

Die Paarungszeit beginnt mit der Regenzeit. Jungtiere wurden je nach Vorkommen zwischen April und Juli gesichtet. Weitere Daten liegen nicht vor, das Fortpflanzungsverhalten der Art ist nicht weitreichend erforscht (López-González, 1998).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Nach Angaben der IUCN gehört Micronycteris minuta heute noch nicht zu den bedrohten Arten. Die Art wird in der Roten Liste der IUCN daher in der Kategorie LC,Least Concern, geführt. Zu den größten Gefahren zählt die Vernichtung der natürlichen Lebensräume durch Abholzung der Wälder (IUCN, 2013).

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Ordnung der Fledertiere (Chiroptera)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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