Mittelamerikanischer Tapir
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| Mittelamerikanischer Tapir | |
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| Systematik | |
| Klasse: | Säugetiere (Mammalia) |
| Unterklasse: | Lebendgebärende Säugetiere (Theria) |
| Teilklasse: | Höhere Säugetiere (Eutheria) |
| Ordnung: | Unpaarhufer (Perissodactyla) |
| Familie: | |
| Gattung: | Tapire (Tapirus) |
| Art: | Mittelamerikanischer Tapir |
| Wissenschaftlicher Name | |
| Tapirus bairdii | |
| Gill, 1865 | |
| IUCN-Status | |
| Endangered (EN) - IUCN
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Der Mittelamerikanische Tapir (Tapirus bairdii) zählt innerhalb der Familie der Tapire (Tapiridae) zur Gattung der Tapire (Tapirus). Er ist auch unter dem Synonym Baird's Tapir bekannt.
Inhaltsverzeichnis |
Evolution
Tapire gehören zu einer der ältesten Familien innerhalb der Säugetiere. Die ersten Arten lebten bereits im Eozän, also vor etwa 18 bis 23 Millionen Jahren, und waren im Zeitalter des Oligozän auch in Europa weit verbreitet. Die heutigen Arten tauchten erstmals im Miozän in Südamerika auf. Im Laufe der Zeit, vor etwa einer Million Jahren (Pleistozän), tauchten die ersten Tapire auch in Asien auf.
Beschreibung
Aussehen und Maße
Der Mittelamerikanische Tapir erreicht eine Körperlänge von 180 bis 230 Zentimeter, eine Schulterhöhe von 80 bis 120 Zentimeter, eine Schwanzlänge von bis zu 13 Zentimeter sowie ein Gewicht von 150 bis 300 Kilogramm. Er ist, nach dem Schabrackentapir (Tapirus indicus), die zweitgrößte Art innerhalb der Gattung der Tapire. Zugleich sind sie die größten Säugetiere in Mittelamerika. Die Haut des Mittelamerikanischen Tapirs ist dunkelbraun oder dunkelgrau bis schwarz gefärbt, ein spärliches Fell bedeckt dabei den gesamten Körper, das im Schnitt eine Länge von ein bis zwei Zentimeter aufweist. Im Bereich der Kehle zeigen sich eine helle, meist gräuliche Färbung. Der kräftige Körper wird durch stämmige Beine getragen. Jungtiere sind hellbraun gefärbt und weisen eine typische helle Streifung auf, die der Tarnung im Dschungel dient. Die Vorderfüße verfügen über vier Zehen, die jeweils in einen Huf enden. Die vierte Zehe ist unterentwickelt und reicht nicht bis zum Boden, die Füße an den Hinterbeinen weisen drei Zehen auf. Die Oberlippe ist stark verlängert und ermöglicht den Tieren das Greifen und Abstreifen von Nahrung. Die Augen sind recht klein und lassen auf die überwiegend nachtaktive Lebensweise schließen. Die Ohren weisen eine ovale Form auf und sitzen weit hinten am Kopf.
Verhalten
Mittelamerikanische Tapire sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Wenn es sein muss, sind sie allerdings auch tagaktiv. In der Nähe des Menschen sind sie allerdings nur in der Nacht auf Nahrungssuche. Sie leben einzelgängerisch und dulden keine Artgenossen in ihrer Nähe. Sie kommunizieren mittels Pfeiftönen und Geruchsmarkierungen untereinander. Mittelamerikanische Tapire leben meist in einem festen Gebiet und sind außerordentlich sesshaft. Sie sind sehr gute Schwimmer und können auch an Land hohe Geschwindigkeiten erreichen. Auch in Höhenlagen sind Mittelamerikanische Tapire an Hängen äußerst geschickt unterwegs. Man trifft auf die Tiere grundsätzlich in der Nähe eines Gewässers. Hier nehmen sie Schlammbäder und kühlen ihre Körper bei hohen Umgebungstemperaturen ab.Verbreitung
Ursprünglich erstreckte sich das Verbreitungsgebiet des Mittelamerikanischen Tapirs vom südlichen Mexiko bis in den Norden von Südamerika. Er kommt heute nur noch in kleinen Populationen in Kolumbien, Ecuardor, Panama, Mexiko, Honduras, Guatemala, und Costa Rica vor. In Belize und Elsalvador scheint die Art bereits vollständig ausgerottet zu sein. Der natürliche Lebensraum erstreckt sich über den tropischen Regenwald und feuchte Bergregenwälder. In Höhenlagen kommen die Tiere bis in Höhen von über 3.000 Meter über NN. vor. Offene Flächen werden strikt gemieden. Der Lebensraum der Mittelamerikanischen Tapire ist durch reichlich vorhandenes Wasser gekennzeichnet. Dies können Seen und Teiche oder auch Flüsse und Sumpfgebiete sein.
Prädatoren
Aufgrund ihrer Größe kann den Mittelamerikanischen Tapiren außer dem Menschen nur der Puma (Puma concolor) und der Jaguar (Panthera onca) gefährlich werden. Jedoch fallen aufgrund der zurückgezogenen und nachtaktiven Lebensweise relativ wenige Tiere diesen Räubern zum Opfer.
Ernährung
Wie alle Tapire, so sind auch Mittelamerikanische Tapire reine Pflanzenfresser. Sie ernähren sich hauptsächlich von Gräsern, Kräutern, Laub, Früchten, Sämereien, jungen Trieben und Wasserpflanzen. Sie gehen erst mit Einbruch der Dämmerung oder nachts auf Nahrungssuche. Die Oberlippe und die Nase sind zu einem kleinen Rüssel umgewandelt. Er dient zum Erfassen und Abstreifen von Nahrung. In der Nähe menschlicher Siedlungen fallen sie nicht selten in Getreidefelder ein. Im Magen befindliche Mikroorganismen zersetzen die Nahrung und wandeln sie in Energie um.
Fortpflanzung
Mittelamerikanische Tapire erreichen die Geschlechtsreife mit rund zwei Jahren. Die Paarungszeit erstreckt sich in den meisten Verbreitungsgebieten über das ganze Jahr. Nach einer Tragezeit von etwa 390 bis 400 Tagen bringt das Weibchen ein, sehr selten zwei Jungtiere zur Welt. Das Jungtier weist ein Gewicht von bis zu acht Kilogramm auf und hat ein bräunliches Fell, das mit weißlichen Streifen und Punkten versehen ist. Ein Jungtier wird für etwa ein Jahr gesäugt und bleibt meist für rund zwei Jahre bei der Mutter. Mittelamerikanische Tapire haben eine Lebenserwartung von gut 30 Jahren.
Gefährdung und Schutz
Der Mittelamerikanische Tapir gehört heute zu den stark gefährdeten Tapir-Arten. Durch die starke Bejagung der einheimischen Bevölkerung und der weitflächigen Vernichtung der natürlichen Lebensräume ist der Mittelamerikanische Tapir heute fast in allen Verbreitungsgebieten von der Bildfläche verschwunden. Mittlerweile wurde rund 70 Prozent der Regenwälder in Mittelamerika abgeholz und in trostloses Ackerland oder Siedlingsraum umgewandelt. Nach neusten Schätzungen soll es nur noch rund einen Bestand von 5.000 Tieren geben. Das Washingtoner Artenschutzabkommen stellt die Tiere in Anhang I unter weltweitem Schutz. In der Roten Liste der IUCN wird die Art als stark gefährdet geführt (EN, Endangered).
Anhang
Siehe auch
- Hauptartikel:
Tapire (Tapiridae)
Literatur und Quellen
- David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
- Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999

