Molossus pretiosus

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Molossus pretiosus
Foto folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Familie: Bulldoggfledermäuse (Molossidae)
Gattung: Samtfledermäuse (Molossus)
Art: Molossus pretiosus
Wissenschaftlicher Name
Molossus pretiosus
Miller, 1902

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Molossus pretiosus zählt innerhalb der Familie der Bulldoggfledermäuse (Molossidae) zur Gattung Samtfledermäuse (Molossus). Im Englischen wird die Art Miller's Mastiff Bat genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind keine bekannt (Jennings, Best, Rainey & Burnett, 2001; Wilson & Reeder, 2005).

Inhaltsverzeichnis

Erkennung und Unterschiede

Molossus pretiosus kann von anderen Arten der Bulldoggfledermäuse, insbesondere der Gattungen Promops und Eumops anhand der Zahnmorphologie unterschieden werden. P3 ist bei Molossus pretiosus nicht vorhanden. Auch das Muster der Höcker von M3 ist unterschiedlich. Von den Faltlippenfledermäuse (Tadarida) und Nyctinomops unterscheidet sich Molossus pretiosus in der Anzahl der unteren Schneidezähne. Molossus pretiosus hat nur 2 untere Schneidezähne. In der Schädelmorphologie unterscheiden sich die genannten Gattungen nur marginal. Leichte Unterschiede zeigen sich in der Schädelgröße und in der Entwicklung des Scheitelkamms (Jennings, Best, Rainey & Burnett, 2001).

Beschreibung

Aussehen, Maße

Molossus pretiosus weist je nach Geschlecht unterschiedliche Maße auf. Männchen erreichen eine Gesamtlänge von 113 bis 119 mm, eine Schwanzlänge von 42 bis 44 mm, eine Ohrlänge von 16 bis 17 mm, eine Unterarmlänge von 44,5 bis 45,8 mm, eine Schädellänge von 20,2 bis 21,7 mm, eine Condylobasallänge von 18 bis 19,2 mm, eine Hirnschädelbreite von 10,1 bis 10,3 mm sowie ein Gewicht von durchschnittlich 27,0 g. Weibchen erreichen eine Gesamtlänge von 111 bis 116 mm, eine Schwanzlänge von 39 bis 41 mm, eine Ohrlänge von 16 bis 17 mm, eine Unterarmlänge von 44,4 bis 44,7 mm, eine Schädellänge von 20,2 bis 21,7 mm, eine Condylobasallänge von 17,8 bis 18,6 mm, eine Hirnschädelbreite von 10,1 bis 10,5 mm sowie ein Gewicht von durchschnittlich 20,9 g. Das Fell ist variabel gefärbt. Die Fellfärbung reicht von Schwarzbraun über rotbraun, rötlich bis hin zu gelblichbraun. Ventral zeigt sich eine etwas hellere Färbung. Die Ohren und Membranen sind schwärzlich gefärbt. Die Flügelspitzen sind schmal. Markantes Merkmal ist die kurze und breite Schnauze. Die Lippen sind glatt und unauffällig. Des Weiteren sind die abgerundeten kurzen Ohren breit und nach vorne gerichtet. Die Augen eher klein ausgeprägt. Die Nasenlöcher befinden sich auf einem Ballen, der mit spachtelförmigen Tasthaaren versehen ist. Das Gebiss besteht aus 26 Zähnen, die zahnmedizinische Formel lautet i1/1, c1/1, p1/2, m3/3. Molossus pretiosus gilt als schneller Flieger (Jennings, Best, Rainey & Burnett, 2001).

Über die Lebensweise ist nichts bekannt.

Verbreitung und Lebensraum

Molossus pretiosus ist in Teilen von Mittelamerika und im nördlichen Südamerika verbreitet. Im Einzelnen ist die Art in Brasilien, Kolumbien, Costa Rica, Guyana, Mexiko, Nicaragua und Venezuela nachgewiesen. In Mexiko werden die Bundesstaaten Guerrero und Oaxaca besiedelt. Als Lebensraum dienen meist Trockenwälder, Auwälder, Plantagen und Baumsavannen, die Ruheplätze liegen in Baumhöhlen, Felsspalten, Höhlen, aber auch in Gebäuden und andere menschliche Strukturen. Dichte Wälder werden strikt gemieden. Die Tiere siedeln meist in kleinen Kolonien. Größere Kolonien sind eher selten (Jennings, Best, Rainey & Burnett, 2001).

Biozönose

In Laboruntersuchungen konnten Trypanosomen (Trypanosoma) der Gattung Schizotrypanum nachgewiesen werden. Ektoparasiten und Prädatoren sind keine bekannt (Jennings, Best, Rainey & Burnett, 2001).

Ernährung

Die Tiere ernähren sich hauptsächlich von Insekten (Insecta) wie von Käfer (Coleoptera) und Schmetterlinge (Lepidoptera). Mit dem kräftigen Gebiss können auch harte Chitinpanzer von Käfern geknackt werden (Jennings, Best, Rainey & Burnett, 2001).

Fortpflanzung

Molossus pretiosus ist polygam. Ein Männchen paart sich demnach mit mehreren Weibchen. Die Paarungszeit erstreckt sich in den meisten Regionen von März bis in den August hinein. Ein Neugeborenes weist als Geburtsgewicht 25% des adulten Gewichts auf. Die Trage- und Säugezeit sind unbekannt (Jennings, Best, Rainey & Burnett, 2001).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Molossus pretiosus gehört heute noch nicht zu den bedrohten Arten und wird in der Roten Liste der IUCN daher in der Kategorie LC, Least Concern, geführt. Auch größere Gefahren sind nicht bekannt. Zudem passt sich die Art auch gut an menschliche Strukturen an (IUCN, 2014).

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Ordnung der Fledertiere (Chiroptera)

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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