Monameerkatze

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Monameerkatze

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Primaten (Primates)
Unterordnung: Trockennasenaffen (Haplorhini)
Teilordnung: Altweltaffen (Catarrhini)
Familie: Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae)
Unterfamilie: Backentaschenaffen (Cercopithecinae)
Tribus: Cercopithecini
Gattung: Meerkatzen (Cercopithecus)
Art: Monameerkatze
Wissenschaftlicher Name
Cercopithecus mona
(Schreber, 1775)

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Monameerkatze (Cercopithecus mona) zählt innerhalb der Familie der Meerkatzenverwandten (Cercopithecidae) zur Gattung der Meerkatzen (Cercopithecus). Im Englischen wird die Art Mona Monkey oder Mona Guenon genannt. Die Art ist monotypisch, Unterarten sind demnach keine bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Die Monameerkatze erreicht je nach Geschlecht eine Körperlänge von 32 bis 53 Zentimeter, eine Schwanzlänge von 67 bis 90 Zentimeter sowie ein Gewicht von 2.000 bis 6.000 Gramm. Weibchen wiegen im Schnitt 4.000 Gramm, Männchen 5.000 Gramm. Weibchen bleiben demnach ein wenig kleiner und leichter als Männchen. Ansonsten zeigt sich zwischen den Geschlechtern kein nennenswerter Dimorphismus. Das Fell ist dorsal rotbraun bis braun gefärbt. Ventral zeigt sich eine hellgraue bis weißliche Färbung. Das Gesichtsfeld ist im Bereich der Augen bis zum Nasenrücken blaugrau bis dunkelgrau, die Schnauzenspitze ist fleischfarben gefärbt. Das Fell an den Wangen und oberhalb der Augen ist weißlich bis leicht gelblich.

Lebensweise

Die tagaktiven Monameerkatzen sind gesellige Primaten und leben in Gruppen von bis zu 50 Individuen. Eine Gruppe setzt sich in der Regel aus einem Männchen sowie zahlreichen Weibchen und deren Nachwuchs zusammen. Größere Gruppen können auch mehrere Männchen aufweisen. Während der Nahrungssuche können sich größere Gruppen zudem in kleinere Untergruppen aufteilen. Neben den gemischten Gruppen treten auch Junggesellengruppen auf, die sich auf Tieren unterschiedlichen Alters zusammensetzen. Mit dem Erreichen der Geschlechtsreife verlassen Männchen die Geburtsgruppe, Weibchen verbleiben hingegen ein Leben lang in ihrer Gruppe. Auch wenn Monameerkatzen am Tage aktiv sind, so entfalten sie die größte Aktivität in den frühen Morgen- und spätern Nachmittagsstunden. Die Tiere halten sich fast ausschließlich in den Bäumen auf. Hier gehen sie auch auf Nahrungssuche und halten die Ruhephasen ab. Die Tiere bewegen sich in den Bäumen quadrupedal (Quadrupedie, lat. quadrus vier und pes Fuß) auf allen vier Extremitäten fort. Mittlere Entfernungen zwischen Bäumen werden durch Sprünge bewältigt. Die Kommunikation untereinander erfolgt hauptsächlich über akustische Laute. Im Nahbereich spielt jedoch auch die Mimik und die visuelle Kommunikation eine große Rolle. Die taktile Kommunikation geht vor allem mit der gegenseitigen Körperpflege, dem grooming, einher. Auch wenn Monameerkatzen nicht als ausgesprochen territorial gelten, so beanspruchen sie je nach Gruppengröße ein Streifrevier in einer Größe von bis zu 50 ha.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Monameerkatzen erstreckt sich über das westlichen Afrika. Nach Angaben der IUCN ist die Art in Benin, dem nördlichen Kamerun, in Ghana, Nigeria und Togo anzutreffen. Eingeführt wurden die Tiere als Neozoa auf einigen Inseln der Karibik wie Grenada, St. Kitts und Nevis sowie auf São Tomé und Príncipe, einer Inselgruppe westlich vor Äquatorialguinea und Gabun. Monameerkatzen leben in tropischen Regenwäldern, aber auch in lichten Sekundärwäldern, in Mangrovensümpfe, in Sumpfgebiete und in der Nähe des Menschen auch auf landwirtschaftlicher Flächen (Nowak, 1999). Agrarflächen werden jedoch eher selten besiedelt, meist nur in Regionen, wo der natürlichen Lebensraum verloren vernichtet wurde.

Prädatoren

Zu den natürlichen Feinden der Monameerkatzen zählen insbesondere Katzen (Felidae) wie die Afrikanische Goldkatze (Profelis aurata) oder der Leopard (Panthera pardus). Aber auch größere Schlangen (Serpentes) wie Pythons (Pythonidae) und Greifvögel (Falconiformes) wie der Würgadler (Morphnus guianensis) haben es auf die Tiere, vor allen auf juvenile und subadulte Tiere, abgesehen.

Ernährung

Auch wenn Monameerkatzen als Allesfresser gelten, ernähren sie sich hautsächlich von Früchten. Darüber hinaus stehen auch Knospen, junge Triebe und Blätter auf der Speisekarte. An tierischer Kost werden in einem nicht geringen Umfang verschiedene Gliederfüßer (Arthropoda), insbesondere Insekten (Insecta) gefressen. Nach Novak (1999) ist der Anteil tierischer Kost unter allen Meerkatzen bei den Monameerkatzen am höchsten. Während der Nahrungssuche speichern Monameerkatzen Nahrung in den Backenbeuteln, die ausgesprochen groß sind. Die Backenbeutel erreichen in etwa das Volumen des Magens.

Fortpflanzung

Die Geschlechtsreife erreichen Monameerkatzen je nach Ernährungszustand im Alter von 2 bis 5 (4) Jahren. Das Fortpflanzungsverhalten kann als polygam bezeichnet werden, da die Gruppe eine gemischte Zusammensetzung aufweisen, Weibchen dabei überwiegen und Männchen in die Aufzucht des Nachwuchses nicht involviert sind. In einer Saison bringt ein Weibchen nur einmal Nachwuchs zur Welt, der Abstand zwischen 2 Geburten beträgt auf Grund der langen Säuge- und Betreuungszeit 2 Jahre. Während des Östrus zeigt sich bei den Weibchen keine Schwellung im Analogenitalbereich. Nach einer Tragezeit von 150 bis 180 Tagen bringt ein Weibchen 1 bis 2 (1) Jungtiere zur Welt, wobei Zwillinge die Ausnahme sind. Die Geburt erfolgt hoch oben in Schutz bietenden Bäumen. Der Nachwuchs weist ein durchschnittliches Geburtsgewicht von 285 Gramm auf. Er klammert sich in den ersten Lebenswochen ausschließlich am Bauch der Mutter fest. Die Säuge- und Betreuungszeit erstreckt sich bei den Monameerkatzen über gut 12 Monate. Die Lebenserwartung liegt unter günstigen Umständen bei 25 bis 30 Jahren. Ein solch hohes Alter wird in Freiheit jedoch nur selten erreicht.

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Die Monameerkatze gehört heute noch nicht zu den bedrohten Primatenarten. In der Roten Liste der IUCN wird die Art daher als nicht gefährdet (LC, Least Concern) geführt. Das Wahingtoner Artenschutzabkommen (CITES) stellt die Monameerkatze in Anhang II unter Schutz. In ihren natürlichen Lebensräumen spielen Monameerkatzen eine durchaus wichtige Rolle. Durch ihre frugivore Ernährungsweise sorgen die Tiere für die Verbreitung von Samen und somit für ein gesundes Wachstum. In der Nähe von landwirtschaftlichen Flächen sind Monameerkatzen keine gern gesehenen Gäste, da sie als Ernteschädling erhebliche Schäden an Pflanzungen anrichten können.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World: v. 1 & 2. B&T, Auflage 6, 1999, (engl.) ISBN 0801857899
  • Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder: Mammal Species of the World, a Taxonomic & Geographic Reference. J. Hopkins Uni. Press, 3rd ed., 2005 ISBN 0801882214
  • Thomas Geissmann: Vergleichende Primatologie. Springer Verlag, 2003, ISBN 3540436456
  • David Macdonald: Die große Enzyklopädie der Säugetiere. Ullmann/Tandem ISBN 3833110066
  • Hans Petzsch: Urania Tierreich, 7 Bde., Säugetiere. Urania, Stuttgart (1992) ISBN 3332004999
  • Säugetiere. 700 Arten in ihren Lebensräumen. Dorling Kindersley, 2004. ISBN 383100580X

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