Morpho hercules

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Morpho hercules

Taxonomie
Klasse: Insekten (Insecta)
Unterklasse: Geflügelte Insekten (Pterygota)
Teilklasse: Neuflügler (Neoptera)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Unterordnung: Glossata
Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
Unterfamilie: Augenfalter (Satyrinae)
Tribus: Morphini
Gattung: Morpho
Art: Morpho hercules
Wissenschaftlicher Name
Morpho hercules
(Dalman, 1823)

Der Falter Morpho hercules, auch unter den Synonymen Iphimedeia hercules und Papilio hercules bekannt, zählt innerhalb der Familie der Edelfalter (Nymphalidae) zur Gattung Morpho. Im Englischen wird der Morpho-Falter hercules morpho genannt.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Morpho hercules ist ein großer Schmetterling mit einer Flügelspannweite von über 120,0 Millimeter. Der äußere Rand der Vorderflügel erscheint konkav. Zwischen beiden Geschlechtern besteht ein deutlicher Dimorphismus. Die Oberseite des Männchens ist hellblau-metallisch gefärbt. Der äußere Rand ist mit einem breiten grauen Saum versehen sowie mit einer Reihe von weißen Punkten verziert.Die Oberseite des Weibchens ist dunkel goldbraun gefärbt. Die Submarginal-Linie ist mit weißen Punkten verziert und die Unterseite weist eine gold-grüne Färbung auf.

Lebensweise

Morpho hercules wird in der Regel im Südosten Brasiliens und im Westen in Paraguay in Höhenlagen von etwa 1.400 Meter gefunden. Eine große Anzahl von Proben wurden in den frühen 1960er Jahren für den Export in Santa Catarina, Brasilien gezüchtet. Die Raupen von Morpho hercules halten sich auf den Wirtspflanzen aus der Familie der Bananengewächse (Musaceae) und der Mondsamengewächse (Menispermaceae) auf und ernähren sich auch von diesen. Die Männchen verbringen die Vormittage patroullierend entlang der Waldbäche und Flüsse. Sie sind territorial und verjagen alle Rivalen und Eindringlinge aus dem Territorium. Außerhalb der Paarungszeit führen sie eine einzelgängerische Lebensweise. Morpho hercules hat ein sehr ausgeprägtes langsames Flugmuster aufgrund der enormen Flügelfläche im Gegensatz zur relativ kleinen Körpergröße.

Morpho hercules
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Morpho hercules

Unterarten

  • Morpho hercules hercules - (Dalman, 1823)
  • Morpho hercules diadema - Fruhstorfer, 1905
  • Morpho hercules itatiaya - Weber, 1944
  • Morpho hercules viridus - Weber, 1944
  • Morpho hercules f. irideus - Zikán, 1935
  • Morpho hercules f. violina - Rousseau-Decelle, 1935
  • Morpho hercules virida f. subtusdealbata - Le Moult & Réal, 1962

Verbreitung

Morpho hercules ist ein neotropischen Schmetterling und ist in Brasilien sowie in Paraguay verbreitet. Er hält sich vorwiegend in den Regenwäldern auf und kommt auch in Höhen von etwa 1.400 Metern vor.

Ernährung

Musa troglodytarum aus der Familie der Bananengewächse (Musaceae)
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Musa troglodytarum aus der Familie der Bananengewächse (Musaceae)

Die Larven ernähren sich vorwiegend von Bananengewächsen (Musaceae) und von Mondsamengewächsen (Menispermaceae) wie zum Beispiel Abuta selloana. Die Erwachsenen ernähren sich von verfaulten Früchten wie zum Beispiel Bananen und saugen die Säfte der Baumrinde oder der Reben auf. Dabei ist die Oberseite der Rüsselspitze bei der Flüssigkeitsaufnahme von feuchten Oberflächen nach unten gerichtet.

Fortpflanzung

Der gesamte Lebenszyklus spielt sich fern des Erdbodens ab. Nach der Paarung legt das Weibchen die Eier einzeln auf Wirtspflanzen ab, darunter zählen unter anderem Musaceae und Menispermaceae (Abuta selloana), von dessen Wirtspflanzen ernähren sich die Raupen auch. Die Larven schlüpfen aus tautropfenförmigen, hellgrünen Eiern. Die Raupen selbst haben einen rötlich-braunen Körper mit einem hellen kalk-grünen Rücken, der mit gelben Flecken besetzt ist. Die Haare sind auf menschlicher Haut reizend und wenn die Raupen gestört werden, dann sondern sie eine Flüssigkeit ab, die nach ranziger Butter riecht. Nach dem Schlupf wachsen die Larven bzw. die Raupen sehr schnell heran und häuten sich fünfmal, ehe sie sich verpuppen. Die Puppe weist eine jade-grüne Färbung auf. Der gesamte Lebenszyklus vom Ei bis zum voll entwickelten Falter dauert nur 115 Tage.

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

  • Die andere Seite der Biologie: Beiträge zu einer morphologischen Naturerfassung in Erinnerung an den Jesuitenbiologen Adolf Haas (1914 - 1982) von Christian Kummer von Books on Demand Gmbh (Taschenbuch - 2003) ISBN 3833004754
  • Heiko Bellmann: Der neue Kosmos-Schmetterlingsführer. Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen. Kosmos, 2003 ISBN 3440093301
  • Leon Rogez: Schmetterlinge und Raupen. Ensslin im Arena Verlag, 2006 ISBN 3401452541
  • Thomas Ruckstuhl: Schmetterlinge und Raupen. Gondrom Verlag, 2001 ISBN 3401452541
  • Kurt Günther, Hans-Joachim Hannemann, Fritz Hieke: Urania Tierreich, 6 Bde., Insekten . Deutsch Harri GmbH; Auflage: 5, 1990 ISBN 387144944X
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