Muränen

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Muränen
Gelbkopfmuräne (Gymnothorax fimbriatus)

Systematik
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Überordnung: Aalartige (Elopomorpha)
Ordnung: Aalartige (Anguilliformes)
Unterordnung: Muränenverwandte (Muraenoidei)
Familie: Muränen
Wissenschaftlicher Name
Muraenidae

Muränen (Muraenidae) zählen innerhalb der Ordnung der Aalartigen (Anguilliformes) zur Klasse der Strahlenflosser (Actinopterygii). Es sind 110 Arten aus 16 Gattungen bekannt. Das Verbreitungsgebiet der Muränen sind tropische und gemäßigte Meere.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der schlangenähnliche Körper der Muränen besitzt eine dicke schuppenlose Haut und ist sehr muskulös gebaut. Die Zähne der aalähnlichen Knochenfische sind in einer oder mehreren Reihen platziert und sehr spitz. Weit verbreitet ist die Meinung, dass Muränen Giftzähne besitzen. Diese Annahme ist falsch. Allerdings ist das Blut der Muränen (so wie bei allen aalartigen Tieren) äußerst giftig. Tatsächlich existieren 5 Arten von denen ein Biss tödlich enden kann.

Die Rückenflosse beginnt vor der Kiemenöffnung, geht in die Schwanzflosse über und verläuft in die Afterflosse. Die Kiemenöffnung sitzt seitlich, ist sehr klein, rund und besitzt keinen Kiemendeckel. Die Augen liegen weit vor dem Mundwinkel. Die meisten Arten können eine Länge von 20 cm bis über 3 m erreichen. Es gibt wenige Muränen, welche auffallend gefärbt sind. Viele der Arten sind einfarbig (meist braun) und dadurch gut getarnt. Sie sind dämmerungs- und nachtaktiv und ihr Schwimmraum befindet sich in Bodennähe (bis 200 m tief). Tagsüber leben Muränen in Felsspalten und Löchern des Korallenriffs. Meist lugt der Kopf und der vordere Körperbereich aus dem Versteck. Dann kann man sehr gut das Öffnen und Schliessen des Maules beobachten, welches zur Sauerstoffaufnahme dient. Bleibt das Maul jedoch mehrere Sekunden lang geöffnet, so handelt es sich um eine Drohgebärde. In dieser Situation werden Muränen meist nicht gefährlich. Werden sie allerdings in die Enge getrieben, so können Muränen stark blutende Wunden mit gefährlichen Infektionen durch kräftiges Zubeißen verursachen.

Lebensweise

Das Verhalten der Muränen ist räuberisch und man unterscheidet zwei Arten: Muränen, welche auf visuelle Jagd gehen, und welche ihren Geruchssinn einsetzen. Letztere ernährt sich auch von Aas. Auf dem Speiseplan stehen Fische, Krebstiere, Kopffüßer; sogar die Schale von Muscheln kann geknackt werden.

Prädatoren

Muränen besitzen nur wenige Feinde. Dazu zählen Menschen, Zackenbarsche und Muränen selbst. In manchen Ländern gilt die Muräne als Delikatesse, wobei vom Verzehr ausgewachsener Tiere abzuraten ist, da es zu einer Vergiftung durch Ciguatera kommen kann.

Fortpflanzung

Über die Fortpflanzung dieser Tiere ist leider sehr wenig bekannt. Sie sind getrenntgeschlechtlich und haben keine innere Befruchtung. Das Laichverhalten konnte erst bei wenigen Tieren beobachtet werden. Die Eier werden im Wasser befruchtet und treiben im Plankton. Die geschlüpften Larven wiederum treiben auch im Plankton. Das Wachstum der Larven ist sehr langsam. Nach einer Woche sind sie erst 10 mm lang. Bevor es zur Fortpflanzung zweier Muränen kommt, wird gebalzt. Männchen und Weibchen richten den Körper gegeneinander in die Höhe und reißen das Maul weit auf.

Große Netzmuräne (Gymnothorax favagineus)
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Große Netzmuräne (Gymnothorax favagineus)

Mensch und Muränen

Muränen kann man meist in großen Schaubecken beobachten. Will man sie selber im Aquarium halten, so sollte eine Einzelhaltung mit größeren Fischen bevorzugt werden. Das Aquarium muss dementsprechend groß sein, da Muränen 1 m und länger werden können. Sie sind langlebig und gewöhnen sich leicht an den Menschen. Die Abdeckung des Beckens mus sehr gut gesichert sein, da sie mit ihrem aalartigen muskulösen Körper durch jede noch so kleine Spalte passen. Unterschlüpfe zum Zurückziehen müssen gegeben sein. Vorsicht beim Hantieren im Aquarium, da aufgeschreckte Muränen leicht zubeissen. Auch hungrige Muränen schrecken nicht vor der Hand des Pflegers zurück und können gefährliche Wunden verursachen. Als Ersatzfutter bieten sich Fische, Krebse, Muscheln, Regenwürmer und Rinderherzen an.

Systematik der Muränen

Anhang

Literatur und Quellen

  • Bernhard Grzimek: Grzimeks Tierleben. Fische 2, Lurche. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co.KG, München Oktober 1993. ISBN 3-423-05970-2
  • Kurt Deckert: Urania-Tierreich - Fische, Lurche, Kriechtiere. Urania-Verlag Leipzig - Jena - Berlin 1991. ISBN 3-332-00376-3
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