Myotis vivesi

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Myotis vivesi
Foto/Zeichnung folgt.

Systematik
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Lebendgebärende Säugetiere (Theria)
Teilklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Unterordnung: Fledermäuse (Microchiroptera)
Überfamilie: Glattnasenartige (Vespertilionoidea)
Familie: Glattnasen (Vespertilionidae)
Unterfamilie: Eigentliche Glattnasen (Vespertilioninae)
Gattung: Mausohren (Myotis)
Art: Myotis vivesi
Wissenschaftlicher Name
Myotis vivesi
Ménégaux, 1901

IUCN-Status
Vulnerable (VU)

Myotis vivesi zählt innerhalb der Familie der Glattnasen (Vespertilionidae) zur Gattung der Mausohren (Myotis). Im Englischen wird diese Fledermaus Fish-eating Bat oder Fish-eating Myotis genannt (Wilson & Reeder, 2005). Der Gattungsname Myotis setzt sich aus dem griechischem Wort mus für "Maus" und otus für "Ohren" zusammen. Der Artname vivesi stammt vom lateinischem Wort vivo für "lebend" bzw. "lebendig" (Blood & Clark, 1998).

Inhaltsverzeichnis

Erkennung und Unterschiede

In der neuen Welt ist Myotis vivesi die größte Art. Die länglichen Hinterfüße sind charakteristisch für diese Art. Die Länge der Füße inklusive der Klauen entsprechen der Länge der Tibia (Schienbein). Der Calcar (knorpeliger Sporn) der Füße ist nicht gekielt. Schädel und Zähne sind gattungstypisch. Die Flugmembran ist basal sichtbar verengt (Blood & Clark, 1998).

Beschreibung

Aussehen und Maße

Myotis vivesi erreicht eine Gesamtlänge von 140 bis 145 mm, eine Schwanzlänge von 69 bis 70 mm, eine Tibialänge von 24 bis 24,6 mm, eine Hinterfußlänge von 23 bis 23,8 mm, eine Klauenlänge von 10 mm, eine Vorderarmlänge von 60 bis 62 mm, eine Daumenlänge von 12,2 bis 12,6 mm, eine Ohrlänge von 19 bis 20,4 mm, eine Schädellänge von 21,6 bis 22 mm, eine Condylobasallänge von 20,4 bis 21,0 mm, eine Jochbeinbreite von 14 bis 14,6 mm und eine Hirnschädelbreite von 10 bis 10,8 mm. Das Fell erreicht eine Länge von bis zu 8 mm. Die Fellfärbung variiert zwischen dunkelbraun und blassbraun. Das Uropatagium (Schwanzflughaut zwischen Schwanz und hinteren Extrextremitäten) ist dorsal nahezu nackt und ventralspärlich behaart (Blood & Clark, 1998).

Lebensweise

Die Orientierung erfolgt durch Echolokation. Die ausgesandten Signale haben eine Längevon ca. 3ms und eine Frequenz von 45 bis 20 kHz. Pro Sekunde werden zwischen 10 und 20 Signale ausgesandt (Blood & Clark, 1998).

Verbreitung und Lebensraum

Die Art ist im westlichen Mexiko, insbesondere in den Küstenregionen der Bundesstaaten Sonora und Baja California sowie auf küstennahen Inseln, verbreitet. Die Ruheplätze von Myotis vivesi liegen zumeist in größeren Nischen oder Höhlen von Felswänden. Nicht selten befinden sich die Nester von Schwarz-Wellenläufern (Oceanodroma melania) und die Zwerg-Sturmschwalben (Oceanodroma microsoma) in unmittelbarer Nähe (Blood & Clark, 1998; IUCN, 2013).

Biozönose

Prädatoren

Zu den natürlichen Feinden zählen insbesondere die Schleiereule (Tyto alba), der Louisianawürger (Lanius ludovicianus), die Ringschnabelmöwe (Larus delawarensis), die [Westmöwe]] (Larus occidentalis), der Kolkrabe (Corvus corax), der Wanderfalke (Falco peregrinus) und der Fischadler (Pandion haliaetus). Lokal treten auch Wanderratten (Rattus norvegicus) und Schlangen (Serpentes) als Prädatoren auf (Blood & Clark, 1998).

Ernährung

Myotis vivesi ernährt sich im Wesentlichen von Krebstieren (Crustacea), zu einem kleinen Teil auch von Fischen (Osteichthyes). Die Nahrungssuche erfolgt in der Nacht. Vor Sonnenaufgang kehren die Tiere zu ihren Ruheplätzen zurück (Blood & Clark, 1998).

Fortpflanzung

In den natürlichen Lebensräumen erstreckt die Paarungszeit zwischen Februar und Juni. Nach einer Tragezeit von 55 bis 65 Tagen bringt ein Weibchen meist ein Jungtier zur Welt. Die Jungen weisen eine Gesamtlänge von 71 bis 75 mm und ein Gewicht von 5,9 bis 6,6 g auf. Die Augen sind bei der Geburt geschlossen und öffnen sich am 3. Lebenstag. Im Alter von etwa 50 Tagen sind die Jungen flugfähig. Zu diesem Zeitpunkt endet auch die Säugezeit (Blood & Clark, 1998).

Ökologie, Gefährdung und Schutz

Myotis vivesi gehört heute zu den bedrohten Arten und wird in der Roten Liste der IUCN in der Kategorie VU, Vulnerable, geführt. Zu den Hauptgründen der Gefährdung zählt der Verlust der natürlichen Lebensräume und die Prädation durch gebietsfremde Arten wie Ratten und Katzen. In Moxiko steht Myotis vivesi unter Artenschutz (IUCN, 2013).

Anhang

Siehe auch

  • Hauptartikel: die Ordnung der Fledertiere (Chiroptera)

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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