Myrmarachne magna

aus Tierdoku, der freien Wissensdatenbank

Myrmarachne magna

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Überfamilie: Salticoidea
Familie: Springspinnen (Salticidae)
Gattung: Myrmarachne
Art: Myrmarachne magna
Wissenschaftlicher Name
Myrmarachne magna
Saito, 1933

LSID-Kennung
LSID: [urn:lsid:amnh.org:spidersp:034840]

Die Spinnenart Myrmarachne magna gehört innerhalb der Familie der Springspinnen (Salticidae) zur Gattung Myrmarachne.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Aussehen und Maße

Myrmarachne magna erreicht eine Körperlänge von etwa 6 bis 8 Millimeter. Beide Geschlechter sind fast gleich, mit der Ausnahme, dass die Kieferklauen bei dem Männchen enorm vergrößert und oberseits abgeflacht sind. Diese Vergrößerung bewirkt eine Verlängerung des Körpers um etwa 30 Prozent. Diese Art ist eine gute ameisenimitierende Springspinne, die keine Ameisen (Formicoidea) jagt. In der Regel ist das Prosoma etwa doppelt so lang als breit und der Kopf liegt etwas erhöht und weist eine quadratische Form auf. Die Spinne besitzt eine geradezu verblüffende Ähnlichkeit mit einer Ameise, besonders das Weibchen. So ist der Körper sehr schlank gebaut und zwischen dem Prosoma und dem Opisthosoma zeigt sich von oben gut sichtbar ein langer verschmälerter Stiel. Das Opisthosoma ist etwa so lang wie das Prosoma und weist eine ovale Form auf. Das Prosoma des Männchens ist schwarzbraun gefärbt und ist mit feinen weißen Härchen besetzt. Ein Paar lange, feine prominente Härchen befinden sich auch am Kopf. Der Kopf ist in seiner Form lang und schmal. Die Augenform erscheint etwas viereckig und der Abstand zwischen den Augen ist in der Länge und Breite identisch. Die Augen selbst zeigen eine unterschiedliche Größe. Die vorderen vier Augen sind in drei Reihen angeordnet und liegen eng aneinander. Die Frontalaugen sind die größten der acht Augen mit einem Durchmesser, der doppelt so groß ist als die der seitlichen Augen, diese sind so groß wie die Augen in der dritten Reihe. Die Augen in der zweiten Reihe sind die kleinsten und befinden sich näher im Bereich der vorderen Reihe als im Bereich der dritten Reihe der Augen. Die Beine weisen eine tief schwarzbraune Färbung auf. Coxa, Trochanter, Patellae und Tibiae des ersten Beinpaares sowie die Tibiae, Metatarsi und Tarsi des zweiten und dritten Beinpaares und der Trochanter des vierten Beinpaares sind mattbraun getönt. Die Tibiae sind am ersten Beinpaar mit sechs Stacheln versehen. Die kurzen Palpen sind tiefbraun und mit dichten, schwarzen Härchen versehen. Die langen schwarzen Maxillen sind kräftig ausgebildet, über den Palpen schmal verlaufend und an der Spitze dann ziemlich verbreitert. Das Sternum weist eine mattbraune Färbung auf. Die Cheliceren sind von tiefbrauner Tönung, sehr kräftig ausgebildet und extrem lang. Die Innenseite der Cheliceren ist mit acht Zähnchen besetzt. Das Opisthosoma ist ebenfalls tief schwarzbraun getönt und mit feinen weißen Härchen bedeckt. Die Spinne läuft meist nur auf drei Beinpaaren und trägt ihr vorderes Beinpaar zitternd emporgehalten wie eine Ameise ihre Fühler. Auch das Problem der falschen Beinzahl wird auf diese Weise elegant gelöst. Bei dem Weibchen sind schließlich die Endglieder der Pedipalpen abgeflacht und dreieckig verbreitert, so dass sie wie Ameisenkiefer wirken. <2>

Lebensweise

Myrmarachne magna ist eine ameisennachahmende Spinne, die im Aussehen und oft auch in der Bewegung die Ameisen (Formicoidea) nachahmt. Man nimmt an, dass die Nachahmung vor Fressfeinden schützen soll, denn Ameisen (Formicoidea) werden,
Myrmarachne magna
vergrößern
Myrmarachne magna
abgesehen von einigen Spezialisten, nicht gerne als Nahrung aufgenommen. Da die Spinne sich meist in den gleichen Lebensräumen wie die Ameisen (Formicoidea) aufhält und oft mit den Ameisen (Formicoidea) gesellig zusammenlebt, ist die Spinne für das menschliche Auge kaum auseinanderzuhalten. Die merkwürdigen Cheliceren der Männchen erinnern an die der orthognathen Spinnen. Die sehr langen, gebogenen und in der Mitte gezähnten Klauen werden aber nach innen und nicht nach unten eingeklappt. Um sie auszuklappen, muß die Spinne zunächst die Grundglieder weit auseinanderspreizen. Sie dienen als Schauapparate beim Kommentkampf und bei der Balz vor dem Weibchen. Die Spinne hält sich bei ungünstiger Witterung meist in einem zusammengerollten, mit Gespinst ausgekleideten Blatt auf.

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Myrmarachne magna befindet sich auf Taiwan. Sie hält sich bevorzugt auf Sträuchern, auf Pflanzen und in der Laubstreu auf. Die meisten ameisenimitierenden Springspinnen leben in der Nähe von Ameisen (Formicoidea), durch die ein gewisser Schutz gewährleistet wird. Diese Spinnen sind je nach Ameisenart, die sie imitieren, mehr oder weniger schwarz, braun oder gelb gefärbt. Wenn die Spinne in der Nähe einer Ameise lebt, hält sie gegenüber der Ameise einen sicheren akzeptablen Abstand, der die Anwesenheit der Spinne signalisiert. Andere, aber nicht annähernd so gut ameisenimitierende Springspinnen, machen tatsächlich Jagd auf Ameisen (Formicoidea). <3>

Ernährung

Wie alle Springspinnen ernährt sich auch die Myrmarachne magna von Insekten (Insecta). Sie lauert an exponierten Stellen auf ihre Beute und springt sie meist aus dem Hinterhalt an. Dabei spielt der Sehsinn eine außerordentliche Rolle. Die Spinne kann die Beute von weitem schon anvisieren und springt gezielt mehrere Zentimeter weit, um sie zu fangen. Überwiegend werden dabei Fliegen (Brachycera) erbeutet.

Fortpflanzung

Die reifen Tiere sind ganzjährig zu finden. Die Männchen verwenden ihre riesigen Cheliceren für Kommentkämpfe mit anderen Männchen und für die Balz. Dass die Überlebenschancen der ameisennachahmenden Spinne deutlich größer ist als die anderer Spinnen, ist daraus ersichtlich, dass das Weibchen nur zwei bis drei Eier in ein mit Gespinst ausgekleidetes Blatt legt.

Synonyme und Chresonyme nach Norman I. Platnick

Update 13. Juli 2008 <1>

  • Myrmarachne magna - Saito, 1933
  • Myrmarachne magna - Saito, 1933b

Anhang

Siehe auch

Literatur und Quellen

'Persönliche Werkzeuge