Nördliche Westkanareneidechse

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Nördliche Westkanareneidechse
Gallotia gallotia eisentrauti

Systematik
Klasse: Reptilien (Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
Unterordnung: Echsen (Lacertilia)
Infraordo: Skinkartige (Scincomorpha)
Familie: Echte Eidechsen (Lacertidae)
Gattung: Kanareneidechsen (Gallotia)
Art: Westkanareneidechse (Gallotia galloti)
Unterart: Nördliche Westkanareneidechse
Wissenschaftlicher Name
Gallotia galloti eisentrauti
Bischoff, 1982

IUCN-Status
Least Concern (LC)

Die Nördliche Westkanareneidechse (Gallotia galloti eisentrauti) ist eine Unterart der Westkanareneidechse (Gallotia galloti) und zählt innerhalb der Familie der Echten Eidechsen (Lacertidae) zur Gattung der Kanareneidechsen (Gallotia).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Nördliche Westkanareneidechse erreicht eine Körperlänge von zehn bis fünfzehn Zentimeter sowie eine Schwanzlänge von bis zu fünfzehn Zentimeter. Die Grundfärbung kann recht variabel sein, wobei eine bräunliche bis graue Färbung in verschiedenen Schattierungen die Regel ist. Es können sich auch gelbliche bis grünliche Musterungen auf dem Rücken zeigen. Insgesamt ist die Nördliche Westkanareneidechse die farbenprächtigste Unterart der Westkanareneidechse. Die Kehle wie auch die Flanken weisen bei Männchen eine variable blaue Färbung auf, die während der Paarungszeit stärker ausgeprägt ist. Den Weibchen fehlt diese blaue Färbung. Der Oberkopf sowie der Schwanz und die Extremitäten weisen ebenfalls eine bräunliche Färbung auf. Die Bauchseite beider Geschlechter ist deutlich heller gefärbt. Der Körperbau ist eher plump aber durchaus kräftig. Kurze stämmige Extremitäten mit langen Zehen und Krallen tragen den Körper.

Der Kopf ist auf der Oberseite abgeflacht und setzt sich nur wenig vom Körper ab. Eine dorsale Kante verläuft vom Kopf bis zum Schwanzende auf jeder Körperseite. Der sehr lange Schwanz weist eine recht dicke Schwanzwurzel auf. Der Schwanz ist zur Spitze hin mehr oder weniger spitz zulaufend. Die Nördliche Westkanareneidechse ist eine tagaktive Echse, die insbesondere am Vormittag ihre aktivste Phase hat. Die Tiere mögen besonders das Sonnenbaden, um ihren Stoffwechsel auf Vordermann zu bringen. Während der kühleren Monate halten Nördliche Westkanareneidechsen eine Winterruhe. Als Unterschlupf dienen ihnen meist verlassene und frostfreie Nagerbauten oder Felshöhlen und -spalten. Im April lassen sich als erstes die Männchen und die Jungtiere vom Vorjahr blicken, die Weibchen kommen meist wenige Wochen später aus ihren Winterquartieren.

Verbreitung

Die Nördliche Westkanareneidechse ist im order der kanarischen Insel Teneriffa endemisch. Es werden meist trockene Habitate besiedelt. Das können lichte Wälder, dessen Ränder, Steinbrüche und Geröllwüsten oder andere steinige Habitate sein. In Höhenlagen ist dei Echse nicht anzutreffen. ALs Kulturfolger ist die Nördliche Westkanareneidechse auch in der Nähe des Menschen häufig anzutreffen. Natursteinmauern sind beliebte Plätze für die Echse. Die Nördliche Westkanareneidechse ist nur wenig scheu und läßt sich teilweise sogar von den Touristen füttern. Davon ist selbstverständlich abzuraten.

Ernährung

Nördliche Westkanareneidechsen ernähren sich zur Hälfte von Insekten wie Heuschrecken, Käfern, Ameisen und ähnlichen Tieren. Auch Spinnentiere werden gerne angenommen. Dazu verschmähen sie auch nicht die eigenen Nachkommen oder Artgenossen. Die andere Hälfte ihrer Ernährung machen alle Sorten von Obst und verschiedenen überreifen Gemüsesorten aus. Dazu werden Klee, Löwenzahn, Gänseblümchen und andere Pflanzen als Nahrung aufgenommen. Im allgemeinen kann gesagt werden das es fast nichts eßbares gibt was Kanarenechsen nicht verzehren. Die Versorgung mit Trinkwasser wird über Tau und Regentropfen sicher gestellt.

Gallotia gallotia eisentrauti, im Vordergrund das ♀.
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Gallotia gallotia eisentrauti, im Vordergrund das ♀.

Fortpflanzung

Nördliche Westkanareneidechsen erreichen die Geschlechtsreife mit knapp zwei Jahren. Die Paarungszeit beginnt nach der Winterruhe, in der Regel ab Ende April. Männchen legen während dieser Zeit ein territoriales Verhalten an den Tag und sind deutlich prächtiger gefärbt als die Weibchen. Nicht selten kommt es unter rivalisierenden Männchen zu ritualisierten Kämpfen, den sogenannten Kommentkämpfen. Diese enden allerdings selten mit Verletzungen. Ist ein Weibchen paarungsbereit, so verbeißt sich das Männchen in die Flanken oder den Nacken des Weibchens. Dabei dreht er den Körper des Weibchens leicht auf die Seite und kann seinen Hemipenis in ihre Kloake einführen. Die Zeit nach einer Paarung verbringt ein Weibchen meist beim Sonnenbaden, damit die Eier in ihrem Leib schnell heranreifen können. Kurz vor der Eiablage, meist im zeitigen Juni, gräbt das Weibchen an einer sonnigen Stelle eine kleine Grube in den sandigen Boden und legt darin ihre Eier ab. Meist sind es zwischen fünf und fünfzehn Eier. Nach erfolgter Eiablage wird das Gelege mit Sand bedeckt. Die Inkubationszeit ist stark von der Umgebungstemperatur abhängig und kann zwischen 40 und 70 Tagen betragen. Die Schlüpflinge weisen eine Gesamtlänge von etwa fünf Zentimeter auf. Sie sind überwiegend bräunlich gefärbt und weisen ähnliche Rückenmuster wie adulte Tiere auf. Die Lebenserwartung liegt wahrscheinlich bei etwa sechs Jahren.

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