Nasenfrosch

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Nasenfrosch

Systematik
Klasse: Lurche (Amphibia)
Unterklasse: Nacktlurche (Lissamphibia)
Überordnung: Springlurche (Salientia)
Ordnung: Froschlurche (Anura)
Familie: Nasengrabfrösche (Nasikabatrachidae)
Gattung: Nasikabatrachus
Art: Nasenfrosch
Wissenschaftlicher Name
Nasikabatrachus sahyadrensis
Biju & Bossuyt, 2003

IUCN-Status
Endangered (EN)

Der Nasenfrosch (Nasikabatrachus sahyadrensis) zählt innerhalb der Familie der Nasengrabfrösche (Nasikabatrachidae) zur Gattung Nasikabatrachus. Im Englischen wird der Nasenfrosch purple frog, indian purple frog, pignose frog oder doughnut frog genannt. Die Art ist monotypisch, demnach sind keine Unterarten bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Taxonomie

Laut der Roten Liste der IUCN wurde diese Art aus mehreren zusätzlichen Ortschaften gemeldet, obwohl sich dies wahrscheinlich auf eine unbeschriebene Art bezieht.

Beschreibung

Aussehen und Maße

Der Nasenfrosch ist ein relativ großer Grabfrosch mit einem ausgeprägten, aufgedunsenem Aussehen. Er erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 52,8 bis 89,9 Millimeter, wobei das Weibchen größer ist als das Männchen. Der Kopf ist im Verhältnis zum Körper ziemlich klein. Die Schnauze ist langgezogen und endet in eine knopfartige Spitze, sie ähnelt fast einem Maulwurf. Der Mund ist ventral ausgerichtet. Der Oberkiefer ist starr, während der Unterkiefer flexibel ist. Die Zunge ist basal angebracht, klein und geriffelt mit einer abgerundeten Spitze. Oberkieferzähne fehlen. Die Augen sind extrem klein mit einem prominenten Ober- und Unterlid, bestehen aus einer kleinen Hautfalte. Das Tympanon fehlt. Sowohl die Vorderbeine als auch die Hinterbeine sind ziemlich kurz geraten. Die Vorderfüße sind mit abgerundeten Fingerspitzen versehen. Zwischen den Fingern ist kaum eine Schwimmhaut vorhanden. An den Hinterfüßen befinden sich ebenfalls abgerundete Zehenspitzen und zwischen den Zehen besteht 3/4 Schwimmhaut. Jeder Hinterfuß besitzt am inneren Mittelfußknochen einen großen weißen schaufelartigen Tuberkel, der zum Graben eingesetzt wird. Die Iris ist schwarz getönt und die Pupillen erscheinen abgerundet und horizontal. Der Nasenfrosch weist dorsal eine glatte purpurviolette bis schwarze Haut auf, während der Bauch grau gefärbt ist.

Lebensweise

Laut der Roten Liste der IUCN lebt der Nasenfrosch in Sekundär-Wäldern sowie in immergrünen Montan-Wäldern. Vermutlich kommt der Nasenfrosch auch in unberührten Wäldern vor. Selten trifft man den Nasenfrosch in offenen Lebensräumen an. Für den Großteil des Jahres ist der Nasenfrosch eine fossoriale Art (grabende Art) und lebt unter der Erde, etwa 1,3 bis 3,7 Meter tief. Für ein Paar Wochen im Jahr kommt der Nasenfrosch an die Oberfläche, um in temporären und permanenten Teichen sowie in Wassergräben oder in Regenwasser-Pools zu laichen. Dort findet auch die Larval-Entwicklung statt. Oft laicht der Nasenfrosch auch in der Nähe von Bächen.

Verbreitung

Kardamomberge - engl. Cardamom Hills, Gebirgszug im Süden Indiens
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Kardamomberge - engl. Cardamom Hills, Gebirgszug im Süden Indiens

Laut der Roten Liste der IUCN ist die Art in den Western Ghats (Gebirge in Indien, das am Rande des Dekkan-Plateaus verläuft) endemisch und tritt nur in zwei Orten auf, und zwar im Idukki Distrikt in Kerala in den Kardamombergen sowie in Kattapana in der Nähe der Stadt Idukki. Der aufgezeichnete Höhenbereich dieser Art liegt zwischen 850 und 1.000 Meter über dem Meeresspiegel.

Ernährung

Im Gegensatz zu vielen anderen grabenden Froscharten, die an die Oberfläche auftauchen und nach Nahrung suchen, sucht der Nasenfrosch seine Nahrung unterirdisch. Er ernährt sich hauptsächlich von Termiten, die er mit der Zunge ergreift. Die Zunge weist eine besondere bukkale Furche auf.

Fortpflanzung

Die meiste Zeit des Jahres lebt der Nasenfrosch unterirdisch. Nur während der Monsun-Zeit kommt der Nasenfrosch für etwa zwei Wochen an die Oberfläche, um sich zu paaren. Die Paarung und Fortpflanzung erfolgen in temporären und permanenten Teichen sowie in Wassergräben oder in Regenwasser-Pools. Dort findet auch die Larval-Entwicklung statt. Oft laicht der Nasenfrosch auch in der Nähe von Bächen. Bei der Paarung klettert das Männchen auf den Rücken des Weibchens und umklammert sie mit seinen Vorderbeinen. Aufgrund der zurückgezogenen Lebensweise dieser Art gibt es kaum Dokumentationen über die Fortpflanzung.

Gefährdung und Schutz

Laut der Roten Liste der IUCN wird die Art als gefährdet gelistet, weil der Lebensraum weniger als 5.000 Quadratkilometer beträgt. Alle Individuen halten sich in weniger als fünf Standorten auf und der Rückgang des Umfangs sowie der Qualität des Lebensraumes setzt sich in den Kardamombergen weiter fort. Der Nasenfrosch ist eine seltene Art und ist sehr schwer zu finden. Nur 135 Exemplare wurden bisher beobachtet. Unter diesen 135 Exemplaren befanden sich nur drei Weibchen.

Anhang

Literatur und Quellen

Qualifizierte Weblinks

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